Heizölpreise: Ölpreis steigt, Heizöl wird günstiger

15. Januar 2019, Peter Dudda

Heizölpreise sinken am Dienstag 15.01.19

Nach deutlichen Anstiegen des Ölpreises in der letzten Woche, bildet sich nun eine Preiskorrektur heraus. Eine Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela versetzt den Ölmarkt in eine abwartende Haltung. Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • US-Sanktionsausnahmen werden gestrichen  
  • Mögliche Sanktionsverschärfung gegen Venezuela
  • Heizölpreise günstiger
  • Brent bei 59,70 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 558,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1475 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 69,49 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar
Saudi-Arabien bestätigt Kürzungen der Ölexporte im Januar
Kürzungen der OPEC-Produktionen im Dezember und Januar
Ölförderung in Libyen deutlich gesunken
Ölförderung Venezuelas sinkt kontinuierlich

Leichter Rückgang der Raffinerieauslastung in den USA erwartet
Sanktionen gegen Iran
Handelsgespräche zwischen USA und China beendet

Russland hält vereinbarte Förderkürzungen nicht ein
Öl-Nachfrage sinkt im Januar
OPEC & EIA: Förderkürzungen werden Überangebot nicht nachhaltig begrenzen
OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt 2019
EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent lag heute Morgen bei 59,70 US-Dollar. Am Montag notierte der Kurs noch 59,71 US-Dollar. Brent schloss den gestrigen Tag bei 59,23 US-Dollar ab.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 558,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 560,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 568,50 US-Dollar.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Nachdem die Ölpreise in der letzten Handelswoche kräftig anzogen, startete diese Woche mit einer beginnenden Preiskorrektur. Zuletzt ließen die Öl-Überversorgung für den Jahresanfang 2019, die Förderkürzungen der OPEC und die Annäherung zwischen den USA und China den Ölpreis steigen. Diese Einflüsse ließen bereits gestern Vormittag nach.

Der Ölpreis gab gestern im Laufe des Vormittags deutlich nach. Das ist nicht nur eine korrigierende Reaktion auf den starken Preisanstieg in der letzten Woche, sondern auch auf den Einfluss der chinesischen Außenhandelsbilanz zurückzuführen. Diese zeigte eine stark rückläufige Aktivität der Importe und Exporte Chinas. Im Zuge der weiterhin ungeklärten Verhältnisse zwischen den USA und China drückt dieser Umstand den Ölpreis. Eine sinkende Nachfrage der Chinesen nach Öl tritt bei einer geringeren Außenhandelsaktivität ebenfalls preissenkend hinzu.

Nach den ersten Entwicklungen des Ölpreises geben Experten nun bereits erste Schätzungen über den weiteren Verlauf des Ölpreises über das Jahr 2019 hinweg ab. Die US Schieferölindustrie wird in diesem Jahr  danach einen wesentlichen Einfluss auf die Preisgestaltung von Öl haben. Im Jahr 2018 stieg die US-Ölproduktion stark an und sorgte für einen Preisverfall zum Jahresende. Bereits zum Beginn des Jahres zeigte sich dann die Gegenbewegung. Die USA geben den gewonnenen Einfluss auf den Ölmarkt jedoch auch 2019 nicht auf. Ist mit stark anziehenden Preisen zu rechnen, sorgt eine gesteigerte Ölproduktion in den USA für den Ausgleich.

Experten erwarten demnach eine ausgeglichene Situation am Ölmarkt für das Jahr 2019. Möglicherweise verbleibt der Ölpreis im Laufe des Jahres zwischen 45 und 65 Dollar. Aufgrund des Tauziehens zwischen der US-Ölproduktion und den OPEC-Kürzungen wird der Preis wahrscheinlich innerhalb dieser Spanne deutlich schwanken.

Heizölkäufer sollten also den Ölpreis im Blick behalten und leere Tanks dann auffüllen, wenn der Preis günstig ist bevor er wieder zu einer Steigerung innerhalb der Spanne neigt. Im Moment sinkt der Heizölpreis. Die Gelegenheit ist günstig. Füllen Sie Ihren Tank auf, bevor die Heizölpreise wieder anziehen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,475 US-Dollar, was einem leichten Plus von 0,06 % im Vergleich zum Montagmorgen entspricht. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1464 US-Dollar festgesetzt.

Nachdem der Eurokurs vor dem Wochenende einbrach, entwickelte sich gestern eine Gegenbewegung, die sich heute fortsetzt. Enttäuschende Konjunkturdaten zur US-Inflation ließen den Euro kurzzeitig absacken. Nachdem schon gestern wieder auf Erholungskurs war, verharrt er heute in einer abwartenden Haltung.

Der Devisenmarkt blickt gespannt auf das britische Pfund, denn heute Abend stimmt das britische Parlament über das Austrittsabkommen mit der Europäischen Union ab. Regierungschefin Theresa May handelte eine umstrittene Vereinbarung aus. Eine Mehrheit für diese Vereinbarung gilt als unwahrscheinlich. Die Folgen einer Ablehnung sind nicht vorhersehbar. Möglicherweise kommt es zu einer weiteren Abstimmung oder sogar zu einem erneuten Referendum über den Brexit. Die Folgen für den Eurokurs gilt es abzuwarten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Iran wird wieder strenger sanktioniert
  • Venezuela drohten US-Sanktionen

 

USA: Weitere Ausnahmen bei Iran-Sanktionen bleiben aus

Unsere regellmäßigen Leser erinnern sich bestimmt zurück: Bereits vor der Inkraftsetzung der bisher schärfsten Sanktionsstufe gegen den Iran Ende November des letzten Jahres, war der Einfluss auf die Ölmärkte groß. Um eine Neuverhandlung des Atomabkommens zwischen dem Iran, der USA und einzelner europäischer Länder voranzutreiben und den Iran unter Druck zu setzen, belegten die USA neben anderen Wirtschaftszweigen auch den Ölhandel des Iran mit Sanktionen. Damit ist die wichtigste Einnahmequelle des Landes erheblich beschnitten.

, Als Zugeständnis an wichtige US-Handelspartner erlaubte die USA nach dem Inkrafttreten der Sanktionen, überaschenderweise acht Ländern den Ölhandel mit dem Iran. Nun wurde bekannt, dass weitere Ausnahmen nicht in Aussicht stehen und auch eine Verlängerung der bestehenden Ausnahmen ab Ende April nicht geplant ist.  Die daraus folgende wirtschaftliche Isolation wird dem Iran schwer zu schaffen machen. Das erklärte Ziel der USA ist es, die Ölexporte des Iran bis auf Null zu senken.

Die Sanktionen haben starke Auswirkungen. Die Ölexporte des Iran gingen bereits um schätzungsweise 1 Mio. Barrel pro Tag zurück. Es ist schwierig genaue Zahlen zu ermitteln, da der Iran natürlich gegen die Sanktionen aufbegehrt und wahrscheinlich auch illegale Wege nutzt, um Öl zu exportieren. Daher ist auch der Einfluss dieser Situation auf den Ölpreis unklar. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen ein komplett erlegender iranischer Ölexport auf den Ölmarkt hat.
 

USA: Venezuela steht vor schärferen US-Sanktionen

Neben dem Iran steht auch Venezuela unter dem Einfluss von US-Sanktionen. Ziel dessen ist es, unter anderem die Korruption im Land einzudämmen. Da dieses Ziel bisher nur unzureichend erreicht wurde, beschlossen die USA eine Verschärfung der Sanktionen. Nachdem Präsident Maduro in sein nach den letzten, international heftig kritisierten Wahlen in sein Amt eingeführt wurde werden nun Maßnahmen gegen die Ölexporte des Landes geprüft. Mit der Einschränkung einer der wichtigsten Einnahmequellen Venezuelas sollen Reaktionen der venezolanischen Regierung erwirkt werden.

Öl, das aus Venezuela in die USA exportiert wird, droht damit eine starke Sanktionierung. Auch weitere Einschränkungen sind geplant, um den Druck zu erhöhen. Die USA scheut scheinbar nicht davor zurück, den Außenhandel Venezuelas stark zu beeinflussen. Harte Maßnahmen gegen die Finanzierung der Regierung sollen diese zur Gesprächsbereitschaft zwingen.

Maduro schloss mit seinem Neueintritt in das Präsidentenamt einen Rücktritt aus und provozierte damit eine Verschärfung der Sanktionen. Sollte die US-Drohung nicht ausreichen, um Verhandlungen einzuleiten, werden weitere Sanktionen den venezolanischen Ölhandel betreffen. Auch hier gilt es die Auswirkungen auf den Ölmarkt abzuwarten, denn welche Maßnahmen letztlich umgesetzt werden, ist derzeit nicht klar.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 69,49 Cent pro Liter Heizöl. Damit sank der Heizölpreis im Vergleich zum Montag deutlich. Gestern lag der Heizölpreis bei 70,49 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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