Heizölpreise (noch) stabil - Ölpreise steigen sichtbar an

10. Dezember 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise zum Wochenstart stabil 10.12.18

Nach zähen Verhandlungen haben sich die Mitglieder des OPEC-Deals auf eine Förderkürzung um 1,2 Mio. B/t geeinigt. Auch Russland ist an Bord. Die Märkte zogen nach dem Bekanntwerden erst einmal kräftig an, der Trend flachte jedoch schnell ab. Heizöl heute genauso teuer wie Freitag.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • OPEC+: Förderkürzungen um 1,2 Mio. B/T
  • Baker Hughes: 10 aktive US-Ölplattform weniger
  • Devisenmarkt: Euro schafft Sprung über 1,14-Dollarmarke
  • Brent bei 61,92 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 577,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1426 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 72,45 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC+ beschließt Förderkürzungen um 1,2 Mio. B/T
Kanada kürzt Ölförderung
USA und China machen Pause im Handelsstreit – vorerst
Buzzard-Ölfeld in der Nordsee abgeschaltet
Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
Russland weitet Förderreserven aus
Sanktionen gegen Iran

Iranische Ölexporte auf 5-Jahrestief
EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 61,92 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 59,45 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 61,67 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 577,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 563,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 556,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 10.12.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Es hat gedauert und viel Gesprächsbedarf gegeben. Doch am Freitagnachmittag einigten sich die OPEC+-Staaten in Wien endlich auf einen gemeinsamen Nenner. Um die Überversorgung zu bekämpfen, wird die Produktion um 1,2 Mio. B/T gesenkt. Russland und andere Nicht-OPEC-Staaten im Deal sind mit 400.000 B/T an Bord, Saudi-Arabien will allein etwa 500.000 B/T vom Markt nehmen. Russland hat sich zu 130.000 B/T durchgerungen.

Der Markt reagierte auch prompt und schickte die Preise noch vor dem Wochenende auf Werte deutlich jenseits von 63 Dollar für Brent. Der Trend hat sich inzwischen aber nicht so deutlich fortgesetzt, da die Einigung trotz aller Querelen von Analysten angenommen wurde und der Kürzungswert dann doch etwas hinter den Maximalerwartungen von rund 1,4 Mio. B/T zurückbleibt. Auch dieser Wert reicht trotz allem nicht aus, um den momentan angenommenen Markt 2019 zu balancieren.

Der Eurokurs hat unterdessen die Kauflaune außerhalb der Dollarzone angeheizt, da sich die Gemeinschaftswährung im Fahrwasser enttäuschender US-Arbeitsmarktdaten sichtbar erholen konnte. Der Sprung über die 1,14-Dollarmarke scheint vorerst geglückt und stabil.

Dieses Mal reicht der Eurosprung sogar aus, um die Preisanstiege bei Rohöl auszugleichen. Heizöl kostet heute exakt so viel wie am Freitagnachmittag. Dieser Preis ist damit nicht mehr von Aufschlägen wegen zu geringer Rheinpegel befeuert, sondern ein reiner Marktmechanismus. Wir sind also wieder auf einem realistischen Preisniveau angekommen, das sich Kunden schnell zunutze machen sollten. Denn aktuell steht die Zeichen auf weiteren Preisanstiegen an den Rohölbörsen, während es zu Turbulenzen an den Devisenmärkten kommen könnte. Möglicherweise sichern Sie sich heute das beste Preisniveau der Woche.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1426 US-Dollar, Freitag um die gleiche Zeit waren es 1,1367 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,1371 US-Dollar festgesetzt.

In dieser Woche gibt es zahlreiche Wirtschaftsdaten von beiden Seiten des Atlantiks, die dem Kurs eine bestimmte Richtung geben könnten. Insbesondere wichtige Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und Deutschland werden kritisch beobachtet, da diese Indikatoren zuletzt eher pessimistisch waren.

Zusätzlich wird die morgige Brexit-Entscheidung in Großbritannien sicher auch einen Effekt haben. Am Morgen wurde laut Pressemeldungen bekannt, dass der Europäische Gerichtshof zugestimmt hat, dass Großbritannien die Brexit-Austrittserklärung zurücknehmen darf.

Ähnliche Effekte könnten auch die steigenden Spannungen zwischen den USA und China wegen der Inhaftierung von Meng Wanzhou, CFO des chinesischen Tech-Unternehmens Huawei auf Geheiß der USA.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Was bedeutet der neue OPEC+-Deal?
  • Überblick Handelswoche
     

Der OPEC+ Beschluss und seine Folgen

Um den am Freitag beschlossenen OPEC+-Deal richtig zu bewerten, hilft zunächst ein Blick auf die nackten Werte:

  • Gesamtkürzungsmenge: 1,2 Mio. B/T
  • Anteil OPEC: 800.000 B/T
  • Anteil Nicht-OPEC: 400.000 B/T
  • Laufzeit: Januar bis April 2019

Insbesondere die Laufzeit hat für Aufhorchen gesorgt. Andere Deals haben bisher wenigstens sechs Monate Bestand gehabt. Doch der April 2019 ist so etwas wie ein Stichmonat. Denn dann laufen die Ausnahmeregelungen der USA für bestimmte Länder im Bezug auf den Iran-Boykott aus. Außerdem sollen dann auch die geplanten Förderkürzungen in Kanada umgesetzt werden. Der April wird daher ungewöhnlicherweise zu einem neuen Treffen benutzt, in dem die OPEC die bisherige Entwicklung bewerten und das weitere Vorgehen festsetzen will.

Damit wird diese Laufzeit auch als grundsätzlich neue taktische Ausrichtung des Ölkartells interpretiert, das sich zuletzt wesentlich agiler und kurzfristiger handelnd zeigte als noch zu Beginn des Jahres.

Der Anteil der Nicht-OPEC-Länder ist mit 400.000 B/T zwar durchaus hoch, doch gerade der wichtige Partner Russland ist mit „nur“ 130.000 B/T an Bord. Diese Kürzungen werden auch erst sukzessive umgesetzt, wie Moskau bereits ankündigte. Damit behält Russland seinen Status als Zweifler am aktuellen OPEC-Fahrplan und treibt der Idee Saudi-Arabiens zu schnellen Preisanstiegen, wenn auch diplomatischer, weiterhin einen Keil dazwischen.

Gerade diese Wenns und Abers, die im Deal deutlich werden, haben dafür gesorgt, dass die Effektivität der Kürzungen weiterhin angezweifelt wird. Dies spiegelte sich direkt in der Ölpreisentwicklung wider.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 10.12.2018

  • Leistungsbilanz, Deutschland

Dienstag, 11.12.2018

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA
  • Umfrage Konjunkturerwartung, Deutschland & Eurozone
  • Abstimmung Brexit, Großbritannien

Mittwoch, 12.12.2018

  • Industrieproduktion, Eurozone
  • Rede Fed-Chef Powell, USA
  • Anhörung Powell, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 13.12.2018

  • Verbraucherpreisindex, Deutschland
  • EZB-Zinssatzentscheidung, Eurozone
  • Arbeitsmarktdaten, USA

Freitag, 14.12.2018

  • Einkaufsmanagerindex, Deutschland & Eurozone
  • Markit PMI, Deutschland & Eurozone
  • Markit PMI, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 72,45 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es anfänglich noch 71,92 Cent, zum Freitagnachmittag und übers Wochenende ebenfalls 72,45 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Nico Bergau - Leiter Onlinehandel

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

kontakt-heizoelnews@total.de

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