Heizölpreise: Günstiger Kaufzeitpunkt voraus?

Heizoelpreis sinkt 311016

Die Heizölpreise werden heute nachgeben. Die Ölpreise erreichten zum Monatsende den tiefsten Stand im Oktober und gleichzeitig hat sich der Eurokurs gefestigt. Wer in Kürze Heizöl benötigt, sollte die Preisentwicklung der kommenden Woche genau verfolgen.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise sind auf den tiefsten Stand im Oktober gefallen, nachdem ein OPEC Treffen in Wien ergebnislos endete. Die Preise für die Referenzsorten Brent und WTI liegen deutlich unter 50 US-Dollar pro Barrel. Mit dem Durchbruch dieser Marke könnte sich weiteres Abwärtspotenzial ergeben.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird heute Morgen für 49,40 US-Dollar je Barrel gehandelt. Ein Preisrückgang von sieben Prozent gegenüber dem Monatshoch vor drei Wochen. Die Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt sich angesichts der anstehenden Wintersaison etwas fester. Der aktuelle Kurs liegt mit 456,50 US-Dollar je Tonne nur etwas mehr als fünf Prozent unter dem Jahreshoch Mitte Oktober.

Nachdem die Ölpreise seit Ende September in Folge der OPEC Ankündigung einer Fördermengen-Begrenzung um 15 Prozent gestiegen sind, richtete sich die Tendenz in der zweiten Oktoberhälfte seitwärts. Auf der einen Seite begrenzte die Aussicht auf eine Reduzierung der Fördermengen das Abwärtspotenzial. Händler gehen weniger Risiken ein, um Verluste im Falle einer tatsächlichen Kürzung und damit verbundenen Preissteigerungen zu vermeiden.

Das Aufwärtspotenzial blieb wiederum durch das Fehlen konkreterer Anzeichen auf eine Umsetzung der bisher lediglich angekündigten Maßnahmen begrenzt. Länder wie der Iran, Libyen und Nigeria nehmen Sonderregelungen für sich in Anspruch und planen die eigene Förderung auszubauen.

Zum Ende des Monats wurden diese Zweifel an der Umsetzbarkeit eines Abkommens noch einmal verstärkt, nachdem mit dem Irak auch der zweitgrößte OPEC-Produzent ankündigte, die eigene Förderung nicht reduzieren zu wollen.

Vor dem Wochenende haben sich Vertreter der OPEC in ihrer Zentrale in Wien getroffen. Verhandelt werden sollten insbesondere zwei Themen, die jeweiligen zukünftigen Produktionsmengen der einzelnen Mitglieder nach Eintreten der geplanten Kürzung und die Datengrundlage, auf deren Basis die individuellen Quoten gemessen werden sollen.

Das Treffen soll im Endeffekt wenig erfolgreich geendet haben, da der Irak eine Kürzung der eigenen Produktion weiter ablehnt und der Iran weiterhin die Möglichkeit zur Steigerung seiner Produktion verlangt.

Damit würden sich der zweit- und drittgrößte Produzent innerhalb der OPEC nicht an der geplanten Reduzierung beteiligen. In der Folge müssten die verbliebenen Kartellmitglieder deutlichere Kürzungen hinnehmen, um die anvisierte Höchstgrenze für die Förderung nicht zu überschreiten, insbesondere im Hinblick auf die scheinbar fixen Sonderregelungen für Libyen und Nigeria.

Sonderstellungen für den Iran und Irak werden daher auch von den anderen OPEC Mitgliedern abgelehnt. Letztendlich soll es wegen dieser Auseinandersetzung nicht gelungen sein, sich auf die jeweiligen Fördermengen der Mitglieder zu einigen. Infolgedessen endete auch das anschließende Treffen zwischen Vertretern der OPEC und Nichtmitgliedern wie Russland, Brasilien und Mexiko ohne konkrete Ergebnisse.

Diese und einige weitere Produzenten hatten sich bereit gezeigt, an einer Maßnahme zur Stabilisierung der Ölpreise mitzuwirken. Allerdings nur, insofern sich die OPEC intern einigt.

Die Ölpreise gaben angesichts dieser Meldung nach und sind unter die 50 US-Dollar Marke gefallen. Diese galt bislang als wichtige Hürde, da niedrigere Preise für Käufe genutzt wurden und ein nachhaltiger Durchbruch im Laufe des Monats nicht gelingen konnte.

Mit dem Durchbruch der Marke könnte es nun noch weiter abwärts gehen. Allerdings bleibt das  Abwärtspotenzial allein durch die Möglichkeit einer Reduzierung der Fördermengen begrenzt. Diese hätte einen massiven Einfluss auf die Entwicklung des Marktgleichgewichts im kommenden halben Jahr. 

Schwankende Ölpreise sind damit auch in den kommenden Wochen wahrscheinlich, bis Ende November das OPEC Meeting stattfindet, auf dem das Abkommen fixiert werden soll. Ohne diesem wäre im Anschluss ein Preisrutsch am Ölmarkt möglich. Bei Zustandekommen müsste eher mit steigenden Ölpreisen gerechnet werden.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 31.10.2016

  • Bruttoinlandsprodukt Eurozone
  • Verbraucherpreisindex Eurozone

Dienstag, 01.11.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 02.11.2016

  • Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed
  • FOMC (Fed Offenmarktausschuss) Aussage über Geldpolitik / Pressekonferenz
  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)

Freitag, 04.11.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Arbeitslosenquote USA

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs konnte sich am Freitag weiter festigen und erreichte dabei die 1,10 US-Dollar. Aktuell ist ein Euro 1,096 US-Dollar wert. Der Eurokurs profitierte von robusten Konjunkturdaten aus der Eurozone und schwachen Daten zum US-Verbrauchervertrauen.

Allerdings ist mittelfristig von einer anhaltenden Stärke des Dollars auszugehen, was insbesondere an der immer noch hohen Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank Fed im Dezember dieses Jahres liegt.

Ein höherer Leitzins macht wiederum eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Das in Verbindung mit der politischen Unsicherheit in Europa, könnte den US-Dollar laut Prognosen großer Banken in diesem Jahr noch bis auf 1,05 Euro treiben.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt bei 56 Cent pro Liter Heizöl. Da sind immer noch knapp drei Cent mehr als zu Beginn des Monats, was angesichts des Monatstiefs beim Ölpreis vielleicht nicht zu erwarten wäre.

Allerdings hat der Euro im Laufe des Oktobers deutlich gegenüber dem Dollar verloren. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich die Importe für den Euroraum bei einem sinkenden Eurokurs.

Zudem führte das Niedrigwasser des Rheins zu höheren Frachtkosten und Versorgungsengpässen im Süden Deutschlands. Inzwischen entspannt sich die Lage, sodass die regionalen Preisunterschiede langsam schrumpfen könnten.

Durch diesen Faktor in Verbindung mit den niedrigeren Ölpreisen, könnte sich im Laufe der Woche ein günstiger Kaufzeitpunkt ergeben. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert oder man nicht auf einen negativen Ausgang der OPEC Verhandlungen spekulieren will. Dies würde auch ein hohes Maß an Risiko beinhalten.

Die Heizöl-Nachfrage ist inzwischen rückläufig, allerdings werden noch Heizöl-Bestellungen aus der ersten Monatshälfte abgearbeitet, sodass kurzfristige Lieferungen in vielen Regionen weiterhin nur über die telefonische Abstimmung möglich sind.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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