Heizölpreise: Tiefpunkt schon erreicht?

7. November 2016

Heizoelpreis sinkt 071116

Die Heizölpreise geben heute Morgen erneut leicht nach. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Abwärtsdynamik der letzten Woche nicht fortsetzt. Die Ölpreise steigen aktuell leicht an und der Euro verliert gegenüber dem US-Dollar.

Ölpreisentwicklung

In den letzten zwei Woche sind die Ölpreise um über zehn Prozent eingebrochen. Verglichen mit dem Jahreshoch vor vier Wochen sogar um über 15 Prozent. Die OPEC Ankündigung einer Reduzierung des Ölangebotes ist damit vollständig ausgepreist worden.

Da ein OPEC Abkommen am Ende des Monats weiterhin möglich ist, gilt das weitere Abwärtspotenzial nun als begrenzt. In dieser Woche stehen mit der US Präsidentschaftswahl, diversen Monatsberichten und den amerikanischen Ölbestandsdaten eine Menge Ereignisse an, die frische Impulse liefern könnten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Zum Wochenstart kostet ein Barrel des europäischen Nordseeöls Brent für 46,07 US-Dollar. Am Freitag erreicht der Ölpreis Brent mit 48,58 US-Dollar pro Barrel den tiefsten Stand seit zwei Monaten. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird mit 420 US-Dollar je Tonne notiert.

Das Angebot auf dem Ölmarkt bleibt hoch und soll immer noch über der Nachfrage liegen. Während die Ölnachfrage weniger wächst als angenommen, liegt der Produktion vieler Länder über dem was bisher erwartet wurde. Die Ölproduktion der OPEC und Russlands soll im Oktober ein neues Allzeithoch erreicht haben. Auch in den USA wurden die Produktionszahlen zuletzt nach oben korrigiert. 

In dieser Woche werden aktuelle Monatsberichte veröffentlicht, die ein genaueres Bild der Lage am Ölmarkt beinhalten. Den Anfang macht morgen die Statistikabteilung des amerikanischen Energieministeriums (EIA). Am Donnerstag folgt der Monatsreport der Internationalen Energieagentur (IEA) und am Freitag dann der OPEC-Bericht.

Darüber hinaus wird in den USA am Dienstag der neue Präsident gewählt. Auswirkungen werden insbesondere am Finanzmarkt erwartet, aber der Wahlausgang könnte auch die Ölpreise bewegen.

Während Hillary Clinton möglicherweise Subventionen für die US Ölindustrie kürzen wird, rechnet man bei Donald Trump eher mit einer Förderung der Sparte um die Energieunabhängigkeit der USA auszubauen. Ein Sieg Clintons würde die Ölpreise daher eher stützen, ein Sieg Trumps wiederum eher belasten.

Die OPEC hat unterdessen verkündet, dass man sich zumindest auf die Datenbasis zur Messung der Produktionsmengen geeinigt hätte. Dies war einer der strittigen Punkte auf dem ergebnislos geendeten OPEC Treffen vor zwei Wochen. Die Ölpreise sind in der Folge regelrecht eingebrochen.

Der zweite strittige Punkt war, welche Länder des Kartells sich in welcher Form an einer Kürzung der Fördermengen beteiligen. Länder wie Libyen, Nigeria, Iran und Irak beanspruchen Ausnahmeregelungen für sich. Insbesondere im Falle des Iraks und Irans, immerhin der zweit- und drittgrößte Produzent der OPEC, stießen diese Forderungen auf erheblichen Widerstand der anderen Mitgliedsländer.

In der Folge wuchsen die Zweifel, dass die OPEC eine wirkungsvolle Maßnahme zu Reduzierung der Ölproduktion überhaupt umsetzen kann. Da die OPEC Produktion im Augenblick auf einem Rekordniveau liegt, müssten andere Kartellmitglieder signifikante Einschnitte hinnehmen, um das Angebot deutlich zu reduzieren. 

Die OPEC zeigt sich dennoch weiterhin zuversichtlich, dass ein Abkommen Ende November zustande kommt. Meldungen die ein Abkommen unwahrscheinlicher werden lassen, werden die Ölpreise belasten. Alles was hingegen auf eine Einigung hindeutet, wird die Preise bis zum Treffen Ende November stützen.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 08.11.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • EIA Monatsbericht
  • Präsidentenwahl USA

Mittwoch, 09.11.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)

Donnerstag, 10.11.2016

  • IEA Monatsbericht

Freitag, 11.11.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • OPEC Monatsbericht

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat etwa einen halben Cent gegenüber Dollar verloren. Ein Euro ist aktuell 1,105 US-Dollar wert. Der Devisenmarkt wird durch die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA maßgeblich beeinflusst.

Als in den letzten Wochen ein künftiger Präsident Trump wahrscheinlicher wurde, verzeichnete der Dollarkurs deutliche Verluste. Die Entlastung Hillary Clintons in der E-Mail-Affäre durch das FBI gab dem US-Dollar nun wieder Auftrieb.

Clinton wird von der Finanzwelt als berechenbarer eingeschätzt und daher bevorzugt. Trump dagegen gilt als unberechenbar und Unsicherheit ist Gift für die Börsen. Sollte Trump das Rennen für sich entscheiden, wird mit einem Kapitalabfluss aus den USA gerechnet, was den Dollar belastet. Andersherum könnte ein Sieg Clintons den US-Dollar kurzfristig stärken.

Langfristig wird der Dollarkurs steigend ertwartet, wenn die US-Notenbank Fed die in 2015 begonnene Zinswende fortsetzt und den Leitzins im Dezember anhebt. Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise starten mit geringen Nachlässen in die neue Woche. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 52,48 Euro pro 100 Liter Heizöl. Damit ist der Liter Heizöl im Wochenvergleich etwa 3,5 Cent und im Vorjahresvergleich sogar fast 6 Cent günstiger. 

Die Abwärtsbewegung der Heizölpreise verliert jedoch an Schwung. Der Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA könnte morgen wieder für mehr Bewegung sorgen. Wahrscheinlicher soll ein Sieg Clintons sein. Dieser würde vermutlich den Dollar und die Ölpreise stärken, also eher zu steigenden Heizölpreisen führen.

Die anstehenden Monatsberichte und auch die US Ölbestandsdaten haben dagegen eher belastendes Potenzial für die Ölpreise. Insgesamt ist damit im Wochenverlauf mit größeren Preisschwankungen zu rechnen.

Aktuell bietet sich weiter ein günstiger Kaufzeitpunkt. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Wer auf einen negativen Ausgang der OPEC Verhandlungen spekuliert, geht ein hohes Risiko ein. Ein Scheitern würde einen enormen Vertrauensverlust des Kartells nach sich ziehen. Daher werden die Mitglieder bestrebt sein Kompromisse zu finden.

Die Heizöl-Nachfrage zieht angesichts des günstigeren Preisniveaus wieder an. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in einigen Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich. Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein neues heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen.

Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.