Heizölpreise Entwicklung und Tendenz Oktober

heizoelpreise gestiegen oktober 2016

Die Heizölpreise erreichten im Oktober ein neues Jahreshoch. Ausschlaggebend dafür war die Ankündigung der OPEC, die Fördermengen kürzen zu wollen. In der Folge stiegen die Ölpreise um 15 Prozent. In der zweiten Monatshälfte richtete sich die Tendenz dann wieder abwärts.

Heizölpreise Entwicklung

Der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard-Heizöl Lieferung liegt aktuell bei 56 Cent pro Liter. Das sind etwa fünf Cent mehr als im September und zehn Cent mehr als Anfang August.

TOTAL Heizoelpreise Entwicklung Mai bis Oktober 2016

Erstmals in diesem Jahr lag der Heizölpreis im Oktober über dem des Vorjahresmonats. Heizölpreis-Prognosen sind immer unsicher, aber es ist wahrscheinlich, dass sich dies auch in den nächsten Monaten so fortsetzt. Die nahezu historischen Tiefstände aus dem Januar dieses Jahres werden die Heizölpreise wohl nicht mehr erreichen können.

Das liegt in erster Linie an den Ölpreisen, aber auch der Euro hat zuletzt wieder gelitten. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich die Importe für die Eurozone bei einem sinkenden Eurokurs.

Ende September haben sich die OPEC-Staaten zum ersten Mal seit acht Jahren auf eine Drosselung ihrer Fördermengen geeinigt, an der sich auch Nicht-OPEC Produzenten wie Russland beteiligen wollen. Das ist bisher eine reine Absichtserklärung, dennoch stiegen die Ölpreise daraufhin um bis zu 15 Prozent.

Ob die OPEC nun ihre Absprachen auch einhält und ob andere Produzenten mitziehen, bleibt abzuwarten. Ein verbindliches Abkommen soll erst beim nächsten Treffen Ende November zustande kommen.

In der zweiten Monatshälfte bestimmten dann auch die Zweifel an der Umsetzbarkeit der Ankündigung die Ölpreisentwicklung. Zweifel gab es von Anfang an, aber je mehr Zeit vergeht und je näher der finale Termin Ende November rückt, desto mehr zeigt dich die Komplexität des Vorhabens und die Widerstände innerhalb der OPEC.

So lehnt der Irak wohl aktuell noch eine Kürzung der eigenen Produktion ab und der Iran verlangt die Möglichkeit zur Steigerung seiner Fördermenge. Der Iran fördert nach eigenem Bekunden nur aufgrund des langen Embargos unter seinen Möglichkeiten. Der Irak wurde wiederum bisher von Quoten ausgenommen, um die Ölindustrie nach den Kriegen mit den USA wieder aufzubauen. Außerdem sollen die Einnahmen der Ölexporte benötigt werden, um den sogenannten Islamischen Staat zu bekämpfen.

Damit würden sich der zweit- und drittgrößte Produzent innerhalb der OPEC nicht an der geplanten Reduzierung beteiligen. Daneben soll es auch Sonderstellungen für Libyen und Nigeria geben, deren Produktion durch bewaffnete Konflikte am Boden lag.

Die verbliebenen Kartellmitglieder müssten folglich deutlichere Kürzungen hinnehmen, um die anvisierte Höchstgrenze für die Förderung nicht zu überschreiten. Ausnahmen für den Iran und Irak lehnen die anderen OPEC Mitglieder daher ab.

Der OPEC ist es bei einem Treffen am letzten Freitag wegen dieser Auseinandersetzung nicht gelungen, sich auf individuelle Fördermengen der Mitglieder und deren Bemessungsgrundlage zu einigen. Infolgedessen endete auch das anschließende Treffen zwischen Vertretern der OPEC und Nichtmitgliedern wie Russland, Brasilien und Mexiko ohne konkrete Ergebnisse.

Diese und einige weitere Produzenten hatten sich bereit gezeigt, an einer Maßnahme zur Stabilisierung der Ölpreise mitzuwirken. Allerdings nur, insofern sich die OPEC intern einigt. Die Ölpreise fielen dadurch zum Monatsende deutlich unter 50 US-Dollar pro Barrel.

Heizölpreise Tendenz

Die Tendenz der Heizölpreise richtet sich momentan leicht abwärts. Allerdings kostet Heizöl noch knapp drei Cent mehr als zu Beginn des Monats Oktober, was angesichts der rückläufigen Ölpreise vielleicht nicht zu erwarten wäre.

Ursächlich dafür ist die Schwäche des Euros, der im Laufe des Oktobers auf den tiefsten Stand seit März gefallen war. Zuletzt konnte sich der Kurs zwar festigen, allerdings gehen Experten mittelfristig von einer anhaltenden Stärke des Dollars aus, da die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der im letzten Jahr eingeleiteten Zinswende als hoch gilt.

Daneben führte das Niedrigwasser des Rheins zu höheren Frachtkosten und Versorgungsengpässen in den südlichen Lägern Deutschlands, was die regionalen Heizölpreise entsprechend steigen ließ. Inzwischen entspannt sich die Lage, sodass diese Preisunterschiede langsam schrumpfen könnten.

Schwankende Ölpreise sind auch in den kommenden Wochen wahrscheinlich, bis Ende November das OPEC Meeting stattfindet, auf dem das Abkommen zur Regulierung des Ölangebotes fixiert werden soll. Scheitert das Abkommen wäre im Anschluss ein Preisrutsch am Ölmarkt möglich. Bei Zustandekommen müsste eher mit steigenden Ölpreisen gerechnet werden.

Angesichts der aktuell sinkenden Ölpreise, könnte sich in den nächsten Tagen ein günstiger Kaufzeitpunkt ergeben. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert und man nicht auf einen negativen Ausgang der OPEC Verhandlungen spekulieren will.

Dies würde ein hohes Maß an Risiko beinhalten, da das Scheitern einen enormen Vertrauensverlust des Kartells nach sich ziehen würde und die Mitglieder daher bestrebt sein werden, Kompromisse zu finden.

Die Heizöl-Nachfrage ist inzwischen rückläufig, allerdings werden noch Heizöl-Bestellungen aus der ersten Hälfte des Oktobers abgearbeitet. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in vielen Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein neues heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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