Heizölpreise stabil - Ölpreise fallen leicht

22. Januar 2019, Peter Dudda

Heizölpreise am Dienstag stabil 22.01.19

Die Ölpreise bewegen sich wenig mit einer steigenden Tendenz. Während doch Ausnahmen bei den US-Sanktionen gegen den Iran möglich sein könnten, gibt die Ölsorte Brent Auskunft über die aktuelle Marktstimmung. Heizölpreis heute stabil.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Beibehaltung von Ausnahmen bei US-Sanktionen gegen den Iran doch möglich
  • Ölsorte Brent zeigt aktuelle Öl-Marktstimmung
  • IFW sieht negative Weltwirtschaftskonjunktur
  • Brent bei 62,30 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 573,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1353 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 69,35 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
 Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
 Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar
 Saudi-Arabien bestätigt Kürzungen der Ölexporte im Januar
 Mögliche Sanktionsverschärfung gegen Venezuela

Leichter Rückgang der Raffinerieauslastung in den USA erwartet
 Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China erwartet

 Möglicherweise doch Ausnahmen bei US-Sanktionen gegen den Iran
 Öl-Nachfrage sinkt im Januar
 OPEC & EIA: Förderkürzungen werden Überangebot nicht nachhaltig begrenzen
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt 2019
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Heute Morgen lag der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent bei 62,27 US-Dollar. Am Montag notierte der Kurs noch 62,75 US-Dollar. Brent schloss den gestrigen Handelstag bei 62,79 US-Dollar ab.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 576,00 US-Dollar. Am Montag lag der Preis ebenfalls bei 576,00 US-Dollar. Zum Handelsschluss waren es 574,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 22.01.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) am Freitagvormittag den Prognosen der Energy Information Administration (EIA) und der OPEC widersprach und statt von einer Öl-Überversorgung im Jahr 2019 ab dem Sommer von einem ausgeglichenen Markt ausgeht, stieg der Ölpreis vor dem Wochenende an. Auch am Montag setzte sich die steigende Tendenz fort, doch große Bewegungen blieben weitestgehend aus. Nachdem in der letzten Woche Annäherungen im Handelsstreit zwischen China und den USA und durch die OPEC angekündigte Förderkürzungen den Ölpreis wieder steigen ließen, scheint nun eine Korrektur zu folgen. Viele Händler wollen Gewinne mitnehmen und stehen unter Verkaufsdruck. Gestern hatte dieser Umstand kurzzeitig fallende Ölpreise zur Folge.

Trotz der Tendenz zu Gewinnmitnahmen  blieb es insgesamt ruhig an den globalen Ölmärkten. Verantwortlich zeichnet vor allem der US-Feiertag Martin Luther King Jr. Day. Die fehlende Dynamik bremste die Preissteigerung aus, sodass sich bis heute kaum Preisveränderungen ergeben haben.

Der Ölmarkt steht aktuell in abwartender Haltung. Zahlreiche Einflüsse entfalten ihre Auswirkungen auf den Ölmarkt erst mit der Zeit. So bleibt der Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China weiterhin offen. Auch mit den versprochenen Förderkürzungen durch Russland im Sinne der OPEC kann erst gerechnet werden, wenn sie tatsächlich stattfinden. Zurzeit hält sich Russland wohl noch nicht an die selbst auferlegten Quoten. Weitere Ausnahmeregelungen für die US-Sanktionen gegen den Iran gilt es ebenfalls abzuwarten und auch die Einigung über einen geregelten Brexit steht noch aus.

Heizölkäufer, die planen den Heizölkauf demnächst auszuführen, stehen mit der Nutzung des aktuellen Preisniveaus einer günstigen Gelegenheit gegenüber. Die anstehenden politischen Einflussfaktoren auf den Ölpreis können Preissteigerungen bei den Heizölpreisen zur Folge haben.

Langfristige Prognosen zu stellen, ist am Ölmarkt jedoch schwierig. Täglich können sich die Einflüsse auf den Ölpreis ändern. Nutzen Sie die im Vergleich zum Ende des letzten Jahres moderaten Preise, um Ihre Tanks zu füllen und sich so von allen weiteren Entwicklungen unabhängig zu machen. Behalten Sie dafür den Ölpreis im Auge. Mit unseren Heizöl-News bleiben Sie gut informiert.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,353 US-Dollar, was einem leichten Minus im Vergleich zum Montagmorgen entspricht. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1371 US-Dollar festgesetzt.

Beim Eurokurs finden zur Zeit kaum Bewegungen statt. Wenn er sich bewegt, dann fällt der Eurokurs in kleinen Schritten. Die pessimistische Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur globalen Konjunktur angesichts weltweiter Handelskonflikte und des ungewissen Ausgangs des Brexit, drückt den Europreis nach unten während der Dollar stärker wird. Das liegt vor allem daran, dass Anleger nach dieser negativen Einschätzung nun auf Sicherheit setzen und für ihre Investitionen risikoärmere Währungen wie japanische Yen oder US-amerikanische Dollar wählen. Ein starker Dollar, bei einem zeitgleich schwachen Euro, zieht einen steigenden Heizölpreis nach sich. Für Heizölkäufer lohnt es sich daher immer, den weiteren Kursverlauf der Währungen zu beobachten.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • US-Sanktionen gegen den Iran
  • Ölsorte Brent zeigt aktuelle Öl-Marktstimmung
     

USA: Iranische Ölexporte sollen gestoppt werden

Bereits in der letzten Woche sorgten die Sanktionen der USA gegen den Iran für Bewegung am Ölmarkt. Im November trat die schärfste Sanktionsstufe gegen den Iran in Kraft und schränkte die wichtigste Einnahmequelle des Landes – den Ölhandel – stark ein. Zweck dieser Maßnahmen ist es, Neuverhandlung des Atomabkommens zwischen dem Iran, der USA und einzelnen europäischen Ländern voranzutreiben und den Iran unter Druck zu setzen.

Als Zugeständnisse für wichtige Handelspartner der USA, wurden Ausnahmen eingeräumt, nach denen ausgewählte Länder weiterhin Ölhandel mit dem Iran betreiben durften. In der letzten Woche wurde bekannt, dass auch diese Ausnahmen gestrichen werden sollen.

Die Folge dessen wäre ein verknapptes Ölangebot am globalen Ölmarkt. Kommt der iranische Ölhandel ab Mai komplett zum Erliegen, hat das preistreibende Auswirkungen auf den Ölpreis. Fallen die Ausnahmen für die Sanktionen gegen den Iran weg, wird der Ölpreis wahrscheinlich starke Aufwärtsreaktionen zeigen.

Allerdings wurden bereits erste Stimmen laut, nach denen nicht alle Ausnahmen aufgehoben werden sollen. Zwar plant die USA, den Ölexport des Iran auf Null herunterzufahren, doch dabei können wichtige Handelspartner der USA nicht ignoriert werden. Um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhalten und gute Beziehungen nicht zu gefährden, könnten die USA einige Ausnahmen weiterhin bestehen lassen. Die Entscheidungen stehen hier noch aus. Die endgültige Entscheidung für oder gegen die Ausnahmen wird wahrscheinlich erst in den nächsten Monaten bekannt werden.
 

Ölsorte Brent lässt Versorgungsknappheit erwarten

Die abwartende Haltung des Ölmarktes verlockt dazu, einen weitreichenden Blick in die Zukunft zu werfen und mögliche Entwicklungen des Ölpreises abzuschätzen. Die Rohölsorte Brent liefert Möglichkeiten, die Stimmung am Markt und die Erwartungen der Händler einzuschätzen. Der sogenannte „Time Spread“ zeigt an, wie die aktuelle Versorgungslage aussieht und wie sie sich entwickeln könnte. Denn zwischen Öllieferungen mit kurzer und langer Laufzeit liegen oft Preisunterschiede, die viel Aufschluss über die Marktlage geben.

Sind die Lieferungen mit kurzer Laufzeit günstiger als jene mit einer längeren Lieferzeit, ist der Markt bei normaler oder niedriger Nachfrage gut oder überversorgt. Tritt die umgekehrte Lage ein, liegt wahrscheinlich eine Unterversorgung mit hoher Nachfrage vor oder dieser Zustand wird erwartet.

Am 24.12.2018 hatte ein Barrel der Sorte Brent mit der Lieferung im Februar 1,41 Dollar weniger als für den Lieferzeitpunkt im August gekostet. Hier war die Versorgungslage entspannt und unbedenklich. Zum Jahresbeginn drehte sich der Wind. Gestern war die Lieferung im März 0,13 Dollar teurer als die Lieferung im September.

Der Preisunterschied ist nicht groß, doch die Tendenz zeigt, dass die Händler am Ölmarkt in diesem Jahr mit einer Versorgungsknappheit zu rechnen scheinen. Darum zahlt der Ölkäufer für eine zeitnahe Lieferung weniger, als für eine spätere, zu deren Zeitpunkt das Öl bereits knapp sein könnte.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 69,35 Cent pro Liter Heizöl. Damit sank der Heizölpreis im Vergleich zum Dienstag deutlich. Gestern lag der Heizölpreis bei 69,49 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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