Heizölpreise: Heizöl wird etwas teurer

5. Februar 2019, Nicola Bergau

Heizoelpreise steigen am Dienstag 05.02.19

Die Meldungen vom Wochenende zu den Venezuela-Sanktionen und den überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten bestimmten auch gestern zunächst noch das Handelsgeschehen. Doch es fehlte an neuen Impulsen, sodass Gewinnmitnahmen das Ruder übernahmen. Heizöl ist heute dennoch teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Venezuela-Sanktionen bringen staatliche Ölwirtschaft in Bedrängnis
  • Russland stellt Ölproduktion neu auf und will wachsen
  • Devisenmarkt: Kaum erfreuliche Konjunkturdaten aus der EU belasten Euro
  • Brent bei 62,60 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 582,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1422 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 69,08 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Revolution in Venezuela und Sanktionen
Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

Keine Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China
▶ China will heimische Ölwirtschaft ausbauen

OPEC+Kürzungen bisher nicht vollständig umgesetzt
EIA: US-Ölproduktion nach oben korrigiert
Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen gegen Iran
OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 62,60 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug noch 62,85 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 62,51 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 582,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 582,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 580,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 05.02.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Der gestrige Handelstag zeigte unterm Strich praktisch unbewegte Ölpreise, die sich jedoch beim genaueren Hinschauen aus einer Achterbahnfahrt der Kurse ergaben: Am Morgen und Vormittag bestimmten weiterhin preissteigernde Faktoren den Markt, die den Anstieg zuvor schon eingeläutet hatten: Überraschend positive Meldungen vom US-Arbeitsmarkt und eine gesunkene Anzahl von aktiven US-Ölplattformen laut Baker Hughes deuteten auf eine Konstellation, die nach mehr US-Nachfrage bei einer Tendenz zum sinkenden Angebot klingt.

Die Venezuela-Sanktionen aus Washington scheinen unterdessen bereits nach einer Woche deutliche (und die gewünschten) Effekte zu haben. Analysten rechnen mit einer aktuellen Tagesproduktion von nur noch rund 600.000 Barrel. Das und die fehlenden Einnahmen aus dem Ölhandel mit den USA bringen die Herrschaft von Staatsführer Maduro ins Wanken.

Dennoch blieb auch mit dieser Bestätigung eine Rallye aus. Der Markt konzentriert sich längst darauf, was nach der Revolution passiert. Und dann ist vermutlich schnell wieder „Normalität“ hergestellt, was für den Markt eine aktuelle Tagesproduktion von rund 1 Mio. Barrel bedeutet.

Von russischer Seite wird trotz aktueller Kürzungsvereinbarungen mit der OPEC vermeldet, man wolle die Ölleistung des Landes in den nächsten Jahren steigern. Zuvor hatte es Meldungen zu einem Scheitelpunkt in den Leistungskapazitäten gegeben, die aber nicht ohne Grund vom Verantwortlichen für Steuern in Moskau entkräftet wurden. Denn insbesondere neue Handelsmodelle sollen die russische Ölwirtschaft in Zukunft breiter aufstellen.

Der Euro hatte gestern vorrangig das Problem, dass er selbst kaum gute Konjunkturdaten aus der EU für sich verbuchen konnte, während die US-Arbeitsmarktdaten weiterhin für eine Dollarstabilität sorgten. Daran konnten auch weniger Industrieaufträge nichts ändern.

Weil aber der Rohstoff- und Devisenmarkt sehr kurzfristig agieren und selten allzu weit nach hinten blicken, konnten diese schon bekannten Tatsachen gestern das Geschehen nur zeitweise bestimmen. Später am Tag gab es aufgrund fehlender neuer Impulse also kaum eine andere Entscheidung, als die kurzfristigen Preissteigerungen gleich wieder in Gewinnmitnahmen umzusetzen.

Der Eurokurs ist heute Morgen der entscheidende Faktor, der Heizöl für inländische Käufer teurer macht. In der aktuell angespannten Weltlage ist es aber immer noch die beste Entscheidung, sich möglichst schnell das momentane Preisniveau zu sichern und sich von allen weiteren Entwicklungen unabhängig zu machen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1422 US-Dollar, am Freitag waren es 1,1443 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde noch bei 1,1445 US-Dollar festgesetzt.

In „ruhigen“ Zeiten hätten erfreuliche US-Arbeitsmarktdaten wohl nicht so weitwirkende Effekte auf die Devisenkurse gehabt. Doch die Welt sucht momentan händeringend nach Hinweisen, ob sich die globale Konjunktur nun abkühlt oder nicht.

Schon deshalb profitierte der Dollar gestern weiter von diesem Umstand, während es aus der Eurozone kaum Neues zu vermelden gab. Hier färbte sich nur der deutsche Ifo-Stimmungsindex grauer ein, was natürlich für eine schlechtere Konjunktur sprechen könnte. Doch die Wirkungen dieser Kennzahl ist dann doch nicht weitreichend genug.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Venezuelas Ölproduktion erfolgreich sanktioniert – doch der Markt bleibt neutral
  • Russland sieht den Öl-Zenit noch nicht erreicht
     

Venezuela wird sein Öl nicht los – vorerst

Sind hochoffiziell verhängte Sanktionen häufig ein politisches Mittel, das mehrere Monate braucht, bis es Effekte zeigt, sieht das im Falle Venezuelas ganz anders aus. Nach kaum einer Woche seit Verkündigung der US-Sanktionen sind die Auswirkungen deutlich.

Die Exporthäfen Venezuelas sind laut Beobachtern voll mit leeren Tankern, die kein Öl mehr laden können und nirgendwo hin auslaufen können. Immer mehr Arbeiter der Ölindustrie verweigern sich, da sie kein Geld mehr erhalten. Gleichzeitig fehlt es an Hilfsstoffimporten aus den USA, die dafür sorgen, dass sich Öl durch Pipelines pumpen lässt.

Damit haben die US-Sanktion genau den Effekt, den Washington wollte: Das autokratische Regime Maduros zementiert seine Macht auf den Einnahmen aus der staatlichen Ölproduktion. Da der Handel mit dem Großabnehmer USA eingefroren ist, ist diese Quelle vorerst versiegt.

Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass diese Maßnahmen die Abdankung Maduros und demokratische Neuwahlen im Land beschleunigen werden. Der Staatsführer zeigt sich zwar weiterhin stur, doch das ihm ergebene Militär scheint General um General zum Parlament überzulaufen. Allerdings darf nicht unterschätzt werden, dass der Staatsapparat über weit mehr als 2000 Generäle verfügt und Maduro schon in der Vergangenheit bewies, dass seine Sturheit ein Kalkül ist, dass er auszuspielen weiß.

Trotz dieser Gegenargumente ist für den Markt das Schicksal der alten Ordnung in Venezuela besiegelt. Doch warum lösen diese atemberaubend schnellen Effekte immer noch keine Preisrallye aus? Auch das lässt sich mit der Überzeugung des Marktes erklären:

Sobald der Machtwechsel kommt, sind die US-Sanktionen passé. Dann wäre das Land wieder schnell auf dem vorherigen Niveau von rund 1 Mio. B/T, das die Preisbildung seit über einem Jahr begleitet. Außerdem stehen mit China und Russland zwei gewichtige Verbündete an der Seite Maduros, die wohl Öl abnehmen würden, sollte sich der Machtwechsel nicht bestätigen. Und auch dann wären wir wieder beim bekannten Förderniveau.

Außerdem ist davon auszugehen, dass ein neues Venezuela seine neue Ölwirtschaft nach und nach ausbauen würde und so die eigenen Exportquoten anheben könnte. Es gibt also keinerlei Argumente, die dafür sprechen, dass die venezolanische Ölproduktion auf null fallen und so die Versorgungslage verknappen würde.

 

Russland holt sich Öl-Dollar von steuerlicher Seite

Russland muss sich angesichts der neuen Stärke der Ölnation USA etwas einfallen lassen, um sich auf dem zweiten Rang einzurichten. Der einstmals größte Ölproduzent der Erde soll nach Meldungen aus dem russischen Energieministerium am Scheitelpunkt stehen: Die Quantitäten seien beim aktuellen Stand der Technik und Finanzierung am Limit, in den kommenden Jahren könnten die Ausstöße sinken.

Widerspruch dagegen kam nun ausgerechnet aus dem Steuerdezernat: Hier sagte man, dass dies gerade nicht der Fall sei. Denn auf steuerlicher Seite gäbe es nun in Russland völlig neue Wege, Öl rentabel zu machen und damit auch das Niveau der Förderstätten zu optimieren.

Ab jetzt belegt Russland Öl mit gewinnbasierten Fördersteuern und senkt gleichzeitig die Zölle für Exporte.

Dieser Schritt, der auf den ersten Blick gegenläufig wirkt, ist wohl kalkuliert. Denn er richtet sich vorrangig an die von Moskau abhängigen Nachbarstaaten, die Öl aus Russland beziehen. Da die Exportzölle sinken, wird es für die Ölförderer attraktiver, den Rohstoff auf dem Nicht-russischen Markt anzubieten. Für die Abnehmer, die teilweise vielfältig mit Russland verflochten sind, wird der dringend benötigte Rohstoff aber aufgrund der Fördersteuer teurer.  Das zwingt sie zu Zugeständnissen an Moskau und stärkt die Position Russlands.

Für den Weltmarkt bedeutet diese Steuerreform vorerst wenig. Doch ist klar, dass sich Moskau nicht kampflos geschlagen geben wird, um sich innerhalb der OPEC und gegen die USA durchzusetzen. Sollte das Öl in der Erde nicht ausreichen, macht man den Rohstoff eben über finanzielle Kniffe attraktiv.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 69,08 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 68,76 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

Nico Bergau - Leiter Onlinehandel

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

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