Heizölpreise erreichen neues Monatshoch

22. November 2016

Heizoelpreis steigt 221116

Der in der Vorwoche einsetzende Aufwärtstrend der Heizölpreise setzt sich fort. Die Tagespreise für Heizöl erreichen heute Morgen ein neues Monatshoch und folgen damit der Ölpreisentwicklung. Treiber bleiben die OPEC Verhandlungen zur Reduzierung der Fördermengen.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise kennen momentan nur eine Richtung - aufwärts. Durch die zunehmende Häufigkeit von OPEC Treffen und den immer zuversichtlicher klingenden Kommentaren zum Verhandlungsstand, nimmt der Kaufdruck am Ölmarkt zu. Kaum ein Händler geht noch das Risiko ein, auf fallende Ölpreise zu setzen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt aktuell bei 49,50 US-Dollar pro Barrel. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird mit 450 US-Dollar pro Tonne notiert. Damit sind die Ölpreise innerhalb von einer Woche um über zehn Prozent auf ein neues Monatshoch gestiegen.

So wie der Preisanstieg bis Mitte Oktober als verfrüht galt, scheint auch der Preisverfall seit Mitte des Monats zu voreilig gewesen zu sein. Die Ölpreisentwicklung spiegelt dabei die Zuversicht der Marktteilnehmer wieder, ob die OPEC ein Abkommen zur Reduzierung des Ölangebotes umsetzen kann.

Nach der Ankündigung Ende September waren viele überrascht, es würde sich immerhin um die erste Maßnahme dieser Art seit 2008 handeln. Die Zuversicht hinsichtlich einer wirksamen Maßnahme schwand jedoch im Laufe des Monats, da die Verhandlungspositionen einzelner Kartellmitglieder zu weit voneinander entfernt schienen.

Dabei ist es für Verhandlungen der OPEC durchaus typisch, dass ein positiver Ausgang mal ausgeschlossen und dann wieder wahrscheinlicher erscheint. Grundsätzlich optimistisch zeigen sich insbesondere die Funktionäre der OPEC, während die einzelnen Mitgliedsländer wiederum harte Positionen aufbauen um sich damit Vorteile zu verschaffen. Jedes Kartellmitglied will bei einem Abkommen natürlich das für sich beste Ergebnis erreichen, auch wenn es am Ende Kompromisse eingehen muss. 
 
Gestern startete ein Treffen der OPEC in Wien. Die Mitglieder wollen die Rahmenbedingungen für eine Kürzung der Produktion aushandeln. Einen finalen Beschluss soll es dann bei der regulären Vollversammlung am 30. November geben.

Nun klingen auch die Kommentare der Mitgliedsländer durchaus optimistisch. Eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen hat der Irak, zweitgrößter Produzent der OPEC. Bisher hatte das Land gefordert, von den Produktionskürzungen ausgenommen zu werden, da der Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat sehr kostenintensiv ist und auch die Kriege mit den USA noch nachwirken.

Nun stehen drei neue Kompromissvorschläge im Raum, die als Grundlage für eine Einigung dienen sollen. Die schwierigsten Verhandlungen sollen allerdings noch bevorstehen. Bisher ist nicht geklärt, welches Land seine Produktion in welcher Größenordnung kürzt und welchen Ländern Sonderstellungen zugestanden werden.

Die meisten Analysten rechnen nun aber fest mit einem Abkommen. Angesichts der immer neuen zuversichtlichen Kommentare wäre ein Scheitern mit einem enormen Vertrauensverlust verbunden und würde die Ölpreise sehr wahrscheinlich einbrechen lassen.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hält sich bei 1,06 US-Dollar. Seit Beginn der Woche bewegt sich der Euro ohne klare Richtung. Nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten ist der Eurokurs um sechs Cent auf den tiefsten Stand seit Dezember 2015 gefallen.

Durch die angekündigten Steuersenkungen und höheren Staatsausgaben gilt es als denkbar, dass Konjunktur und Inflation in den USA anziehen. Von diesen Erwartungen profitieren die Aktienkurse und auch der Dollar. Wirtschaftlich betrachtet negative Punkte seiner Agenda, wie die Skepsis gegenüber dem Freihandel, werde wiederum ausgeblendet.

Daneben sendete die US-Notenbank Chefin Janet Yellen starke Hinweise auf eine Zinserhöhung im Dezember. Durch ein höheres Zinsniveau wird eine Währung für Anleger attraktiver und damit gestärkt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich damit wiederum die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis steigt heute noch einmal kräftig an. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet nun im bundesweiten Durchschnitt fast 56 Cent pro Liter Heizöl. Ein Preisanstieg von über vier Cent pro Liter gegenüber dem Preis vor einer Woche.

Am Donnerstag ist in den USA der „Thanksgiving“ Feiertag und auch am darauf folgenden „Black Friday“ steht der Börsenhandel nur eingeschränkt zur Verfügung. Die meisten Händler nutzen den Feiertag für ein langes Wochenende.

Da vorher kaum jemand risikoreiche Positionen aufbaut, werden sich die Heizölpreise ab Donnerstag vermutlich weniger bewegen. Bis dahin sind weitere Preisanstiege nicht unwahrscheinlich, da die Ölpreise durch die OPEC Verhandlungen eine feste Tendenz behalten.

Wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir unseren Kunden daher weiterhin zum baldigen Heizölkauf. Deutliche Preisnachlässe sind in den nächsten Tagen wenig wahrscheinlich und sehr kurzfristige Lieferungen sind in mehreren Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.