Heizölpreise ziehen an

3. Januar 2019, Peter Dudda

Heizölpreise steigen am Donnerstag 03.01.19

Die OPEC könnte entgegen der Erwartungen die Ölproduktion bereits im Dezember drastisch reduziert haben. Vor allem Saudi Arabien soll die Förderung stark zurückgefahren haben. Davon und von einer Rallye an den US-Aktienmärkten befeuert, zogen die Ölpreise gestern wieder an. Heizöl teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Bloomberg: OPEC-Förderkürzungen stärker als erwartet
  • Internationale Energieagentur: Trendbestimmung schwierig
  • Libyen: Wetterturbulenzen beschränken Ölexport
  • Russland: Ölförderung in 2018 auf Rekordhoch
  • Brent bei 54,35 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 507,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1377 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 65,92 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 OPEC-Kürzungen höher als erwartet
Libysche Ölexporte beschränkt
 Saudi-Arabien kürzt Öl-Exporte vorrangig gen USA
 Auch Kanada kürzt die Ölförderung
 USA und China machen Pause im Handelsstreit – vorerst
 Abschaltung des größten libyschen Ölfelds

 DOE-Daten neutral
 China nimmt US-Ölimporte wieder auf
 Sanktionen gegen Iran

  Russland hält vereinbarte Förderkürzungen nicht ein
 EIA Monatsbericht: US-Ölproduktion legt im Dezember und Januar deutlich zu
 OPEC & EIA: Förderkürzungen werden Überangebot nicht nachhaltig begrenzen
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt 2019
 EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Donnerstagmorgen bei 54,35 US-Dollar. Gestern Morgen waren es noch 53,14 US-Dollar. Der Vortagsschlusspreis wurde am Mittwochabend bei 54,91 US-Dollar festgelegt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen mit 507,50 US-Dollar ebenfalls im Plus. Am Mittwochmorgen lag der Kurs noch bei 497,00 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde gestern Abend noch bei 517,00 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 03.01.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die aktuelle Preisentwicklung im Überblick

Trotz der Verdichtung eines OPEC-Sondertreffens noch vor dem April ging es gestern anfänglich noch weiter bergab mit den Ölpreisen. Als in den USA die Aktienmärkte geöffnet wurden und sich zeitgleich eine kleine Rallye einstellte, wurden davon auch die internationalen Ölnotierungen beflügelt. Die Nachrichten über libysche Exportprobleme und die starke Förderkürzung der OPEC im Dezember, gaben den Kursen bis in den Abend hinein weiteren Aufschub. Alle relevanten Kurse gingen im deutlichen Plus aus dem Handel, wie an den morgendlichen Notierungen zu sehen, haben sich allerdings bereits wieder erste Abschläge eingestellt.  

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro nur noch 1,1377 US-Dollar. Am Mittwochmorgen waren es mit 1,1479 US-Dollar noch ein Cent mehr. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Mittwochnachmittag bei 1,1397 US-Dollar festgesetzt.

Der Euro gab seine Neujahrs-Gewinne vor allem aufgrund enttäuschender Stimmungsdaten der Wirtschaft aus dem europäischem Währungsraum ab. So ist vor allem die Stimmung der Industrie zum fünften mal in Folge gefallen und hat damit den tiefsten Stand seit drei Jahren erreicht.  

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • OPEC-Kürzungen im Dezember bewegen Ölpreise
  • Russlands Ölförderung im vergangenen Jahr auf Rekordhoch
  • Libyens Ölexporte durch Schlechtwetter auf Eis gelegt
  • Internationale Energieagentur: Das macht eine Trendbestimmung zurzeit schwierig
     

OPEC-Ölförderung stark gesunken

Der Nachrichtendienst Bloomberg meldete gestern die Nachricht des Tages – zumindest aus Sicht der Ölmärkte. So sei die tägliche Ölproduktion der OPEC im Dezember um mehr als eine halbe Million Barrel gesunken. Vor allem Saudi Arabien zeichnet wohl dafür verantwortlich, da allein hier täglich 420.000 Barrel Öl weniger aus den Förderhähnen geflossen sein sollen. Nach saudischen Regierungsvertretern soll die Förderung im Januar auf insgesamt 10,2 Millionen Barrel absinken. Das hätte eine nochmalige Kürzung um weitere 450.000 Barrel pro Tag zur Folge. Sollten die von Bloomberg gemeldeten Zahlen tatsächlich Bestand haben, würde die OPEC-Gesamtproduktion im Januar bei „nur noch“ 32,5 Millionen Barrel pro Tag liegen. Damit wäre das Anfang Dezember ausgerufene Kürzungsziel bereits erreicht – und das trotz der Nichteinhaltung der russischen Quoten.


Russlands Rekordjahr

Russland und Saudi Arabien stellen in dem seit Ende 2016 bestehenden OPEC-Förderkürzungsdeal die förderstärksten Nationen. Insbesondere im ersten Halbjahr 2018 sorgte die OPEC mit ihren Förderquoten für eine stete Reduzierung des globalen Ölangebots. Russland hatte mit einer Reduktion von 300.000 Barrel den Löwenanteil an den Kürzungen zu tragen – gänzlich aus freien Stücken. Zur Mitte des Jahres drehten die beiden Großen die Förderhähne angesichts der drohenden Unterversorgung und zu hoher Ölpreise, vor allem aufgrund der  US-Sanktionen gegen den Iran, wieder kräftig auf.

Wie aktuelle Zahlen des russischen Energieministerium nun bestätigen, konnte Russland trotz der anfänglichen Kürzungen in 2018 seine Ölproduktion auf ein Rekordniveau steigern. So lag die tägliche Ölproduktion bei etwa 11,16 Millionen Barrel, das entspricht einer Steigerung von immerhin 1,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017. Im aktuell laufenden Deal trägt Russland offiziell eine Kürzungslast von knapp 230.000 Barrel pro Tag. Wie jedoch zum Jahreswechsel bekannt wurde, werden diese Werte zumindest im Januar nicht annähernd erreicht.

 

Libyen stoppt Exporte, Ölförderung könnte eingeschränkt werden

Nach Angaben der staatlichen libyschen National Oil Cooperation (NOC) mussten zwei wichtige Ölhäfen wetterbedingt geschlossen werden. In der Folge sind große Teile der libyschen Ölexporte damit ausgesetzt. Da auch die Lagerkapazitäten beschränkt sind, wurden zudem erste Produktionsdrosselungen umgesetzt. Neben dem Wetter setzen der NOC aktuell auch Sicherheitsprobleme zu. So kommt es Medienberichten zufolge am größten libyschen Ölfeld, dem Sharara-Ölfeld, seit Wochen zu Auseinandersetzungen mit streikenden Arbeitern und Aufständischen. Das Ölfeld gilt sogar als besetzt. Die NOC spricht dabei von einer ernsthaften Gefahr für die libysche Ölförderung und damit für den wichtigsten Wirtschaftszweig Libyens. Ein Maßnahmenplan zur Steigerung der Sicherheit des Ölfeldes und der Angestellten soll nun Abhilfe schaffen.


IEA: Ölmarktprognosen weiter schwierig

Folgt man den Aussagen des Chef der Oil-Division der Internationalen Energieagentur (IEA) Neil Atkinson, könnte es ein turbulentes Öljahr 2019 werden. So werde es noch schwieriger als im Vorjahr sein, Marktdynamiken vorherzusagen. Kompliziert werde der Markt nach Atkinson aufgrund einer Vielzahl von Unsicherheiten, die uns auch schon im alten Jahr begleiteten. So sei es weiter fraglich wie sich die Maßnahmen der OPEC auf das zur Zeit als zu hoch angesehene Ölangebot auswirken werden. Auch die Iran-Sanktionspolitik der USA könnte ein wichtiger Faktor in diesem Jahr werden. Immerhin profitieren noch acht Staaten von einer Ausnahmereglung und dürfen weiter iranisches Öl importieren. Eine Gefahr sieht Atkinson weiter in der undurchsichtigen Entwicklung in Venezuela und Libyen. Vor allem Venezuelas Ölproduktion ist seit Jahren rückläufig, die Infrastruktur stark angeschlagen.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 65,92 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 64,51 Cent. Wir empfehlen unseren Kunden sich trotz der aktuellen Preissteigerungen heute für den Heizölkauf zu entscheiden. Auch wenn der Preis im Vergleich zum Vortag etwas gestiegen ist, handelt es sich angesichts der Marktunsicherheiten immer noch um ein akzeptables Preisniveau.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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