Heizölpreise geben zum Wochenende nach

5. Oktober 2018, Peter Dudda

Heizölpreise sinken zum Wochenende 05.10.18

Ist es die Ruhe vor dem Sturm? Händler scheinen sie zu nutzen und brachten mit Gewinnmitnahmen die Ölpreise gestern wieder etwas zum Fallen. Auch der Euro konnte sich etwas stabilisieren. Zum Wochenende bedeutet das leicht fallende Heizölpreise.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Ölpreise geben leicht nach
  • Russischer Energieminister wenig optimistisch
  • Saudi Arabien bestätigt Bereitschaft Ölförderung auszuweiten
  • Brent bei 85,07 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 741,25 US-Dollar
  • Euro stabil bei 1,1508 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 83,19 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung


 Spekulation um Brent-Preis bei 100 US-Dollar bis Ende des Jahres
 Kein Freigabe strategischer US-Ölreserven
 OPEC: Offiziell vorerst keine weitere Förderanhebung
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
 Iranische Ölexporte wegen US-Sanktionen rückläufig
 EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres

 Spekulation um russische und saudische Produktionsausweitung
 DOE-Bericht trotz deutlich gestiegener US-Rohölbestände ohne Auswirkungen
 Saudi-Arabien sieht Überversorgung 2019
 Keine Annäherung zwischen USA und Iran
 Nigeria plant Ausbau seiner Ölproduktion

 Saudi Arabien bereit Förderreserven zu aktivieren
Libyen fördert auf 5-Jahreshoch
 US-Ölbohraktivitäten nehmen weiter zu
 Russland fördert Rekordsummen
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen des letzten Handelstags der Woche bei 85,07 US-Dollar. Am Donnerstagmorgen waren es noch 86,08 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde am Donnerstag bei 84,58 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Freitagmorgen bei 741,25 US-Dollar. Am Vortag waren es noch 6 US-Dollar mehr. Der Schlusspreis wurde zuletzt am Donnerstagabend bei 743,25 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 05.10.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Ja, die Ölpreise sind heute etwas gefallen. Aller Wahrscheinlichkeit nach könnte es sich dabei allerdings um eine reine Momentaufnahme handeln. Vor einem Monat kostete das Fass der Nordseesorte Brent noch 10 US-Dollar weniger und wie wir in den vergangenen Tagen ausführlich berichteten, halten viele Analysten und Marktteilnehmer einen Brent-Preis von 100 US-Dollar noch in diesem Jahr für nicht unwahrscheinlich.

Auslöser für den Preisrückgang war vor allem das Ausbleiben von weiteren preistreibenden Impulsen am Donnerstag. Insbesondere nach den eigentlich preissenkenden US-Bestandsdaten erscheint es nicht ungewöhnlich, dass viele Händler die Situation nutzten, um schließlich doch noch auf Gewinnmitnahmen zu setzen.

Auch wenn die Ölmärkte gestern mit deutlichen Verlusten schlossen, konnte ein Teil der Verluste mit der nächtlichen Öffnung der Handelsplätze in Fernost bereits wieder ausgeglichen werden. Erst im Laufe des heutigen Handelstages wird sich zeigen, ob die „überkaufte“ Situation zu weiteren Preissenkungen führen wird.

Bei aller Schwarzmalerei gibt es für unsere Heizölkunden auch etwas Licht am Horizont: Russland fördert was die Pumpen hergeben und auch Saudi Arabien stellt eine Aktivierung seiner Produktionsreserven in Aussicht. Das könnte die (teils spekulativ und herbeigeredete) angespannte Versorgungslage etwas beruhigen.

Solange die US-Sanktionen gegen den Iran ihre volle Wirkung auf die iranischen Ölexporte noch nicht entfaltet haben, sollte hier im Zusammenhang mit dem Heizölkauf vorsichtig agiert werden. Denn solange die Unsicherheiten rund um die iranischen Lieferausfälle bestehen, wird es kaum Potenzial für deutlich sinkende Ölpreise geben. Wer sich bei einem sich leerenden Tank für zu langes Warten zum Heizölkauf entscheidet, könnte die Rechnung schließlich teuer bezahlen. Wir empfehlen in dieser Situation unseren Kunden nur eins: Machen Sie sich von den unkalkulierbaren Risiken an den Ölmärkten unabhängig und lösen Sie den Heizölkauf bald aus. Bitte beachten Sie auch, dass es aufgrund der zur Zeit hohen Nachfrage nach Heizöl zu längeren Lieferzeiten kommen kann.

  

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete die Europäische Gemeinschaftswährung 1,1508 US-Dollar. Gestern Morgen waren es nur noch 1,1425 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag wurde bei 1,1502 US-Dollar festgesetzt.

Der Euro konnte nach seinen starken Verlusten zur Wochenmitte gestern wieder deutlich aufholen. Bis auf 1,1543 US-Dollar stieg der Kurs kurzzeitig wieder an. Das der Euro Auftrieb hatte ist auf keine klaren Impulse zurückzuführen, vielmehr handelte es sich um eine Gegenbewegung zum US-Dollar, der in den Vortagen von Daten zu einer äußerst robusten US-Konjunktur profitierte. Auch vor dem Wochenende könnte der Dollar wieder stärker performen: Heute steht die Veröffentlichung von US-Arbeitsmarktdaten an. Angesichts der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der USA, könnten hier wieder neue Impulse für einen erneuten Auftrieb des Dollars geben.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Russischer Energieminister rechnet mit Ölpreis von US-Dollar
  • Saudi Arabien bereit zum Anzapfen von Reservekapazitäten
     

Alexander Nowak: 100 US-Dollar für ein Fass Brent nicht unrealistisch

Eines vorweg: Geht es nach dem russischen Energieminister Alexander Nowak sei Russland bestrebt eine Unterversorgung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. So habe Russland die Förderkürzungen die mit dem OPEC-Förderkürzungsdeal seit 2017 umgesetzt würden bereits zurückgenommen, die Produktion darüber hinaus sogar ausgeweitet. Insgesamt fördert Russland nach eigenen Angaben damit täglich 11,3 Millionen Barrel Öl.

Dennoch sei nach Nowaks Einschätzung ein Preisanstieg auf 100 Dollar pro Barrel Öl möglich. Gleichzeitig betont er, dass dies nicht gut für die globale wirtschaftliche Entwicklung und damit die Nachfragestabilität sei. Verantwortlich für weitere Preisanstiege zeichnet Nowak das Gebaren an den Handelsplätzen durch Händler und andere Marktteilnehmer. Es liege in ihrer Entscheidungsgewalt, ob die derzeit vorherrschenden Unsicherheiten ausreichten, um die Ölpreise weiter nach oben zu treiben. In jedem Fall werde es nach Nowaks Sicht noch bis zum Eintritt der nächsten US-Sanktionswelle gegen den Iran dauern, bis sich eine Beruhigung an den Märkten einstellen könnte. Schließlich könne man erst dann genau abschätzen, wie viel Öl den Märkten durch den Ausfall der iranischen Öllieferungen tatsächlich fernbleibe.
 

Saudi Arabien gibt nach

Der US-Präsident fordert vor allem via Twitter die Saudis seit Wochen dazu auf die Ölförderung auszuweiten. Aus der Sicht von US-Präsident Trump könnten damit die Unsicherheiten an den Ölmärkten, die zu großen Teilen auf die US-Sanktionen gegen den Iran zurückzuführen sind, ohne weiteres aufgehoben werden. Bis zuletzt hatten Vertreter Saudi Arabien den US-Forderungen Absagen erteilt. Nun scheint sich der Wind gedreht zu haben.

Bereits gestern berichteten wir über entsprechende Gerüchte. Das die Saudis nun ihre Reservekapazitäten tatsächlich anzapfen werden, wurde gestern von hoher saudischer Stelle offiziell bestätigt. So äußerte sich der saudische Energieminister al-Falih, dass Saudi Arabien nun alle zur Verfügung stehenden Reservekapazitäten aktivieren wird. Welchen Umfang diese Kapazitäten genau haben ist nicht klar belegt. Die US-Energy Information Administration geht von einer Reserve in Höhe von 1,4 Millionen Barrel pro Tag für die gesamte OPEC aus. Der größte Teil sei danach Saudi Arabien zuzuschreiben.

Warum genau die Saudi diese Kehrtwende ihrer Förderpolitik hinlegen ist noch unklar, zumindest scheint es wahrscheinlich, dass der neue Schritt in Abstimmung mit den anderen OPEC-Partnern eingeleitet wird. Denn eigentlich unterliegen alle OPEC-Mitglieder weiterhin einem im November 2016 geschlossenen Abkommen zur Beschränkung der eigenen Fördermengen.

Eine Aktivierung der Reserven von so großen Ölförderern wie Saudi Arabien ist indes nicht unumstritten. Denn wenn die Reserven dazu herhalten ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen, gäbe es bei weiteren Lieferausfällen keine Kapazitäten mehr um schnell gegenzusteuern. Spätestens mit negativen Nachrichten aus Libyen oder Venezuela könnte das zum Verhängnis werden.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 83,19 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 81,74 Cent. Zum Wochenanfang lag der Preis noch bei 80,37 Cent.

Für den Heizölkauf gibt es momentan hauptsächlich ein Argument – trotz des Preisniveaus: Die kalte Jahreszeit naht und Sie sollten Ihren Tank rechtzeitig auffüllen. Gleichzeitig ist es die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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