Heizölpreise Entwicklung und Tendenz KW 29

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Die Heizölpreise haben sich auch in der vergangenen Woche verbraucherfreundlich entwickelt. Insbesondere die für den Heizölpreis entscheidende Produktnotierung ICE Gasoil steht seit mehreren Wochen unter Druck. Einzig der schwächelnde Euro wirkt einem deutlicherem Preisverfall entgegen.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreisentwicklung verlief in der vergangenen Woche uneinheitlich. Nachdem der Heizölpreis am Montag mit durchschnittlich 60,31 Euro pro 100 Liter für eine 3.000 Liter Standardlieferung ein neues Drei-Monatstief markierte, folgte eine kleine Gegenbewegung zur Wochenmitte. Letztendlich verlor sich der Auftrieb jedoch vor dem Wochenende.

Am Ölmarkt ist es vor allem die akute Überversorgung, die für eine weiche Tendenz der Ölpreise sorgt. Seit Anfang Juli sind die Rohöl- und Produktnotierungen um ca. 10 Prozent gefallen. Der Preis für die europäische Referenzsorte Brent liegt aktuell bei 56,76 US-Dollar pro Barrel und die ICE Gasoil Notierung bei ca. 510 US-Dollar pro Tonne.

Die Ölpreise liegen damit weiter auf den tiefsten Ständen seit drei Monaten. Es gibt mehrere Faktoren, die als Ursache für den anhaltenden Preisrutsch genannt werden können. Eine wieder ansteigende US Ölproduktion und Anzahl von Ölbohranlagen, die nun abgeschlossenen Atom-Verhandlungen mit dem Iran sowie höhere Exporte der OPEC. Dem entgegen steht einzig die Hoffnung auf einen Nachfrageanstieg im dritten Quartal des Jahres, der vor allem durch eine positivere Entwicklung der Konjunktur in den großen Abnehmer-Nationen verursacht werden soll.

Leider verhindert der schwächelnde Euro, dass sich diese Preisvorteile direkt im Heizölpreis widerspiegeln. Rohöl und Ölprodukte werden grundsätzlich in US-Dollar gehandelt. Verliert der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert, verteuert dies die Importe. Der Eurokurs liegt aktuell bei etwas über 1,08 US-Dollar und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende Mai. Vor gut einem Monat war ein Euro noch 1,13 US-Dollar wert.

Heizölpreise Tendenz

Für die Tendenz der Heizölpreise entscheidend ist die Entwicklung der Ölpreise und des Eurokurses. Die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der Ölpreise bleiben dabei günstig. Die Verhandlungen zum Atomabkommen mit dem Iran haben nun ihr Ende gefunden. Mit der Unterzeichnung des Vertrages sollen die Sanktionen gegen das Land perspektivisch gelockert werden.

Die Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie bleiben offiziell bis zum Ende des laufenden Jahres bestehen, allerdings hat der Iran bereits in der vergangenen Woche einen ersten Öltanker aus seiner Flotte in Richtung Asien auslaufen lassen. Für Händler ein Signal, dass verstärkt mit iranischen Öllieferungen zu rechnen ist.

Das kann insbesondere auf dem asiatischen Markt zu weiteren Verteilungskämpfen innerhalb der OPEC führen. Das irakische Ölministerium hat als Reaktion auf die baldige Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran angekündigt, seine Exporte weiter steigern zu wollen. Da auch Saudi-Arabien nicht auf Marktanteile verzichten will, spricht momentan nicht viel für eine Reduzierung auf der Angebotsseite.

Der zweite bedeutende Faktor für den inländischen Heizölpreis ist der Eurokurs. Hier sind die Aussichten weniger positiv. Zwar kam es zu einer Einigung in der Griechenlandkrise, ob diese jedoch für eine dauerhafte Lösung der Grundprobleme des Landes geeignet sein wird, bleibt unsicher. Im schlimmsten Fall verschiebt sich die Problematik der Finanzierung des griechischen Staatshaushaltes nur um einige Monate.

Dem gegenüber steht eine recht robuste wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Analysten sprechen daher in erster Linie von einer Dollarstärke und weniger von einer Schwäche des Euro. Der US-Dollar profitiert von der Aussicht auf eine baldige Zinsanhebungen durch die amerikanische Notenbank Fed.

Notenbankchefin Janet Yellen hat in der vergangenen Woche bestätigt, dass die Fed auf die erste Zinsanhebung nach der Finanzkrise zusteuert. Absehbar höhere Zinsen lassen eine Währung in den Augen von Anlegern attraktiver erscheinen.

Insgesamt sehen wir die Heizölpreise in der kommenden Woche um die 60 Cent Marke schwanken. Da auf massive Preisverfälle oft eine Gegenbewegung folgt, ist ein Kauf beim aktuellen Niveau keinesfalls uninteressant.

Unser Tipp: Nutzen Sie unsere Services für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung. Gerade wenn sich der Tankinhalt dem Ende zuneigt, können Sie so auch von kurzfristigen Preisnachlässen profitieren. Das Auf- und Ab der Ölpreise in den vergangenen Wochen zeigt, dass sich auch innerhalb einer Woche erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf ergeben kann.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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