Heizölpreise sechs Prozent günstiger

Heizoelpreis sinkt 031116

Seit Montag sind die Heizöl Tagespreise um sechs Prozent gefallen. Gestern sorgte ein enormer Anstieg der US Rohölbestände für den anhaltenden Fall der Ölpreise. Das weitere Abwärtspotenzial gilt nun als begrenzt.

Ölpreisentwicklung

In den USA sind die Ölbestände so stark gestiegen, wie nie zuvor seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1982. Das ist zwar in erster Linie auf gestiegene Importe zurück zuführen, dennoch ein Faktor der die Ölpreise gestern noch einmal deutlich belastet hat.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent kostet heute Morgen 47,07 US-Dollar und das amerikanische WTI-Öl 45,47 US-Dollar pro Barrel. Die Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt aktuell bei 425 US-Dollar je Tonne. Die Ölpreise liegen damit auf dem Kurs vor der OPEC Ankündigung Ende September, die Fördermengen reduzieren zu wollen.

Es waren vor allem Spekulationen über die Produktionskürzung der OPEC, welche die Ölpreise auf über 50 US-Dollar pro Barrel anstiegen ließen. Nun wird wiederum spekuliert, dass eine wirksame Reduktion des Angebots am Ölmarkt nicht umgesetzt werden kann und die Preise fallen wieder.

Das ergebnislose OPEC Meeting vom Wochenende, die steigenden Ölproduktion in den USA, Russland und der OPEC zeigen auch, dass ein Abkommen nur sehr schwer umzusetzen sein wird und selbst ein Scheitern nicht mehr ausgeschlossen wird.

Die Ölproduktion der OPEC und Russlands befinden sich auf Rekordniveau. Entsprechend müssten nun mehr Mengen vom Markt genommen werden, damit das Abkommen überhaupt Wirkung entfalten kann.

Die amerikanische Ölförderung ist laut den offiziellen Daten des US Energieministerium das zweite Mal in Folge gestiegen. Das zeigt, dass die Förderung außerhalb des Kartells zunehmen wird, sobald die Ölpreise wieder steigen.

Auf der anderen Seite kann man davon ausgehen, dass sich der massive Verfall der Ölpreise nicht in dieser Form fortsetzen wird, da ein Abkommen immer noch möglich ist. Saudi-Arabien soll dem Irak zuletzt in strittigen Punkten entgegen gekommen sein.

Saudi-Arabien soll offenbar bereit sein, eine höhere Produktion des Iraks zu akzeptieren. Die Forderung des Iraks nach einer Sonderstellung bei der Reduzierung der Fördermengen war einer der Konfliktpunkte, der eine Einigung der Kartellmitglieder zuletzt scheitern ließ.

Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Meldung in den kommenden Tagen bestätigt und eine Produktionskürzung damit wieder wahrscheinlicher wird.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist weiter gestiegen. Ein Euro ist aktuell 1,11 US-Dollar wert. Damit hat der Euro innerhalb einer Woche über zwei Cent gegenüber dem Dollar zugelegt.

Seit der Kampf um das Präsidentenamt zwischen Donald Trump und Hillary Clinton Umfragen zufolge wieder enger geworden ist, verliert der Dollar an Wert. Clinton gilt für die Finanzwelt als berechenbarer. Analysten befürchten, dass ein Wahlerfolg Trumps die Chancen auf eine Zinserhöhung im Dezember stark verringern würde.

Dabei scheint selbst die Geldpolitik weniger Beachtung zu finden. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed gestern Abend wirkte sich kaum aus. Der Leitzins wurde zwar unverändert gelassen, eine Zinsanhebung nach der Wahl im Dezember ist aber immer noch wahrscheinlich.

Mittelfristig ist daher auch von einer wiederkehrenden Stärke des Dollars auszugehen. Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise sind seit Wochenbeginn um sechs Prozent gefallen. Für eine 3.000 Liter Standard Lieferung sind im bundesweiten Durchschnitt weniger als 53 Cent pro Liter Heizöl fällig.

Mit einer Fortsetzung dieser steilen Abwärtsdynamik ist vorerst nicht zu rechnen. Wir gehen davon aus, dass sich die Heizölpreise bis zum Wochenende auf diesem Niveau halten werden.

Damit bietet sich aktuell ein günstiger Kaufzeitpunkt. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert und man nicht auf einen negativen Ausgang der OPEC Verhandlungen spekulieren will. Dies beinhaltet immer noch ein hohes Maß an Risiko, da das Scheitern einen enormen Vertrauensverlust des Kartells nach sich ziehen würde und die Mitglieder daher bestrebt sein werden, Kompromisse zu finden.

Die Heizöl-Nachfrage ist inzwischen rückläufig, allerdings werden noch Heizöl-Bestellungen aus der ersten Hälfte des Oktobers abgearbeitet. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in einigen Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein neues heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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