Heizölpreise steigen zum Wochenanfang

3. Dezember 2018, Peter Dudda

Heizölpreise steigen zum Wochenstart 03.12.18

Rallye an den Ölmärkten zum Wochenstart: Kanada kürzt die Ölproduktion, die USA und China nähern sich nach dem G20 wieder etwas an und Russland ist bereit die Ölförderung in Zusammenarbeit mit der OPEC wieder zu beschränken. Die Heizölpreise machen ebenfalls einen Satz nach oben.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Kanada kürzt Produktion um über 300.000 Barrel pro Tag
  • Iranische Ölexporte auf 5-Jahrestief
  • US-Förderung auf Rekordhoch
  • Ölpreis steigt um 5% - Heizölpreise ziehen mit
  • Brent bei 62,14 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 580,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1363 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 76,17 Euro / 100L
     

​Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Kanada kürzt Ölförderung
Russland kann sich schrittweise Kürzung vorstellen
 Buzzard-Ölfeld in der Nordsee abgeschaltet
 Saudi-Arabien kürzt Exporte
 OPEC bringt Förderkürzungen ins Spiel
 Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

 IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
 USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus
 Sanktionen gegen Iran

 Iranische Ölexporte auf 5-Jahrestief
Saudi-Arabiens Rohölförderung auf Rekordhoch
 EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
 Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte zum Wochenstart mit 62,14 US-Dollar wesentlich stärker als noch zur Vorwoche. Der Vergleichswert von Freitagmorgen lag noch bei 59,65 US-Dollar, der Schlusspreis vor dem Wochenende wurde bei 59,46 US-Dollar festgesetzt.

Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, konnte kräftig zulegen und stand am Morgen bei 580,00 US-DollarDer Vergleichswert am Freitag lag bei 560,25 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 550,75 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 03.12.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Im Börsenjargon gibt es für die Ölpreisentwicklung zur neuen Woche ein sehr bezeichnenden Begriff: Rallye. Mit der Öffnung der Handelsplätze in Fernost zogen die Ölpreise in der vergangenen Nacht drastisch an. Am Freitag gaben die Preise dem Trend der Vortage folgend noch nach. Vor allem die Uneinigkeit innerhalb der OPEC über die Produktionsstrategie im nächsten Jahr sorgte für Unsicherheit unter den Marktteilnehmern.

Heute Morgen stehen nun vor allem preistreibende Meldungen und Effekte im Interesse. So meldet Kanada überraschend die eigene Ölförderung um täglich über 300.000 Barrel kürzen zu wollen. Weiterhin stützt die Annäherung zwischen China und den USA in Sachen Handelskonflikt die Kurse. Die Meldungen, dass sich die iranischen Ölexporte mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren befinden und Russland zudem seine Ölförderung in Zusammenarbeit mit Saudi Arabien und der OPEC kürzen will, tun ihr übriges.

Sollte es beim OPEC-Gipfel zum Ende der Woche zu einer einhelligen Einigung über mögliche Förderbeschränkungen des Kartells kommen, könnte diese Woche weiter im Zeichen steigender Ölpreise stehen. Heizölverbraucher mit sinkenden Tankfüllständen sollten sich der Gefahr steigender Preise bewusst sein und sich mit dem baldigen Heizölkauf von allen Risiken unabhängig machen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Handelsauftakt in der neuen Woche kostete der Euro 1,1363 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung ist damit weiter als stabil zu bezeichnen, denn am Freitag waren es um die gleiche Zeit 1,1379 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Freitagnachmittag bei 1,1359 US-Dollar festgesetzt.

Der US-Dollar gerät nach der Annäherung zwischen China und den USA etwas unter Druck. Die Börsen in Asien und Europa erhielten durch die gegenseitige Gesprächsbereitschaft der beiden größten Volkswirtschaften der Welt Auftrieb, auch an den Finanzmärkten setzt sich zur neuen Woche Optimismus durch – der sichere Hafen Dollar ist daher weniger gefragt. Ob es allerdings tatsächlich zu einer gütlichen Einigung im Handelsstreit kommt bleibt abzuwarten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Kanada meldet Produktionskürzungen
  • Mehr aktive US-Bohranlagen – Ölförderung auf Rekordhoch
  • Iranische Exporte deutlich gesunken
     

Kanada fährt Ölförderung zurück

Die Ölläger sind voll und die Transportkapazitäten reichen nicht aus. Als Konsequenz fährt Kanada die eigene Ölproduktion kräftig zurück, um genau zu sein um 325.000 Barrel pro Tag. Die Maßnahme beginnt am 01. Januar und soll solange anhalten, bis die Lagerbestände um 35 Millionen Barrel gesunken sind. Doch auch danach soll die Drosselung fortgesetzt werden, allerdings dann nur noch zu einem Drittel des anstehenden Kürzungsumfangs. Die volle Förderleistung soll erst mit der Inbetriebnahme der neuen Enbridge-Pipeline erfolgen. Das sollte voraussichtlich Ende 2019 geschehen.
 

887 aktive US-Ölbohranlagen – US-Förderung auf Rekordniveau

Die Erschließung von neuen Ölquellen läuft in den USA weiter auf Hochtouren. Mit 887 aktiven Öl-Bohranlagen ist die Erschließungstätigkeit so hoch wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen gibt Marktbeobachtern seit jeher Auskunft über die Investitionsentwicklung im US-Ölmarkt. Beachtlich ist die Langzeitwirkung des Indikators: Von der Erschließung einer Ölquelle bis zur tatsächlichen Förderung vergehen etwa 6 bis 9 Monate, erst dann kann das Öl den Märkten auch zur Verfügung gestellt werden.

Das die zunehmende Erschließungstätigkeit des laufenden Jahres Früchte trägt zeigt ein Blick auf die Daten zur aktuellen Ölförderung der USA. Ausgehend von den wöchentlichen US-Bestandsberichten des Department of Energy (DOE) der vergangenen drei Wochen, liegt die Ölförderung den Hochrechnungen nach im November im Schnitt bei täglich 11,7 Millionen Barrel. Im August lag die tägliche Förderung noch bei 11,35 Millionen Barrel, im September bereits bei 11,48 Millionen Barrel.


Iranische Ölexporte auf 5-Jahrestief

Die US-Sanktionen gegen den Iran zeigen nachweislich ihre Wirkung. Der Iran findet seine Öl-Abnehmer vor allem in Asien. Außer Indien haben die meisten großen Abnehmer, vor allem China, Südkorea und Japan, ihre Importe in den vergangenen Monaten entweder eingestellt oder zumindest drastisch reduziert. Im Dezember könnten die Exporte wieder zunehmen, da neben den o.g. vier Ländern noch 4 weitere Staaten von einer Ausnahmeregelung der US-Regierung profitieren. Danach darf der Iran an acht Staaten weiter Öl ausführen, ohne dass die betreffenden acht Länder fürchten müssen, dafür in einen Konflikt mit den USA zu kommen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 76,17 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 74,50 Cent, übers Wochenende noch 74,33 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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