Heizölpreise stabil – Warten auf OPEC-Gipfel

4. Dezember 2018, Peter Dudda

Heizölpreise am Dienstag stabil 04.12.18

Zum Wochenbeginn dominierten vor allem preistreibende Meldungen die Ölmärkte. In der Folge zogen die Ölpreise kräftig an. Die Heizölpreise steigen indes nur verhalten mit. Wichtigster Grund: Ein stärkerer Euro.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • OPEC-Einigung wahrscheinlich
  • Ölmärkte im preissteigernden Umfeld
  • Brent bei 62,37 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 586,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1380 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 75,36 Euro / 100L
     

​Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 OPEC-Kürzungen wahrscheinlich
Kanada kürzt Ölförderung
 Russland kann sich schrittweise Kürzung vorstellen
 Buzzard-Ölfeld in der Nordsee abgeschaltet
 Saudi-Arabien kürzt Exporte
 Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

 IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
 USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus
 Sanktionen gegen Iran

 Iranische Ölexporte auf 5-Jahrestief
 Saudi-Arabiens Rohölförderung auf Rekordhoch
 EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
 Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Dienstagmorgen 62,37 nur minimal stärker als noch am Montagmorgen (62,14 US-Dollar). Die kräftige Kurssteigerung zum Wochenbeginn wird vor allem mit dem Blick auf den Vergleichswert von Freitagmorgen deutlich. Da lag der Kurs noch bei 59,65 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde gestern bei 61,69 US-Dollar festgesetzt.

Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, konnte etwas zulegen und stand am Morgen bei 586,25 US-DollarDer Vergleichswert am Montag lag bei 580,00 US-Dollar, der Schlusspreis wurde gestern bei 577,75 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 04.12.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die Handelswoche startete gestern mit mehreren preistreibenden Meldungen. Die OPEC, Russland und Kanada gaben Produktionskürzungen, zumindest wenigstens ihre Bereitschaft dazu bekannt. Zusätzlich stützte die Meldung, dass die iranischen Ölexporte auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren sind. Die Krönung ergab sich wohl aus der wichtigsten Nachricht vom G20-Gipfel, welcher am vergangenen Wochenende im argentinischen Buenos Aires stattfand: Die USA und China, seit mehreren Monaten in einem sich immer weiter zuspitzenden Handelskonflikt, wollen sich künftig wieder annähern und die Gespräche wieder aufnehmen.

In der Folge wurde der nunmehr seit knapp zwei Monaten anhaltende Abwärtstrend bei der Ölpreisentwicklung aufgehalten. Schließlich zogen die Kurse gestern, besonders im morgendlichen Handel, deutlich an. Zum späten Handel sorgten Gewinnmitnahmen für ein Innehalten der Kursanstiege. Als Ergebnis sieht man in unserem heutigen Tagesvergleich kaum Kursveränderungen zu den Notierungen von Montagmorgen.

 

Entwicklung Eurokurs

Leichte Aufwärtsbewegungen auch bei der Gemeinschaftswährung. Der Euro kostete heute Morgen 1,11380 US-Dollar, gestern waren es um die gleiche Zeit noch 1,1363 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Montagnachmittag bei 1,1332 US-Dollar festgesetzt.

Die Annäherung zwischen den USA und China hallt nach und stützt weiter die großen Währungen außerhalb der USA. Zumindest in den nächsten 90 Tagen verzichtet die USA auf weitere Straffzölle gegen China. China wird im Gegenzug die Einfuhren von US-Waren ausweiten. Das globale Wirtschaftswachstum könnte davon produzieren, zumindest gibt es vorerst keine neuen Hemmnisse für die internationalen Warenflüsse.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik
 

Neuer OPEC-Deal in Sicht?

Als wohl wichtigstes Ereignis aus Sicht der Ölmärkte gilt das an diesem Donnerstag stattfindende OPEC-Meeting. Eine Einigung auf weitere Produktionskürzungen scheint wahrscheinlich, ob das Kartell die für 2019 erwartete Überversorgung aufheben kann ist die derzeit wohl wichtigste Frage. Um allein die Überversorgung im Januar 2019 zu begrenzen, müssten die OPEC und ihre Partner, vor allem Russland, die Produktion um mehr als 3 Millionen Barrel pro Tag begrenzen. Das scheint allerdings mehr als unwahrscheinlich. Vielmehr könnte eine Einigung nach Analysteneinschätzungen im Bereich zwischen 1,0 und 1,3 Millionen Barrel erfolgen. Das entspräche zumindest in etwa der für 2019 prognostizierten durchschnittlichen Überversorgung.

Unterstützend flankiert wird das Vorgehen der OPEC indes durch eine OECD-Nation. Kanada gab gestern bekannt, die eigenen Bestände deutlich senken zu wollen. Dafür soll die eigene Produktion gedrosselt werden und zwar um täglich 300.000 Barrel. Die Maßnahme könnte bis zum April oder Mai anhalten. Als Grund für die Kürzungen räumt Kanada zu hohe Bestände aufgrund von Transportschwierigkeiten ein. Erst die Eröffnung einer sich derzeit noch im Bau befindlichen Pipeline kann Entlastung bringen, vor Ende des nächsten Jahres wird die Fertigstellung des Projekts nicht stattfinden.

Am Donnerstag kann wohl mit harten Verhandlungen gerechnet werden. Vor allem die kleineren Mitglieder der OPEC zeigen sich unzufrieden. Das Emirat Katar hat die OPEC gestern sogar verlassen. Offizieller Grund sei ein Wechsel der wirtschaftlichen Prioritäten hin zur Gasproduktion. Auch Libyen und Nigeria, deren Ölförderleistungen sich in diesem Jahr deutlich erholt haben, werden sich in ihrem Wachstum nicht bremsen lassen wollen. Auch das Gebaren der Saudis und Russland im vergangenen Sommer ist vielen OPEC-Mitgliedern auf die Füße gefallen. Saudi Arabien und Russland hatten damals die Produktion eigenmächtig ausgeweitet, die kleineren Mitglieder selbst waren nicht so schnell in der Lage, die eigene Produktion schnell hochzufahren und konnten damit nur wenig von der damals herrschenden  knappen Marktsituation profitieren. Letztlich kann ein neuer Deal nur einstimmig beschlossen werden. Die Großen, vor allem Saudi Arabien, Russland und der Irak, werden um Zugeständnisse definitiv nicht herum kommen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 75,36 Cent pro Liter Heizöl. Am Montagvormittag waren es noch 76,17 Cent, Montagnachmittag zwischenzeitlich nur 74,99 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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