Heizölpreise geben zum Wochenende nach

28. Dezember 2018, Peter Dudda

Heizölpreise sinken zum Wochenende 28.12.18

An den Ölmärkten macht sich die aktuelle Urlaubszeit bemerkbar. Das Handelsvolumen ist sehr gering, der Einfluss einiger weniger Händler auf die Kurse damit umso größer. Gewinnmitnahmen und die vom API gemeldeten Aufbauten bei den US-Rohölbeständen sorgen heute für günstigeres Heizöl.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • API-Prognose: US-Rohölbestände im klaren Plus
  • Ölmarkt bis nächste Woche wohl weiter volatil
  • Brent bei 53,25 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 502,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1458 US-Dollar
  • Heizölpreis gefallen auf 64,67 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Saudi-Arabien kürzt Öl-Exporte vorrangig gen USA
 OPEC+ beschließt stärkere Förderkürzungen
 Auch Kanada kürzt die Ölförderung
 USA und China machen Pause im Handelsstreit – vorerst
 Abschaltung des größten libyschen Ölfelds

 China nimmt US-Ölimporte wieder auf
 Sanktionen gegen Iran

 API-Daten mit preissenkender Tendenz
 Russland nutzt den Dezember für deutliche Produktionssteigerungen
 EIA Monatsbericht: US-Ölproduktion legt im Dezember und Januar deutlich zu
 OPEC & EIA: Förderkürzungen werden Überangebot nicht nachhaltig begrenzen
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt 2019
 EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Freitagmorgen bei 53,25 US-Dollar. Der Vergleichswert vom Vortag lag bei 54,37 US-Dollar. Der Vortagsschlusspreis wurde am Donnerstagabend noch bei 52,16 US-Dollar festgelegt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 502,25 US-Dollar. Gestern Morgen waren es noch 513,50 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde am Donnerstagabend bei 504,50 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 28.12.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die aktuelle Preisentwicklung im Überblick

Die diesjährige Feiertagskonstellation sorgt für zwei stark verkürzte Handelswochen. Die Mehrheit der Händler befindet sich über den Jahreswechsel zudem im Urlaub, noch dazu sind am kommenden Montag die wichtigen Handelsplätze in London und New York geschlossen. In der Folge ist das Handelsvolumen nur sehr gering. Käufe und Verkäufe bereits kleineren Ausmaßes haben somit einen ungewohnt großen Einfluss auf die Preisbildung.

Zuletzt orientierten sich die Ölpreise im Wesentlichen an den Aktienmärkten. Fundamentale Impulse, beispielsweise direkte Änderungen von Einflüssen auf die Ölverfügbarkeit oder die Ölnachfrage blieben unterdessen weitestgehend aus. Insbesondere die US-Aktienmärkte befanden sich vor den Feiertagen im Sinkflug, das sorgte zu Heiligabend auch für einen heftigen Preisrutsch an den Ölbörsen. So schnell es an den Aktienmärkten mit den Kursen zu Wochenbeginn bergab ging, so schnell ging es mit den Kursen auch wieder bergauf. Die Verluste bei den Ölpreisen von bis zu 7%, konnten daher ebenfalls bereits zum 2. Weihnachtsfeiertag wieder ausgeglichen werden. Gestern sorgten Gewinnmitnahmen zum späten Handel und die Meldung über gestiegene US-Rohölbestände für ein leichtes Nachgeben der Kurse.

Unabhängig der kurzfristig volatilen Situation bis zum Ende der nächsten Woche, werden in den nächsten Wochen und Monaten die großen Unsicherheitsfaktoren das Marktgeschehen weiter begleiten. So herrschen weiter große Zweifel an den Maßnahmen der OPEC, die für 2019 prognostizierte Überversorgung einzudämmen. Das gilt insbesondere in Anbetracht der florierenden Fördertätigkeit der USA, welche zudem im nächsten Jahr mehrere Pipelines in Betrieb nimmt und ihr Öl damit schneller dem Weltmarkt zur Verfügung wird stellen können.

Doch auch auf Seiten der Nachfrage gibt es weiter einige Fragezeichen. Sollten sich die USA und China nicht weiter annähern, könnte der sich jetzt schon in voller Fahrt befindende Handelskonflikt zwischen beiden Staaten weiter ausweiten. Schon jetzt sind erste negative Effekte auf die Weltkonjunktur sichtbar. In der Folge könnte sich die Nachfrage nach Öl weiter abschwächen.

Für Heizölverbraucher ist die Situation durchaus komfortabel, kann doch mit weiteren Preisabschlägen bei Heizöl gerechnet werden. Doch es gilt wie immer Vorsicht walten zu lassen. Die Ölmärkte haben in der Vergangenheit nicht selten gezeigt, wie schnell sich die Perspektiven von einen auf den anderen Tag wieder ändern können. Insbesondere unvorhergesehene geopolitische Ereignisse haben immer wieder ihr Potenzial bewiesen, die Ölpreise schnell wieder in die Höhe schnellen zu lassen. Sollte sich Ihr Heizöltank leeren, empfehlen wir Ihnen sich das jetzt schon sehr attraktive Preisniveau zu Nutze zu machen und den Heizölkauf baldigst auszulösen.  

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1458 US-Dollar, gestern waren es noch 1,1393 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Donnerstagnachmittag bei 1,1377 US-Dollar festgesetzt.

Auch beim Euro gilt weiter: Die Marktteilnehmer an den Devisenmärkten sind derzeit wie an den Ölmärkten auf einen kleine Gruppe zusammengeschrumpft. Das Handelsvolumen ist gering, Kursbewegungen besitzen daher nur eine bedingte Aussagekraft. Insgesamt profitiert der Euro weiter von einer allgemeinen Dollarschwäche, welche durch den Shut-Down in den USA und dem damit faktischen Stillstand der US-Regierung zu begründen ist. Derzeit ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch bis ins Neue Jahr hinziehen könnte. Zusätzlich Dollar-belastend wirken sich Daten zum US-Verbrauchervertrauen aus.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • American Petroleum Institute: US-Rohölbestände im Plus


API-Prognose ungewöhnlich

Auch bei den wöchentlichen US-Bestandsdaten bringen die Feiertage einiges durcheinander. Das American Petroleum Institute (API) veröffentlichte seine Prognosen am Donnerstagabend anstatt am Dienstagabend, das Department of Energy (DOE) folgt mit seinen gesicherteren Zahlen erst heute Nachmittag anstatt wie gewohnt am Mittwochnachmittag. In jedem Fall überraschend ist der vom API gemeldete Anstieg der US-Rohölbestände. Normalerweise sind Raffineriebetreiber bestrebt, die Bestände zum Ende des Jahres aus bilanztechnischen Gründen niedrig zu halten. Da das API jedoch nur auf eine begrenzte Datenmenge zurückgreift, könnten sich die angeblich gestiegenen Bestände auch als Finte erweisen. So nutzt das DOE für seine Analysen auch Daten zu Im- und Exporten des US-Ölsektors sowie zur Nachfrage. Diese Faktoren können oft ein gänzlich anderes Bild produzieren, als es vom API vorhergesagt wird. Mehr Infos an dieser Stelle gibt es dazu leider erst am kommenden Mittwoch mit der nächsten TOTAL Heizölnews.
 

Die API-Daten im Überblick

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-51-181218 // Alle Angaben ohne Gewähr

Insgesamt wirkt der letzte API-Bericht des Jahres 2018 mit Blick auf die gestiegenen Rohöl- und Benzinbestände eher preissenkend. Sollte das DOE die Tendenz heute Nachmittag bestätigen, kann mit einem weiteren Preisabschwung zum Wochenende gerechnet werden.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 64,67 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es noch 66,57 Cent. Wir empfehlen unseren Kunden sich diesen deutlichen Preisabschlag heute zu Nutze zu machen. Das gilt vor allem dann, wenn sich der Tankfüllstand langsam dem Ende zuneigt.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kunden,

Wir bedanken uns für Ihre Treue, Ihr Lob und Ihre Anregungen im Jahr 2018 und wünschen Ihnen und Ihren Familien einen angenehmen und sicheren Jahreswechsel sowie alles Gute für das Jahr 2019!

Wir melden uns mit den nächsten TOTAL Heizölnews am 02.01.2019 an gewohnter Stelle bei Ihnen zurück.

Ihr TOTAL Heizöl Team

 

     Peter Dudda - Autor
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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