Heizölpreise sinken leicht - außer im Süden

Heizoelpreis sinkt171016

Die Heizölpreise entwickeln sich momentan regional unterschiedlich. Durch Versorgungsprobleme kostet Heizöl im Süden Deutschlands etwa drei Cent pro Liter mehr als im Norden. Gleichzeitig bleibt die Heizöl-Nachfrage hoch, sodass kurzfristige Liefertermine immer knapper werden.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise haben etwas nachgegeben, behalten aber eine feste Tendenz. Dabei zeigt sich die 50-US Dollar Marke weiter als wichtige Grenze - sowohl nach oben, als auch nach unten. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Zum Wochenstart kostet das europäische Nordseeöl Brent 51,60 US-Dollar je Barrel. Das sind 30 Cent unter dem Schlusskurs vom Freitag. Im Moment sieht es eher danach aus, dass sich der Ölpreis Brent wieder aufwärts bewegt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt heute Morgen mit 461,25 US-Dollar je Tonne knapp vier Dollar unter dem Kurs vom Freitagabend. Auch hier spricht aktuell wenig für eine deutlichere Abwärtsbewegung.

Angesichts der angekündigten Fördermengenkürzung durch die OPEC bleibt das Abwärtspotenzial der Ölpreise grundsätzlich begrenzt. Zwar sind die globalen Ölbestände auf hohem Niveau und der Markt gilt weiter als überversorgt, dennoch ist es für Marktteilnehmer derzeit zu riskant, mit größeren Positionen auf fallende Preise zu spekulieren.

Andersherum bleibt auch das Aufwärtspotenzial begrenzt. Sobald das amerikanische WTI-Öl über 50 US-Dollar pro Barrel notiert, wird die amerikanische Ölförderung zunehmend rentabel. Amerikanische Ölproduzenten beginnen ihre künftige Förderung über Termingeschäfte zu vermarkten. Diese zusätzlichen Verkäufe erschweren einen weiteren Preisanstieg.

Daher ist es wahrscheinlich, dass die Ölpreise das aktuelle Niveau halten, sollte es bis zur OPEC Entscheidung Ende November keine marktbewegenden Ereignisse geben, die momentan noch nicht vorhersehbar sind.

Jeder Durchbruch in die eine oder andere Richtung würde sich aber vermutlich verstärken und zu einem Trend entwickeln. Hier sind sich auch die Analysten uneinig. Die Ölpreis-Prognosen für die kommenden Wochen schwanken zwischen 45 und 60 US-Dollar pro Barrel.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag 17.10.2016

  • Inflationsrate Eurozone
  • Rede EZB Präsident Mario Draghi

Dienstag 18.10.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • Inflationsrate USA

Mittwoch, 19.10.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE))
  • BIP China

Donnerstag, 20.10.2016

  • EZB Zinsentscheidung

Freitag, 21.10.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Euro ist erstmals seit Ende Juli unter 1,10 US-Dollar gesunken. Die in dieser Woche anstehenden Ereignisse sprechen auch nicht für eine Erholung des Eurokurses.

Die Inflationsdaten aus der Eurozone werden wohl auf eine anhaltend schwache Teuerung hinweisen. Dementsprechend wird vermutlich auch der EZB Zinsentscheid am Donnerstag nicht so ausfallen, dass der Eurokurs gestärkt wird.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein sinkender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung sinkt zum Wochenstart leicht auf 56,68 Euro pro 100 Liter. Heizöl kostet damit erstmals in diesem Jahr mehr als zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im Süden Deutschlands steigen die Heizölpreise dagegen weiter an. Ähnlich wie Anfang November 2015 führt das Niedrigwasser des Rheins zu Versorgungsproblemen. In mehreren südlich gelegenen Lägern wird Heizöl bereits knapp.

Die Binnenschiffer passen die Beladung der Schiffe an den Wasserstand an. Im Moment wird pro Schiff weniger Ware transportiert. Das treibt die Frachtkosten in die Höhe und führt zum Teil bereits zu Engpässen, da auch die Heizöl-Nachfrage auf hohem Niveau liegt. 

Während in Hamburg 55 Cent pro Liter Heizöl gezahlt werden müssen, sind es in Stuttgart knapp drei Cent mehr. Es bleibt abzuwarten, ob die für diese Woche angekündigten Regenfälle zu einer Entspannung der Situation führen können.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, sollten Sie so schnell wie möglich Heizöl kaufen. Die hohe Heizöl-Nachfrage führt zu steigenden Lieferzeiten. In immer mehr Regionen können kurzfristige Lieferungen nur noch telefonisch abgestimmt werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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