Heizölpreise fallen – China kündigt neue Strafzölle an

9. August 2018, Nicola Bergau

Heizölpreis fällt am Donnerstag 09.08.18

China will nun auch Öl und Benzinprodukte aus den USA mit Zöllen belegen. Zusätzlich befinden sich mehr Ölprodukte in den US-Vorratslagern, wie das DOE vermeldete. Diese News unterstützten die ohnehin preissenkende Stimmung an den Märkten.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • DOE: Zwar weniger Rohöl, aber mehr Ölprodukte in den US-Vorratslagern
  • China kündigt neue Strafzölle gegen USA an – jetzt trifft es das Öl
  • Brent bei 72,51 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 648,00 US-Dollar
  • Euro fällt auf 1,1590 US-Dollar
  • Heizölpreis fällt auf 69,93 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung
 

EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
Ölproduktion Saudi Arabiens geringer als gedacht
Starker Bestandsabbau im US-Öllager Cushing
Iran führt militärische Übungen in Seestraße Hormuz durch
China investiert in die Infrastruktur
Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten

Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran
Iran kritisiert OPEC-Produktionsausweitungen
Einvernehmliches Ergebnis im Handelsstreit zwischen USA und EU

USA haben mehr Ölprodukte in den Vorratslagern
China verhängt Strafzölle auf US-Öl-Importe und kündigt Weitere an
Spekulationen um neuerliche OPEC-Produktionsausweitung
Saudi-Arabien senkt Preise für September-Lieferungen
EIA: US-Ölförderung wird im Juli und August stark steigen
Wachstum der globalen Ölnachfrage verlangsamt sich

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 72,51 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug noch 74,64 US-Dollar, der Schlusspreis für Mittwoch wurde bei 72,28 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 648,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 660,50 US-Dollar, während der Schlusspreis am Mittwoch bei 646,75 US-Dollar festgehalten wurde.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 09.08.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Zwar sind die Kurse heute Morgen wieder gestiegen – bei Brent verhaltener als bei Gasoil – doch die deutlichen Preisunterschiede zwischen gestrigem und heutigem Startwert zeigen, dass sich der Markt aktuell in einer preissenkenden Stimmung befindet.

Neben den technischen Signalen sind dafür vor allem Neuigkeiten aus China verantwortlich, wo die nächste Stufe im Handelskrieg gezündet wird. Jetzt stehen neue Zölle vor allem auf Benzin und Öl aus den USA zur Debatte. Die Auseinandersetzung erreicht damit genau das Territorium, das der Markt schon seit einer Weile befürchtet hatte.

Die US-Bestandsdaten gaben dieser Stimmung noch Schwung, auch wenn die Befunde im Wesentlichen den Angaben des API folgen. Von einer Trendwende oder gar verlässlichen Tendenzen zu sprechen, wäre allerdings wieder fatal. Denn allein der Wochenvergleich zeigt, dass sich die hohen Preisniveaus bei allen Notierungen kaum verändert haben.
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro musste seine Vortagesgewinne wieder abgeben und notierte am Morgen bei 1,1590 US-Dollar. Der Vergleichswert für Mittwoch betrug 1,1615 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis für Mittwoch auf 1,1589 US-Dollar fest.

Verantwortlich für diese Entwicklung – und die Tiefstwerte von Montag – sind eher enttäuschende Konjunkturdaten aus dem Währungsraum. Auch die aktuell problematischen Beziehungen zwischen Italien und der EU lassen das Vertrauen der Anleger in die Gemeinschaftswährung schwinden. Sollten heutige Konjunkturdaten aus den USA erneut gut ausfallen, könnte sich die fallende Tendenz noch verstärken.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • China: Jetzt ist das US-Öl dran
  • DOE bleibt nah an API-Zahlen
     

DOE: Rohölabbauten zwar erwartet, aber zu gering

Insgesamt unterschieden sich die US-Bestandsdaten des Department of Energy und des American Petroleum Institutes in dieser Woche kaum. Doch wiederum hat das DOE ein paar wichtige Fakten unterstrichen, welche Anleger aufhorchen lassen.
 

Die DOE-Daten im Überblick

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-32-090818 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Obwohl gesunkene Rohölbestände stets für Preisanstiege an den Börsen sorgen, wurde der Befund des DOE in dieser Woche anders interpretiert. Denn die Abnahme um 1,4 Mio. Barrel lag nicht nur deutlich unter den Erwartungen. Sie hätte eigentlich anders ausfallen müssen.

Die Raffinerien produzieren mehr als erwartet, die Exportquote übertraf die Importquote und die Nachfrage auf dem US-Markt nach den Produkten legte zu. Gleichzeitig – und hier heißt es aufhorchen – soll die US-Ölproduktion zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen sein.

Damit hätte sich der Bestandswert für Rohöl eigentlich eher der API-Angabe annähern müssen. Warum er dies nicht tat, ist schwierig auszumachen.

Ebenfalls untypisch ist die gestiegene Nachfrage nach Destillaten, also Ölprodukten, zu denen auch Heizöl gehört. Benzin allerdings – der Verkaufsschlager in der Reisesaison – hat weniger Abnehmer gefunden. Dennoch bleibt die Nachfrage hoch. Warum es also auch hier jeweils zu Bestandsaufbauten statt Abbauten kam, ist ebenfalls nicht ganz klar. Die hochaktive Produktion der Raffinerien dürfte dafür aber ein Faktor sein.

Grundsätzlich hätte man den DOE-Bericht gestern sowohl in die eine als auch die andere Richtung interpretieren können. In der aktuellen Gemengelage, die gestern vor allem von China dominiert wurde, war die preissenkende Interpretation aber die einzig sinnvolle Tendenz – schließlich dürften die Handelszölle sichtbare Auswirkungen auf die US-Ölindustrie haben.
 

China packt USA nun beim Öl

Einen wichtigen Hebel hatte China im Handelskrieg mit den USA bisher noch nicht angesetzt. Doch jetzt scheint in Peking das Maß voll. Gestern kündigte die Regierung neue Strafzölle gegen amerikanische Waren an, und zwar bereits für den 23. August. Dabei sollen 25 Prozent Strafzölle auf Waren im Wert von weiteren 16 Mrd. Dollar fällig werden. Und zu diesen Waren zählen nun auch Öl und Benzin.

China war bisher der größte Abnehmer für amerikanische Ölangebote und hat zudem gleich auch noch eine alternative Bezugsquelle genannt – ausgerechnet Iran. Damit hätte China einen doppelten Schlag gegen Trumps Strafzölle auf chinesische Importe gelandet. Schließlich würde die Handelseinigkeit zwischen China und Iran auch die US-Sanktionen gegen Teheran unterwandern.

Dass in diesem Vorhaben großes Eskalationspotential steckt und Gegenmaßnahmen der USA definitiv zu befürchten sind, ist jedem Beobachter klar. Aber China scheint dies in Kauf zu nehmen, zumal es eh momentan keine anderen Maßnahmen zur Hand hat, um Trump etwas entgegenzusetzen.

So oder so belastete die Meldung gestern den Markt. Denn China fragt bereits jetzt weniger Öl nach, ist aber der wesentliche Faktor, auf dem die Prognosen zur Nachfrageentwicklung basieren. Die nun eher pessimistischen Aussichten zur Nachfrage Chinas beruhen dabei nicht auf den Zöllen Pekings, sondern auf der zu erwartenden Antwort aus Washington. Denn kommen neue Zölle aus den USA, belastet dies die chinesische Wirtschaft noch weiter.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 69,93 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es 71,22 Cent.

Insbesondere im Wochenvergleich wird deutlich, dass jede kurzfristige Preistendenz nach unten die richtige Gelegenheit ist, um sich zum Heizölkauf zu entscheiden. Denn das Preisniveau ist trotz Schwankungen unterm Strich unterverändert hoch. Es ist in jedem Fall vernünftig, sich nicht auf mittelfristige Aussagen zu verlassen, sondern schnell den Heizölkauf auszulösen. Denn so machen Sie sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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