Heizölpreise sinken fünften Tag in Folge

4. November 2016

Heizoelpreis sinkt 041116

Die Ölpreise bleiben unter Druck, das Angebot steigt und die Nachfrage ist schwach. Die Heizölpreise setzen den Trend dieser Woche fort und sinken den fünften Tag in Folge. Allerdings verliert die Abwärtsbewegung nun an Dynamik.

Ölpreisentwicklung

Die globale Ölproduktion steigt und gleichzeitig wächst die Nachfrage langsamer als bisher angenommen. Selbst in der Nordsee, einem der teuersten Fördergebiete, steigt die Ölproduktion. Mehr Angebot bei weniger Nachfrage führt zu sinkenden Preisen. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Aktuell wird ein Barrel des europäischen Nordseeöls Brent für 46,38 US-Dollar gehandelt ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird mit 423,50 US-Dollar je Tonne notiert. Die OPEC Ankündigung einer Angebotsreduzierung wurde in dieser Woche vollständig ausgepreist.

Das Angebot auf dem Ölmarkt bleibt enorm hoch. In der Folge wachsen die Zweifel, dass die OPEC eine wirkungsvolle Maßnahme zu Reduzierung der Ölproduktion umsetzen kann. Ländern wie Iran, Irak, Libyen und Nigeria beanspruchen Ausnahmeregelungen für sich.

Da die OPEC Produktion im Augenblick auf einem Rekordniveau liegt, müssten andere Kartellmitglieder signifikante Einschnitte hinnehmen, um das Angebot deutlich zu reduzieren. Die OPEC zeigt sich zwar zuversichtlich, dass ein Abkommen Ende November zustande kommt, der Markt jedoch weniger, was die aktuelle Ölpreisentwicklung eindrucksvoll zeigt.

Daneben steigt die Produktion auch in Russland, den USA und selbst in der Nordsee. Dort ist die Förderung besonders aufwendig und kostenintensiv, nicht zuletzt wegen strenger Umweltauflagen. Dennoch sollen die geplanten Schiffsverladungen im Dezember auf den höchsten Stand seit über vier Jahren liegen.

Hinzu kommt eine vergleichsweise schwache Entwicklung der Ölnachfrage. Durch die günstigen Ölpreise in der ersten Jahreshälfte und der hohen Nachfrage im Jahr 2015, ist die Bevorratung allgemein sehr hoch. Dadurch fallen der zusätzliche Bedarf und das sonst übliche saisonale Wachstum der Nachfrage nun geringer aus.

Die Ölpreise haben ein Niveau erreicht, bei dem ohne frische Impulse nach unten nicht mehr viel Spielraum bestehen dürfte. In der nächsten Woche könnte es jedoch eine Menge frischer Impulse geben. Neben den üblichen Bestandszahlen aus den USA stehen diverse Monatsberichte auf dem Plan. Diese enthalten unter anderem konkretere Daten zur Entwicklung der Ölproduktion und Nachfrage. 

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hält sich weiter bei 1,11 US-Dollar. Damit hat der Euro innerhalb einer Woche über zwei Cent gegenüber dem Dollar zugelegt. Dabei beeinflusst vor allem die Unsicherheit rund um die anstehende Präsidentschaftswahl den Dollarkurs, was sich entsprechend auf den Euro auswirkt.

Seit der Kampf um das Präsidentenamt zwischen Donald Trump und Hillary Clinton Umfragen zufolge wieder enger geworden ist, verliert der Dollar an Wert. Clinton wird von der Finanzwelt als berechenbarer eingeschätzt und daher bevorzugt. Trump dagegen gilt als unberechenbar und Unsicherheit ist Gift für die Börsen.

Sollte Trump das Rennen für sich entscheiden, wird mit einem Kapitalabfluss aus den USA gerechnet, was den Dollar belastet. Andersherum könnte ein Sieg Clintons den US-Dollar kurzfristig stärken.

Langfristig wird der Dollarkurs steigend ertwartet, wenn die US-Notenbank Fed die in 2015 begonnene Zinswende fortsetzt und den Leitzins im Dezember anhebt. Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise setzen auch heute den Abwärtstrend der Woche fort und fallen damit den fünften Tag in Folge. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 52,65 Euro pro 100 Liter Heizöl

Zum Ende der Woche verliert die Abwärtsbewegung an Dynamik. Wir gehen auch davon aus, dass die Heizölpreise in der nächsten Woche nicht nochmal im gleichen Umfang sinken können, wie in den vergangenen Tagen.

Damit bietet sich aktuell ein günstiger Kaufzeitpunkt. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert und nicht auf einen negativen Ausgang der OPEC Verhandlungen spekulieren will. Dies beinhaltet immer noch ein hohes Maß an Risiko, da das Scheitern einen enormen Vertrauensverlust des Kartells nach sich ziehen würde und die Mitglieder daher bestrebt sein werden, Kompromisse zu finden.

Die Heizöl-Nachfrage zieht angesichts des günstigeren Preisniveaus wieder an. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in einigen Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein neues heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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