Heizölpreise Trend – Kaufen oder warten?

Heizoelpreis steigt 260516

Die Heizölpreise erreichen momentan fast täglich ein neues Jahreshoch und folgen damit der Ölpreisentwicklung. Der Börsenkurs für das europäische Nordseeöl Brent hat heute Morgen erstmals seit November die 50 US-Dollar Marke überschritten. Im Moment spricht recht wenig dafür, dass sich der Aufwärtstrend umkehrt.

Ölpreisentwicklung

Die Überversorgung am Ölmarkt ist in diesem Monat vermutlich nach seriösen Einschätzungen nicht mehr vorhanden. Vor allem die anhaltenden Produktionsausfälle in Kanada und Nigeria reduzieren das Angebot deutlich. Die Folge sind steigende Ölpreise.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt heute Morgen bei  452 US-Dollar je Tonne. Zum Vergleich, die Gasoil-Notierung lag Anfang April noch bei 314 US-Dollar, ein Anstieg von mehr als 30 Prozent innerhalb von nicht einmal zwei Monaten.

Im Moment werden die Produkt-Notierungen durch die Versorgungsprobleme in Frankreich zusätzlich gestützt. Die  Streiks bei einem Großteil der Raffinerien lassen Tankstellen leerlaufen, sodass sich die französische Regierung bereits gezwungen sah, die strategischen Reserven anzugreifen.

Neben den strategischen Reserven werden Produktimporte genutzt, um den Ausfall der Raffinerien zu kompensieren. Das stützt kurzfristig betrachtet die Produktpreise an den Warenterminbörsen, auf der anderen Seite sinkt aber der Rohölbedarf. Mittelfristig könnte dies ein belastender Faktor für die Ölpreise werden.

Der europäische Ölpreis-Index Brent wurde heute Morgen erstmals seit November 2015 über 50 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit ist auch der Ölpreis Brent seit Anfang April um fast 25 Prozent gestiegen.

Stützend wirken neben den genannten Produktionsausfällen die amerikanischen Ölbestandsdaten des DOE (Department of Energy, amerikanisches Energieministerium). Die Nachfrage ist in den USA anhaltend hoch und die Rohölbestände sind deutlich zurück gegangen, auch begründet durch die fehlenden kanadischen Exporte.

Die US Ölbestandsdaten gelten als ein Indikator für die globale Angebots- und Nachfragesituation. Die Abbauten bei den Rohölbeständen sind vergleichsweise hoch ausgefallen und die Nachfrage liegt deutlich über dem Vorjahresniveau.

In den USA beginnt nun mit dem langen Wochenende um den Memorial Day die „Driving Season“ . Fahrsaison werden die Sommermonate genannt, in denen insbesondere die Benzin-Nachfrage deutlich steigt. Durch Urlaubsreisen oder beispielsweise der Schließung von Universitäten wird im Sommer insgesamt deutlich mehr Auto gefahren.

Um die erhöhte Benzin-Nachfrage zu decken wird in den Raffinerien mehr Rohöl verarbeitet. Damit gehen in der Regel sinkende Lagerbestände einher. Der Preis für das amerikanische WTI-Öl wird sich dadurch wohl bis zur Jahresmitte auf dem aktuellen Niveau halten können.

Auf der anderen Seite bleibt ein Teil der Analysten skeptisch, ob der schnelle Preisanstieg in den letzten Wochen tatsächlich nachhaltig bleibt. Zum einen ist in Kürze mit der Rückkehr der kanadischen Ölexporte zu rechnen. 

Zudem haben diverse US Schieferölproduzenten angekündigt, ab einem Ölpreis-Niveau von 50 Dollar wieder neue Anlagen in Betrieb nehmen zu können. Dies könnte wiederum den Rückgang der US Rohölförderung ausbremsen.

Ein ähnlicher Effekt war bereits im Vorjahr zu erkennen. Die Ölpreise sind zwischen Januar und Juni um bis zu 30 Prozent gestiegen, vorrangig begründet mit dem erwarteten Rückgang der amerikanischen Ölförderung. Diese hielt sich jedoch relativ stabil, da Produzenten bei den höheren Ölpreisen ihre künftige Förderung über langfristige Verträge rentabel vermarkten konnten.

Die Folge war dann ein Preisverfall am Ölmarkt, der bis zum Januar dieses Jahres anhielt. 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro konnte sich von den Verlusten aus der ersten Wochenhälfte leicht erholen. Am Dienstag erreichte der Euro/Dollar Wechselkurs mit 1,1133 Dollar den tiefsten Stand seit gut zwei Monaten. Aktuell ist der Euro wieder etwa einen halben Cent mehr wert.

Der US-Dollar derzeit von der Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed gestützt, was den Euro im Gegenzug belastet. Finanzmarktexperten sehen den Dollar daher auch weiter im Aufwärtstrend.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt über 53 Cent pro Liter Heizöl. Damit hat sich der Heizölpreis um über 15 Cent von den Tiefstständen aus dem Januar entfernt. Auf der anderen Seite ist Heizöl im Vergleich zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr auch noch um fast 15 Cent günstiger!

Kurzfristig betrachtet ist es wahrscheinlicher, dass die 60 Cent Marke erreicht wird, als dass der Heizölpreis wieder unter 50 Cent fällt. Unsere Empfehlung würde daher lauten: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, kann jetzt Heizöl kaufen und sparen.

Momentan spricht wenig für einen zeitnahen Preisrückgang. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, da mit starken Nerven auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte spekuliert werden kann.

Die OPEC machte deutlich, dass beim kommenden Treffen im Juni keine Förderkürzungen thematisiert werden. Länder wie Iran, Irak, Kuwait und Saudi-Arabien wollen und werden ihre Förderung weiter erhöhen. Auch das zeigt, die Preise für Öl und Heizöl haben in diesem Jahr durchaus noch Potenzial, wieder zu sinken.

Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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