Ölpreise steigen kräftig an - Heizölpreise noch stabil

24. September 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise zum Wochenstart stabil 24.09.18

Das Treffen des OPEC-Kontrollgremiums vom Wochenende enttäuschte Erwartungen einer OPEC-Quotenanhebung. Die Ölpreise zogen wegen dieser Enttäuschung sichtbar an. Die zähen Brexitverhandlungen lassen zudem den Eurokurs fallen. Heizöl heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • JMMC-Treffen verläuft ohne marktwirksame Ergebnisse
  • Anschlag auf iranische Militärparade
  • Baker Hughes Report: Eine US-Förderplattform weniger
  • Devisenmarkt: Brexit-Probleme sorgen für Euro-Probleme
  • Nächste Runde der Strafzölle zwischen USA und China
  • Brent bei 80,34 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 695,75 US-Dollar
  • Euro fällt auf 1,1726 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 76,69 Euro / 100L

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC: Vorerst keine weitere Förderanhebung
Blockade von libyschem Ölfeld
DOE meldet Bestandsabnahmen und höhere US-Nachfrage
Flugzeugabschuss über Syrien: Spannungen zwischen Russland und Israel
Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
Verhältnis zwischen Iran und Saudi-Arabien verschlechtert sich
US-Absage an Indien für Ausnahme von US-Sanktionen
Iranische Ölexporte schon jetzt wegen US-Sanktionen rückläufig
EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres

Ölquellen-Erschließung in Afrika nimmt zu
Mexico und Venezuela wollen intensiv in die Ölindustrie investieren

Trump greift OPEC verbal an
US-Ölbohraktivitäten nehmen weiter zu
Erneute Strafzölle zwischen China und USA
Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

 

 

In der letzten Woche lagen 56% (1161 Stimmen) unserer abstimmenden Leser richtig, als sie auf einen sinkenden Heizölpreis setzten. Zum Wochenanfang (17.09.18) kostete der Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt noch 77,29 Cent. Bis zum Freitagabend sind die Preise dann bis auf 76,42 Cent gesunken.  

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 80,34 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 78,92 US-Dollar, der Schlusspreis für Freitag wurde bei 78,80 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 695,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 688,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 688,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 24.09.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Von einem ereignisarmen Wochenende konnte in dieser Woche wirklich nicht die Rede sein. Zahlreiche News hielten die Märkte in Atem – egal, ob auf dem Rohstoff- oder Devisenparkett. Zwar gab keine Neuigkeit den letztendlichen Ausschlag für eine eindeutige Preisentwicklung. Vielmehr verdeutlichte sich in der Kombination das preissteigernde Bild, welches wir nun schon seit Wochen sehen.

Der saudi-arabische Ölminister hat das JMMC-Treffen von OPEC-Mitgliedern in Algerien genutzt, um der Twitter-Meldung durch Trump eine Absage zu erteilen. Trump hatte zuvor per Nachrichtendienst die OPEC dazu aufgefordert, die Ölpreise zu senken (wir berichteten). Die OPEC sieht sich dazu aber wohl nicht in der Pflicht. So gab es auch vom Treffen selbst keinerlei Empfehlung zu weiteren Anhebungen der Förderquoten. Das hatten sich viele Marktbeobachter aber im Vorfeld erhofft. Dies erklärt wohl auch, warum Analysten inzwischen von Barrelpreisen um die 90 Dollar ausgehen – denn die Marktlage dürfte sich nicht verbessern.

Ein Separatistenanschlag auf eine iranische Militärparade hat am Wochenende die ohnehin instabile politische Lage in der Region noch weiter in die Krise gebracht. Die Separatisten sollen Verbindungen nach/zu Saudi-Arabien haben. Die iranische Regierung hatte dies auch schnell öffentlich verkündet und damit auch den Bündnispartner USA in die Verantwortung genommen.

Zudem ist seit heute Morgen die neue Runde amerikanischer Strafzölle auf chinesische Waren in Kraft, Baker Hughes hat eine Ölplattform weniger gezählt und die Brextitverhandlungen setzen den Euro unter Druck.

Diese Lagen summieren sich zu einer höchst ungünstigen Ausgangsposition für den inländischen Heizölpreis. Doch angesichts der Spannungen im Nahen Osten und weiterer Anzeichen für steigende Ölpreise kann es dennoch die beste Entscheidung sein, heute Morgen den Heizölkauf auf den Weg zu bringen. Denn der Markt kennt momentan keine Entspannung – und der Weg nach oben könnte damit noch steiler werden.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1726 US-Dollar, Freitag um die gleiche Zeit waren es 1,1775 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,1759 US-Dollar festgesetzt.

Die zähen Brexitverhandlungen haben zwar vor allem das britische Pfund belastet. Doch da der Eurokurs im Vorfeld des EU-Gipfels in Salzburg vor allem aufgrund der Hoffnungen, dass der Ausstiegs-Deal inzwischen halbwegs in trockenen Tüchern ist, angestiegen war, musste auch die Gemeinschaftswährung Einbußen hinnehmen. Die britische Premierministern May hatte in einer Ansprache bekräftigt, sie wolle an den ursprünglichen Bedingungen für den Ausstieg festhalten. Diese wurden von der EU aber sämtlich abgelehnt. Nun sind bereits Neuwahlen im Gespräch. So oder so dürften die Verhandlungen und die Bedrohung eines „No Deal-Brexits“ die Devisenmärkte in den nächsten Wochen weiter in Atem halten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • OPEC-Treffen in Algerien ohne verwertbare Ergebnisse
  • Anschlag in Iran verschlechtert das Verhältnis zu Saudi-Arabien und USA noch weiter
     

OPEC-Treffen in Algerien – Kein Bedarf für mehr Öl?

Das Treffen des Kontrollgremiums Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC) am Wochenende in Algerien hat eigentlich genau das getan, was es sollte: Es hat die Quotentreue der einzelnen Dealmitglieder besprochen und für August einen Wert von 129 Prozent festgehalten. Allerdings hatten sich Marktbeobachter zuvor von Gerüchten tragen lassen, nach denen das Treffen eine weitere Anhebung der Produktion um 0,5 Mio. B/T beschließen könnte.

Dazu hat es aber gar nicht die Befugnis. Außerdem gäbe es laut saudischem Ölminister bisher keinen Bedarf, die Kapazitätsreserven auszureizen. Allein Saudi-Arabien habe noch Raum für 1,5 Mio. Barrel Öl täglich mehr. Aber eine „Knappheit“ gäbe es nun einmal gerade nicht. Das sehen viele Beobachter zwar anders – allen voran Trump – aber das Ölkartell profitiert im Wesentlichen von den aktuell hohen Ölpreisen.

Da aber auch die OPEC davon ausgeht, dass die Nachfrage im Oktober noch einmal steigt, werde man spätestens dann leichte Anpassungen vornehmen um diese Nachfrage komplett abzudecken. Die beschlussfähige Vollversammlung der OPEC tritt am 3. Dezember in Wien zusammen. Dann wäre es durchaus möglich, dass neue Quotenanhebungen beschlossen werden.

Insgesamt zeigen die Erwartungen an das JMMC-Treffen und die anschließende enttäuschte Reaktion des Marktes eine Diskrepanz zwischen Produzenten und Abnehmern: Die Nachfrage wird höchst unterschiedlich bewertet.

Der Markt, der im Wesentlichen in Futures, also Optionen auf zukünftiges Öl, denkt, rechnet anders als Produzenten, die auch die aktuelle Produktion auf dem sogenannten Spotmarkt loswerden wollen. Aus Produzentensicht ist die Versorgungslage zwar tatsächlich knapper als vor den Kürzungen, aber von Lieferengpässen und damit einem drängenden Bedarf nach noch mehr Öl kann nicht die Rede sein. Der Markt rechnet allerdings in die Zukunft und geht immer noch von einer steigenden Nachfrageentwicklung aus.

Zugleich darf nicht vergessen werden: Trotz hoher Barrelpreise ist die Welt von Öl abhängig – und aus Mangel an wirklichen Alternativen zahlen die Käufer eben auch den Preis, den die OPEC-Produzenten momentan verlangen. Das freut die Bilanz der produzierenden Länder. Warum also vorzeitig etwas daran ändern?
 

Wer trägt die Verantwortung für den Anschlag in Iran?

Auf eine iranische Militärparade wurde am Wochenende ein Anschlag durch iranische Separatisten verübt. 25 Menschen starben. Die Separatisten sollen direkte Verbindungen nach Saudi-Arabien haben. Iran und Saudi-Arabien stehen sich seit Jahrzehnten immer wieder direkt oder indirekt in Konflikten gegenüber. Vorrangig geht es um einen religiösen Einfluss, tatsächlich aber auch um die wirtschaftliche Kontrolle in der Region. Saudi-Arabien ist zudem eng mit den USA verbandelt, weshalb die Appelle bzw. Schuldzuweisungen der Regierung in Teheran am Wochenende auch direkt gegen Washington gerichtet waren. Angesicht der angespannten Lage durch die US-Sanktionen gegen Iran dürfte dies das Verhältnis nur noch weiter verschlechtern.

Zwar hatte dieses Ereignis keinen direkten Einfluss auf den Ölpreis. Doch mit der Blockade libyscher Ölfelder, der angespannten Sicherheitslage in Irak, dem Abschuss eines Flugzeugs über Syrien und anderen immer wieder aufbrechenden Konflikten wird das Pulverfass Naher Osten nun auch durch diesen Fakt gefährlicher – und dies hat im Endeffekt immer Auswirkungen auf den Ölpreis.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 24.09.2018

  • Ifo-Geschäftsklimaindex, Deutschland
  • Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex, USA
  •  

Dienstag, 25.09.2018

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 26.09.2018

  • Nichtgeldpolitische Sitzung EZB, Eurozone
  • Fed Kommuniqué Geldpolitik, USA
  • FOMC-Pressekonferenz zu Geldpolitik, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 27.09.2018

  • OPEC Treffen, Österreich
  • Vertrauenswerte, Eurozone
  • Geschäftsklimaindex, Eurozone
  • Arbeitsmarktdaten, USA
  • BIP, USA

Freitag, 28.09.2018

  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 76,69 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 76,42 Cent.

Für den Heizölkauf gibt es momentan ein besonders schlagendes Argument: Die kalte Jahreszeit naht und Sie sollten Ihren Tank rechtzeitig auffüllen. Gleichzeitig ist es die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen. Denn leider stehen die Anzeichen auf weiteren Anstiegen. Der heutige Tag könnte also vorerst die beste Gelegenheit sein, den Heizölkauf auf den Weg zu bringen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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