Heizölpreise sinken, Ölpreise ohne klare Richtung

Heizoelpreis sinkt 06-06-2016

Die Ölpreise stehen unter dem gegensätzlichen Einfluss der Ereignisse aus der letzten Woche. Die OPEC konnte sich nicht auf eine Obergrenze für die Ölproduktion einigen. Auf der anderen Seite stehen die sinkenden Ölbestände in den USA. Da der Euro deutliche Gewinne gegenüber dem US-Dollar verbuchte, werden die Heizölpreise heute dennoch sinken.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise liegen zum Beginn dieser Woche weiter in der Nähe von 50 US-Dollar je Barrel, die europäische Referenzsorte Brent leicht darüber und das amerikanische WTI-Öl darunter. Sowohl die Ereignisse aus der letzten Woche als auch aktuelle Meldungen haben Einflüsse in die entgegengesetzte Richtung, sodass sich die Ölpreise ohne klare Richtung nach oben und unten bewegen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell für 50,17 US-Dollar je Barrel gehandelt, etwa 50 Cent über dem Schlusskurs vom Freitag. Das amerikanische Pendant WTI liegt bei 49,19 US-Dollar je Barrel. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert zu Freitag weitgehend unverändert bei rund 445 US-Dollar je Tonne.

Am Freitagabend wurden die Ölpreise durch die steigende Anzahl aktiver Förderanlagen in den USA belastet. Der Baker Hughes Report zeigte erstmals seit fast drei Monaten eine Zunahme bei der Gesamtanzahl der aktiven US Ölbohranlagen.

Mit rund 50 US-Dollar liegen die Ölpreise auf dem höchsten Stand seit sieben Monaten. Fracking ist bei diesem Niveau zum Teil wieder rentabel geworden. Die amerikanischen Schieferölproduzenten hatten in den vergangenen zwei Jahren massiv ihre Kosten gesenkt und die Effizienz der Anlagen damit gesteigert. Dadurch ist die Förderung bereits bei niedrigeren Preisen als in der Vergangenheit wirtschaftlich.

Würde der Ölpreis weiterhin so rasant ansteigen wie in den letzten zwei Monaten, könnten weitere Anlagen in Betrieb genommen und deren Produktion langfristig vermarktet werden. Die US Ölproduktion würde dadurch wiederum weniger sinken als bisher erwartet. Insofern deckelt die US Ölindustrie aber auch das Aufwärtspotenzial der Ölpreise. 

Am heutigen Morgen legten die Ölpreise dann wieder zu. Ursächlich sind in erster Linie Meldungen aus Nigeria, nach denen am Freitag mehrere Anschläge auf Einrichtungen der Ölindustrie verübt wurden. Neben den Produktionsausfällen durch die Waldbrände in Kanada, gelten die Exportprobleme Nigerias als eine der Ursachen für die feste Entwicklung der Ölpreise in den letzten Monaten.

In dieser Woche richtet sich der Fokus der Händler neben den üblichen Bestandsdaten auf den aktuellen Monatsbericht des EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten).

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 06.06.2016

  • Rede US-Notenbank Chefin Janet Yellen

Dienstag, 07.06.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • BIP Eurozone
  • Monatsbericht EIA 

Mittwoch, 08.06.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)

Freitag, 10.06.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat fast zwei Cent gegenüber dem US-Dollar gewonnen. Aktuell ist ein Euro 1,135 US-Dollar wert. Grund waren die am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten aus den USA. Im Mai wurden statt der erwarteten 160.000 nur 38.000 neue Stellen geschaffen. Das ist der geringste Anstieg seit 2010.

Damit wird eine Zinserhöhung noch im Sommer wieder unwahrscheinlicher. Der Arbeitsmarkt gilt als ein wesentliches Kriterium für die Zinsentscheidungen der amerikanischen Notenbank Fed. Am heutigen Abend wird sich Notenbankchefin Janet Yellen zur US-Wirtschaft und zum geldpolitischen Kurs äußern. Nach den enttäuschenden Daten vom Freitag ein mit Spannung erwarteter Auftritt.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, vergünstigt ein steigender Eurokurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 52,30 Euro pro 100 Liter Heizöl. Wir erwarten, dass sich der Heizölpreis auch in dieser Woche oberhalb der 50 Cent pro Liter Heizöl hält. Im Moment spricht wenig für deutlich sinkende Ölpreise.

Unsere Empfehlung lautet: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten ob der Ölpreis die 50 Dollar Marke nachhaltig durchbricht und damit seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich, auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Es gilt nicht als sicher, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt bereits in diesem Jahr ausgleichen werden.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Falle, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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