Heizölpreise stabil: Weniger Nachfrage oder weniger Angebot am Ölmarkt?

20. August 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise zum Montag stabil 20.08.2018

Ohne echte News geht es auch in die neue Woche. Wiederum zeigt sich die Unsicherheit am Markt in Tagesschwankungen beim Ölpreis. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht den Wachstumszenit bei der Nachfrage teilweise überschritten. Dafür hat sich der Euro erholt. Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • IWF: 2019 wird sich die Nachfrageentwicklung deutlich verlangsamen
  • Baker Hughes: Keine Veränderungen bei US-Ölplattformen
  • Brent bei 71,69 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 644,75 US-Dollar
  • Euro steigt auf 1,1424 US-Dollar
  • Heizölpreis fällt auf 70,24 Euro / 100L

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
IEA-Prognose: Nachfrage dürfte weiter steigen
Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran
China investiert in Öl-Infrastruktur
Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten

Gesprächsbereitschaft im Handelskonflikt zwischen China und USA
China stellt Käufe von US-Öl ein
Mexico will intensiv in die Ölindustrie investieren

DOE-Bericht: Rohöl- und Destillatbestände steigen deutlich
Libyens Ölproduktion steigt wieder
OPEC korrigiert Nachfrageerwartungen nach unten
US-Ölindustrie mit weiteren Anstiegen der Bohranlagen
Spekulationen um neuerliche OPEC-Produktionsausweitung
Saudi-Arabien senkt Preise für September-Lieferungen
 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 71,69 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 71,39 US-Dollar, der Schlusspreis für Freitag wurde bei 71,83 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 644,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 643,00 US-Dollar, während der Schlusspreis am Freitag bei 646,75 US-Dollar festgehalten wurde.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 20.08.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Insbesondere im Wochenvergleich haben sich die Ölpreise deutlich nach unten bewegt. Der Preiseinbruch Mitte vergangener Woche aufgrund gestiegener US-Ölbestände und dem Einfuhrstopp Chinas auf amerikanisches Öl hatte zwar mehr als sichtbare Auswirkungen, doch seitdem ist es ruhig geblieben.

Es fehlt an weiteren richtungsweisenden – und vor allem harten – News, welche den Anlegern die Kaufentscheidungen erleichtern. So steht die alles  entscheidende Frage auch heute Morgen wieder deutlich im Raum: Wird die Nachfrage insbesondere durch den Handelskrieg sinken, oder wird sich das Angebot durch Sanktionen gegen Iran und politische Probleme sichtbar verknappen?

Eine eindeutige Antwort kann momentan darauf nicht gegeben werden, sodass sich der Markt an technischen Signalen orientiert. Deshalb schwanken die Preise im Tagesverlauf zwar deutlich, konsolidieren zum Handelsschluss aber meist auf dem vorherigen Niveau.

Diese Ruhephase sollten Heizölkäufer gerade dann ausnutzen, wenn auch der Eurokurs wie heute Morgen eine erfreuliche Entwicklung nimmt. Denn in der aktuell unsicheren Lage sind preissteigernde News und Fakten genauso schnell möglich wie preissenkende Faktoren.
 

Entwicklung Eurokurs

Mit einem Wert zum Tagesstart von 1,1424 US-Dollar hat sich der Euro heute Morgen im Vergleich zu Freitag sichtbar erholt. Da hatte die Gemeinschaftswährung den Handelstag mit 1,1376 US-Dollar begonnen. Der Referenzpreis der EZB für Freitag stand bei 1,1391 US-Dollar.

Die Erholungstour fußt auf mehreren Faktoren. Zum einen hat sich die türkische Lira zwar nicht erholt, aber wenigstens nicht signifikant weiter an Wert verloren. Zum anderen profitierte der Euro von einer etwas größeren Risikofreude der Anleger – und auch der Euro scheint momentan eher eine Risikoinvestition.

Letztlich schlägt aber auch am Devisenmarkt das „Unsicherheitsverhalten“ zu, gab und gibt es doch auch hier zum Wochenauftakt kaum richtungsweisende Neuigkeiten. So schwanken die Kurse hier ebenfalls deutlich im Tagesverlauf.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • IWF stellt Nachfrageabschwächung in Aussicht
  • Baker Hughes zählt gleiche Anzahl US-Ölplattformen
     

Internationaler Währungsfonds zeichnet eher düsteres Nachfragebild

An Prognosen, wie sich die globale Wirtschaft in absehbarer Zeit entwickeln könnte, mangelt es momentan ganz sicher nicht. Und weiter auseinandergehen könnten die Zahlenwerke kaum.

Vergangene Woche hatte etwa die International Energy Agency (IEA) noch ihre Erwartung für das Jahr 2019 um 0,1 Mio. B/T nach unten korrigiert, war aber grundsätzlich sehr optimistisch geblieben. Die amerikanische Energy Information Administration (EIA) ließ sich sogar zu noch besseren Voraussagen verleiten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nun eine andere Statistik parat. Danach wird sich insbesondere in Schwellenländern wie China 2019 eine deutliche Abschwächung bei der Nachfrageentwicklung ergeben. In anderen Nationen sei der Zenit bereits jetzt überschritten.

Entwicklungs- und auch Schwellenländer sind in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung noch stärker an Öl gekoppelt als hochindustrielle Nationen. Und der rasante Aufstieg Chinas zur Ölnachfrage-Nation Nummer 1 hat außerdem gezeigt, dass sich an diesen Ländern die gesamte wirtschaftliche Entwicklung auf den Rohstoffmärkten orientiert.

Insofern ist die Vorhersage des IWF nicht von der Hand zu weisen, zumal sich aufgrund des Handelsstreits mit den USA bereits jetzt die Auswirkungen zeigen, wenn Chinas Wirtschaft hakt. Gleichzeitig merkt das IWF-Papier an, dass die Ölproduktion der Nicht-OPEC Länder in den kommenden Monaten weit über den Wachstumswerten liegen könnte.

Folgt man den IWF, wäre also ein starker Preisverfall 2019 möglich. Nun ist aber diese Institution weder die einzige, noch die wortmächtigste Stimme im Ringen um verlässliche Zahlen. Starkes Gewicht haben auch Prognosen, die sich bereits mit Barrelpreisen um die 80 Dollar tragen.

Und die Anleger? Die wissen in diesem Konglomerat aus Wenn‘s und Vielleicht‘s längst nicht mehr, was sie glauben sollen. Entsprechend kurzfristig fallen auch alle Markthandlungen aus. Das kann für Heizölkäufer gut oder schlecht sein – oftmals sogar je nach Tageszeit.
 

Nichts Neues von Baker Hughes

869 aktive US-Ölplattformen in der vergangenen Berichtswoche, 869 Anlagen in dieser Woche: Die Gesamtzahl hat sich laut Baker Hughes Report nicht von ihrem 3,5 Jahreshoch wegbewegt.

Die amerikanische Förderung bleibt also weiterhin agil, auch wenn diese erneute Stagnation im Vergleich zu den vergangenen Monaten fast ungewöhnlich zu nennen ist. Daraus einen Indikator für irgendeine Entwicklung abzuleiten, wäre jedoch fahrlässige Spekulation.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 20.08. 2018

  • Rede Bundesbankpräsident, Deutschland

Dienstag, 21.08.2018

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 22.08.2018

  • Immobilienmarkt-Daten, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 23.08.2018

  • Einkaufsmanagerindex, Deutschland und Eurozone
  • Markit PMI, Deutschland und Eurozone
  • Markit PMI, USA
  • EZB – geldpolitische Sitzung

Freitag, 24.08.2018

  • BIP, Deutschland
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,24 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 70,37 Cent.

In diesem Morgenbericht klang es bereits an: Wenn Ihnen ein Preisniveau für Heizöl zusagt, sollten Sie sofort zuschlagen. Denn der Markt sorgt mit seiner Unsicherheit für teilweise erhebliche Schwankungen, die den Preis innerhalb kurzer Zeit ungünstig verändern.

Es ist sowieso die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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