Ölpreise stehen Druck

5. Oktober 2015

Heizoelpreis gefallen 05-10-2015

Der Druck auf die Ölpreise bleibt hoch. Saudi Arabien hat die Verkaufspreise für November gesenkt. Dazu kommt eine gesteigerte Ölförderung in Russland. Wir rechnen heute mit einem sinkenden Preis für Heizöl.

Ölpreisentwicklung

Der Ölpreis stand am Freitag unter gegensätzlichen Einflüssen. Bis zum frühen Nachmittag stieg der Verkaufsdruck. Hurrikan Joaquin wurde heruntergestuft und ausgepreist. Der Sturm dreht weiter nach Osten aufs offene Meer ab und wird voraussichtlich keine allzu starke Auswirkungen auf die Verladung und Produktion von Öl haben.

Dazu kamen Meldungen, Russland hätte seine Ölförderung gesteigert und enttäuschende Zahlen vom US Arbeitsmarkt. Der am Nachmittag veröffentlichte Baker Hughes Bericht konnte den Abwärtstrend etwas auffangen, da erneut eine Rückgang der aktiven US Ölbohranlagen verzeichnet wurde.

Die Anzahl der in den USA aktiven Ölbohranlagen hat damit den niedrigsten Stand seit 2010 erreicht. Es deutet erneut daraufhin, dass der dauerhaft niedrige Preis weiter zur Abschaltung vieler Anlagen führe.

Analysten gehen davon aus, dass die US Ölförderung auch weiterhin abnehmen werde. Der nun vermerkte Rückgang sei stärker, als man zuvor angenommen habe. Insbesondere der Preis für amerikanisches WTI Öl zog in der Folge an und stützte damit auch die Preise an der europäischen Warenterminbörse ICE. Am Ende des Tages gingen die Ölpreise relativ ausgeglichen aus dem Handel.

Damit startet der Ölpreis auf dem Niveau vom Freitagmorgen in die neue Woche. Der europäische Ölpreis-Index Brent liegt bei 48,34 US Dollar je Barrel und ICE Gasoil wird heute Morgen bei 464,25 US Dollar je Tonne notiert.

Für den Verlauf dieser Woche wird mit einem Auf und Ab der Ölpreise gerechnet. Gründe dafür seien unteranderem die gesenkten Verkaufspreise von Saudi Arabien.

Saudi Arabien hatte seine Preise für November-Lieferungen zum Teil sehr stark reduziert. Vor allem an den für das Land wichtigsten Märkten in Asien und den USA. Damit gehe der Preiskampf innerhalb der OPEC in eine neue Runde.

Dies könnte eine mögliche Reaktion auf die Produktionssteigerung Russlands sein. Russlands Produktionszahlen zeigten einen Anstieg auf ein Niveau, dass es seit der Sowjetunion nicht mehr gegeben habe. Damit festige das Land seine Position als größter Ölproduzent.

Dies zusammen mit der Ankündigung steigender Ölexporte könnten weitere Faktoren für die teilweise starken Preissenkungen Saudi Arabiens sein. Im Ganzen zeigt es, dass der Fokus weiterhin auf der Sicherung von Marktanteilen liege und nicht auf der Anhebung des Preisniveaus.

Für die Ölpreisentwicklung einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 06.10.2015

  • Arbeitsmarkt Index USA
  • Handelsbilanz USA
  • US-Ölbestandsdaten des Amercian Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 07.10.2015

  • US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE

Donnerstag, 08.10.2015

  • Handelsbilanz Deutschland

Freitag, 02.10.2015

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Für die nächste Zeit rechne man also überwiegend mit einem Preisdruck an der Öl Börse. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich der Verdrängungskampf der OPEC auswirken wird. Weitere für die Ölpreisentwicklung wichtige Faktoren bleiben die mögliche Aufhebung des US Rohölexportverbots und die konjunkturelle Entwicklung in China und den Entwicklungsländern.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs startet mit 1.1247 US Dollar in die neue Woche und pendelt sich damit wieder über der 1,12 Marke ein. Die enttäuschenden US Konjunkturdaten hatten den Dollar letzte Woche Freitag geschwächt.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 55,92 Euro pro 100 Liter. Heizöl ist damit im Vergleich zum Vortag etwas günstiger.

In den letzten Wochen hat die Nachfrage nach Heizöl stark zugenommen. Dadurch kann es regional zu längeren Lieferzeiten kommen.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung und lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise informieren. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.