Heizölpreise: Sinkender Ölpreis und Euro gleichen sich aus

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Die Heizölpreise bewegen sich heute nur wenig. Die Ölpreise sind zwar weiter gesunken, allerdings wird dies durch Kursverluste des Euros ausgeglichen. Die amerikanische Notenbank Fed hat gestern den Leitzins erhöht und für 2017 ein höheres Tempo bei der Zinswende angedeutet.

Ölpreisentwicklung

Die Vereinbarung der OEPC mit anderen Produzenten wie Russland zur Reduzierung der Fördermengen gilt als weitgehend eingepreist. Zumindest bis sich zeigt, inwieweit die Maßnahmen umgesetzt werden und wie sich die Marktlage dadurch verknappt.

Zweifel an der Umsetzung verstärkte gestern der Irak mit einer Meldung, dass sich die Ölexporte des Landes im Januar signifikant erhöhen werden. Das widerspricht den angekündigten Förderkürzungen, allerdings sind Export nicht mit der Förderung gleichzusetzen.

Daneben wurden die Ölpreise durch weitere Faktoren belastet. Die aktuellen Monatsberichte der OPEC, IEA (Internationale Energieagentur) und EIA (US Energieministerium) belegen neue Rekordwerte für die Ölproduktion der OPEC im November.

Zudem hat sich die libysche Regierung mit Milizen und lokalen Volksstämmen auf die Wiederinbetriebnahme zweier wichtiger Ölpipelines geeinigt. Dadurch soll sich die Ölförderung des Landes im neuen Jahr fast verdoppeln.

Einzig die offiziellen amerikanischen Ölbestandsdaten gaben den Ölpreisen kurzfristig Auftrieb. Entgegen den Daten des API, die noch am Dienstag die Ölpreise sinken ließen, meldete das US Energieministerium sinkende Rohöl- und Produktvorräte.

Dies konnte die Ölpreise aber nur kurzfristig steigen lassen, da der Dollar nach der Zinsanhebung durch die amerikanischen Notenbank Fed zu anderen Währungen zulegte und damit das Kaufinteresse am Ölmarkt nachließ. Das in Dollar gehandelte Öl verteuert sich für Investoren außerhalb der USA, wenn der US-Dollar an Wert gewinnt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt derzeit bei 54,25 US-Dollar pro Barrel. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert bei 482,75 US-Dollar pro Tonne. Das zeigt, dass der Aufwärtstrend der Ölpreise in Folge des OPEC Abkommens in dieser Woche ein zumindest vorläufiges Ende gefunden hat.

Angesichts der neuen Rekordproduktion der OPEC im November relativieren sich die angekündigten Kürzungen. Wenn die Kürzung von täglich 1,2 Millionen Barrel mit der neuen Höhe der Gesamtproduktion des Kartells verrechnet wird, ergibt sich wieder ein leichter Überhang des Angebotes über die Nachfrage nach OPEC Öl.

Daneben wird entscheidend sein, ob die angekündigten Kürzungen auch zu 100 Prozent umgesetzt werden. Angesichts der wohl kommenden Produktionssteigerungen in Libyen und dem wahrscheinlichen Anstieg der Ölproduktion in den USA, ist dies durchaus unsicher. 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat nach der Zinserhöhung in den USA gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren. Aktuell ist ein Euro nur noch etwas mehr als 1,04 US-Dollar wert, der tiefste Stand seit 2003. Zum Vergleich, den höchsten Stand erreichte der Eurokurs im Jahr 2008 mit 1,60 US-Dollar. Nun nähert sich die Parität der beiden Währungen.

Nach fast einem Jahr hat die Fed ihre Zinswende fortgesetzt und den Leitzins ein zweites Mal (seit 2006) um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Schritt wurde so erwartet und galt als eingepreist. Dafür wurde aber angedeutet, dass im kommenden Jahr sogar drei Erhöhungen vorstellbar wären.

Das stärkte den Dollar gegenüber vielen anderen Währungen. Dieser Trend könnte sich Analysten zufolge in den kommenden Monaten noch verstärken. Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnte der Euro bis Ende 2017 auf 0,95 Dollar sinken.

Das in US-Dollar gehandelte Öl wird dadurch für die Eurozone im Einkauf tendenziell teurer.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise bewegen sich auch heute wenig, da sich sinkende Ölpreise und der nachgebende Eurokurs ausgleichen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 60 Cent pro Liter Heizöl.

Kurzfristig sind deutlichere Preisrückgänge zunehmend unwahrscheinlich. Die Ölpreise haben durch die angekündigte Reduzierung des Ölangebotes eine feste Tendenz. Dazu kommen jetzt auch noch die Verluste beim Euro. Im Moment spricht hier wenig für eine Erholung, Experten rechnen eher mit dem Gegenteil.

Daher raten wir unseren Kunden auch weiterhin zum baldigen Heizölkauf, wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähern sollte.  Die Heizölnachfrage ist relativ hoch und angesichts der anstehenden Feiertage werden kurzfristige Liefertermin zunehmend knapper.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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