Heizölpreise nähern sich dem Langzeittief

1. Dezember 2015,

Heizoelpreis sinkt 01-12-2015

Die Ölpreise sind gestern Abend in den Bereich ihrer Langzeittiefs gefallen. Das gilt zwar auch für den Eurokurs, der Heizölpreis wird heute dennoch um etwa einen Cent pro Liter Heizöl sinken und sich damit dem Tiefststand aus dem August weiter annähern.

Ölpreisentwicklung

Die Notierung für den europäischen Ölpreis-Index Brent liegt aktuell bei 44,85 US-Dollar pro Barrel. Der Ölpreis Brent ist damit noch etwas zwei US-Dollar von seinem Sechs-Jahres Tief aus dem August dieses Jahres entfernt.

Allerdings nur in US-Dollar betrachtet. Umgerechnet in Euro liegt der Ölpreis Brent bei ca. 42,50 Euro. Im August lag Brent unter 37 Euro. Der Unterschied erklärt sich durch den schwachen Euro. Dieser hat in den letzten Wochen über 10 Cent gegenüber dem US-Dollar verloren.

Ein noch günstigeres Bild ergibt sich bei der für den inländischen Heizölpreis entscheidenden Notierung von ICE Gasoil. Diese liegt aktuell bei 409 US-Dollar pro Tonne. Das ist der tiefste Stand seit über sechs Jahren!

In Euro umgerechnet sind es ca. 385 Euro pro Tonne. Das ist ungefähr der gleiche Stand wie im August dieses Jahres, als ICE Gasoil aber noch bei über 420 US Dollar pro Tonne notierte.

Für das weitere Abfallen der Ölpreise verantwortlich ist die überversorgte Marktlage, es wird mehr Öl gefördert als verbraucht. Trotz des am Freitag anstehenden OPEC Meetings, rechnet man am Ölmarkt nicht mit einer Reduzierung der OPEC Förderquote. Im Gegenteil, man erwartet eine Erhöhung. Diese wäre allerdings auch durch die Aufnahme von Indonesien in das Kartell begründet.

Zudem wurde jetzt bekannt, dass US Ölproduktion anscheinend langsamer sinkt bisher gedacht. Die offiziellen Zahlen zur US Ölproduktion der EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik innerhalb des US-amerikanischen Energieministeriums) zeigten eine höhere Fördermenge für den September, als die bisher am Markt bekannten Daten. Die EIA erhebt die tatsächlichen Produktionszahlen der US Unternehmen.

Die Zunahme der amerikanischen Ölförderung durch Fördermethoden wie Fracking gilt als Auslöser für den Sinkflug der Ölpreise. Daher betrachtet man einen signifikanten Rückgang der US Ölförderung auch als Voraussetzung für steigende Ölpreise. Besonders wenn andere Produzenten wie die OPEC und Russland die eigene Förderung weiter hoch halten.

Die US Ölbestände könnten die Ölpreise sogar noch weiter drücken. Durch die steigende Raffinerieauslastung nach Abschluss der saisonalen Wartungsarbeiten, aber auch aufgrund des anstehenden Jahreswechsels wird mit sinkenden Ölbeständen in den USA gerechnet.

Raffineriebetreiber haben aus steuerlicher Sicht einen Anreiz ihre Vorräte zum Jahreswechsel zu reduzieren, da hohe Bestände das Jahresergebnis und damit die Steuerlast erhöhen. Zeigen die US Ölbestandsdaten keine Abbauten oder sogar Aufbauten, könnte das die Ölpreise daher zusätzlich belasten.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs liegt aktuell bei 1,0597 US-Dollar. Gestern fiel der Euro Zeitweise auf den tiefsten Stand seit April. Die gegensätzlichen Erwartungen einer baldigen Zinswende in den USA einerseits und weiterer geldpolitischer Lockerungen in der Eurozone andererseits stärken den Dollar und schwächen den Euro.

Die Europäische Zentralbank dürfte am Donnerstag ihre Geldpolitik weiter lockern, um die aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation innerhalb der Eurozone zu bekämpfen. Abhängig von den Maßnahmen die ergriffen werden, wird der Eurokurs vermutlich weiter sinken.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis ist nicht mal mehr einen Cent vom Sechsjahres-Tiefststand aus dem August entfernt. Eine 3.000 Liter standard Heizöl-Lieferung kostet unter 53 Cent pro Liter Heizöl.

Dies ist ein günstiger Kaufzeitpunkt für Heizöl. Durch die anstehenden US Ölbestandsdaten, dem Zinsentscheid der EZB und dem OPEC Meeting am Freitag rechnet man mit viel Bewegung beim Ölpreis. Diese kann nach unten, aber durchaus auch nach oben erfolgen.

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