Ölpreise steigen – Die globale Nachfrage (möglicherweise) auch

19. Februar 2018, Nicola Bergau

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Die Trendwende nach den Verlusten der Vorwoche setzt sich heute Morgen fort. Die Ölpreise steigen leicht, wohl aufgrund neuer Prognosen für eine steigende Nachfrage im Jahresverlauf. Das Handelsinteresse ist wegen eines Feiertags in den USA gering. Der Euro hat etwas verloren, Heizöl heute teurer.

Ölpreisentwicklung

Die erdrutschartigen Kursverluste der wichtigen Ölnotierungen zu Beginn der Vorwoche sind wohl vorerst Geschichte. Die zur Mitte vergangener Woche begonnene Trendwende nach der Erholung der Aktienmärkte und den US-Ölbestandsdaten hat sich über das Wochenende gerettet. Allerdings ist das Handelsaufkommen aufgrund eines Bankenfeiertags in den USA heute auch unter Normalniveau.

Dennoch hatte der Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen am Freitag nicht einmal ansatzweise die Auswirkungen, welche er in der Vorwoche nach sich zog. In dieser Woche sind zwar ebenfalls wieder Anlagen dazu gekommen, doch bei Weitem nicht so viele, wie es in der Vorwoche der Fall war.

Außerdem schien der Markt am Freitag lieber auf neue Prognosen zu achten, die erneut eine steigende globale Nachfrage für 2018 festhalten. Diese Analysen stützen sich auf die Wirtschafts- und Wachstumsaussichten, die immer mehr Länder momentan veröffentlichen und in recht rosigen Farben malen.

Der Euro ist in einem sehr impulsarmen Umfeld wieder unter die 1,25 Dollarmarke gefallen, sodass Heizöl heute teurer wird.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 65,30 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 64,58 US-Dollar, der Schlusspreis für Freitag wurde bei 65,02 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 574,25 [WE1] US-Dollar. Der Vergleichswert zum Freitagsstart lag bei 565,00 US-Dollar, während der Schlusspreis vor dem Wochenende 570,25  [WE2] US-Dollar betrug.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

Baker Hughes Report vermeldet mehr Anlagen – steigende Nachfrage erwartet

Nachdem der wöchentlichen Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver Ölbohranlagen in den USA in der vergangenen Woche mit einer Zunahme von 26 Anlagen für sehr nervöses Aufhorchen an den Börsen gesorgt hatte, ging es in dieser Woche relativ ruhig zu.

26 Anlagen mehr hatten ein Dreijahreshoch markiert und damit auch in einer nackten Zahl den möglichen Beginn der US-Ölflut untermauert. In dieser Berichtswoche nun sind „nur“ sieben Anlagen dazu gekommen und haben den Stand somit auf 798 Plattformen hochkorrigiert.

Es mag zum Teil an den extremen Werten der Vorwoche liegen, dass diese Zunahme dieses Mal kaum einen mindernden Effekt auf die Ölpreise hatte. Zudem ist der Markt schon lange darauf eingestellt, dass sich die USA auf dem Ölmarkt in diesem Jahr sehr breitflächig positionieren wollen.

Ein anderer Grund für die verhaltenen Reaktionen könnte sein, dass sich immer mehr Analysten darauf einigen, dass die weltweite Nachfrage steigt. Das hinge, so Experten, vor allem an den Wachstumsaussichten, die von vielen Ländern für 2018 sehr positiv bewertet würden.

Die Frage ist nur, ob es diese Nachfragezunahme schafft, das (drohende) Überangebot am Markt auszugleichen. Hier darf man durchaus skeptisch bleiben, denn eine erwartete Steigerung der Nachfrage ist noch lange nicht so sehr in trockenen Tüchern wie die Tatsache, dass vor allem aus den USA in etwa sechs bis neun Monaten eine wahre Schwemme an Öl kommen könnte – solange dauert es, eine angebohrte Anlage in den laufenden Betrieb zu bringen.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 19.02.18

  • Treffen der Eurogruppe

Dienstag, 20.02.18

  • EcoFin-Treffen, Eurozone
  • Erzeugerpreisindex, Deutschland
  • Verbrauchervertrauen, Eurozone

Mittwoch, 21.02.2018

  • Nichtgeldpolitische Sitzung EZB
  • Einkaufmanagerindex, Eurozone
  • Markit PMI, Eurozone
  • Markit PMI, USA
  • FOMC Protokoll, USA
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Donnerstag, 22.02.2018

  • Rede FOMC-Mitglied Kashkari, USA
  • Fed-Rede, USA
  • Ifo-Geschäftsklimaindex, USA
  • Zusammenfassung geldpolitische Sitzung EZB
  • EIA Rohöl Lagerbestand, USA
  • Arbeitsmarktdaten, USA

Freitag, 23.02.2018

  • BIP, Deutschland
  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • Fed-Bericht zur Geldpolitik, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Euro konnte seine Kursgewinne und die Notierungen auf Dreijahreshoch nicht über das Wochenende retten. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung bei 1,2401 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis für Freitag auf 1,2464 US-Dollar fest, nachdem der Tagesstart am Freitag noch bei deutlich über 1,25 US-Dollar lag.

Es fehlt momentan wohl schlicht an Impulsen, vor allem weil in den USA ein Banken-Feiertag dafür sorgt, dass die relevanten Handelsplätze heute geschlossen bleiben. Allerdings dürfte der Devisenmarkt nach diesem Start im Hinblick auf die zahlreichen Termine in dieser Woche durchaus noch an Fahrt aufnehmen. In welche Richtung es dabei geht, muss wie immer eine Vermutung bleiben.

Heizölpreisentwicklung

Die sichtbare Trendwende lässt sich heute Morgen auch an den Heizölpreisen ablesen: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 60,19 Cent pro[WE3]  Liter Heizöl. Am Freitag waren es 58,68 Cent[WE4] .

Wenn Sie heute Morgen den Heizölkauf auslösen, sichern Sie sich möglicherweise das beste Preisniveau der Woche. Denn die Stimmung an den Märkten orientiert sich momentan in Richtung Preissteigerung. Auch wenn dies natürlich noch lange nicht heißt, dass dies auch so geschieht, sind die Märkte intensiv von Stimmungen und Schwarmverhalten geprägt. Mit Ihrem heutigen Heizölkauf machen Sie sich vollkommen unabhängig von allen Entwicklungen und Stimmungen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.