Heizölpreise Trend und Prognose KW 16

Heizoelpreis gestiegen kw-16-2016

Der Trend zeigt bei der Heizölpreisentwicklung weiter aufwärts. Durch steigende Ölpreise und Verlusten beim Euro erreichten die Heizölpreise in der vergangenen Woche ein neues Jahreshoch. Die Prognose bleibt dagegen günstig.

Heizölpreise Trend

Der Heizölpreis ist in der Mitte der vergangenen Woche durch die Kombination aus steigenden Ölpreisen und Verlusten beim Euro förmlich in die Höhe gesprungen. Mit durchschnittlich 49 Cent pro Liter Heizöl für eine 3.000 Liter Standard-Heizöl-Lieferung wurde ein neues Jahreshoch markiert.

Hauptsächlicher Treiber beim Preisanstieg vom Heizöl waren die Ölpreise. Eigentlich hätte man in der vergangenen Woche eher mit nachgebenden Ölpreisen rechnen können. Die OPEC und andere große Ölproduzenten wie Russland konnten sich am beim lange erwarteten Meeting in Doha nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Nach dem gescheiterten Abkommen zur Deckelung der Fördermengen sind die Ölpreise in der Spitze um bis zu sieben Prozent eingebrochen.

Enorme Produktionsausfälle verhinderten jedoch ein weiteres Abrutschen. Durch einen Streik der Arbeiter in der kuwaitischen Ölindustrie soll die dortige Ölproduktion in einer Größenordnung von über anderthalb Millionen Barrel Rohöl pro Tag eingebrochen sein. Da zuvor global betrachtet zwischen ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag mehr produziert als verbraucht wurden, hätte alleine dieser Ausfall die Überversorgung kompensieren können. Der Streik wurde aber zur Wochenmitte beendet.

In Verbindung mit der sinkenden amerikanischen Förderung schätzen Analysten die Versorgungslage dennoch wesentlich knapper ein, als noch zu Jahresbeginn. Die EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten) erwartet bis September einen Einbruch der US Ölförderung um fast zehn Prozent.

Ein Indikator dafür ist die Anzahl der aktiven US Ölbohranlagen, welche sich innerhalb des letzten Jahres noch einmal halbiert hat. Der Baker Hughes Report meldet am vergangenen Freitag 343 aktive Ölbohranlagen, vor einem Jahr wurden von gleicher Stelle 734 Anlagen in Betrieb gemeldet.

Für die meisten Analysten ist die rückläufige Produktion in den USA, bei einer gleichzeitig positiven Entwicklung der Ölnachfrage, ein wesentlicher Faktor für das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

Insofern deckelt die US Ölindustrie aber auch den Anstieg der Ölpreise. Steigt der Ölpreis zu rasant, könnte die Produktion in den USA über Sicherungsgeschäfte langfristig vermarktet werden und würde damit nicht entscheidend sinken.

Das war bereits im letzten Frühjahr zu beobachten, als die Preise zwischen März und Juni dauerhaft anstiegen. Dadurch konnten einige Projekte oder noch nicht erschlossene Ölquellen wieder rentabel werden. Deren erwartete Produktion wurde über Terminkontrakte vorzeitig verkauft und die US Ölförderung stieg sogar leicht an.

Darauf folgte wiederum ein anhaltender Einbruch der Ölpreise, bis im Januar dieses Jahres der langjährige Tiefststand von unter 30 US-Dollar pro Barrel erreicht wurde. Seitdem sind die Ölpreise um etwa 15 Dollar pro Barrel gestiegen.

Heizölpreise Prognose

Trotz des Anstieges bleibt festzuhalten, dass Heizöl ausgesprochen günstig ist. Der Liter Heizöl kostet zwar im Vergleich zu den Tiefstständen aus dem Januar etwa zehn Cent mehr, gegenüber dem Vorjahr aber fast zwanzig Cent weniger!

Die Heizölpreis-Prognose bleibt ebenfalls günstig. Grundsätzlich bleibt der Ölmarkt nach der Ansicht der meisten Experten vorerst weiter überversorgt. Die Lager sind prall gefüllt und in Teilen der  OPEC sowie Russland peilt man aktuell wohl eine Ausweitung der Fördermengen an. Allein das würde die reduzierte Förderung in den USA mehr als kompensieren.

Eine Unterversorgung ist für viele Analysten in diesem Jahr eher unrealistisch. Die IEA (Internationale Energieagentur) geht davon aus, dass sich Angebot und Nachfrage erst 2017 wieder ausgleichen und die globalen Ölbestände von 2018 an sinken.  Insofern sollte auch das Aufwärtspotenzial beim Ölpreis vorerst noch begrenzt bleiben.

Neben den Ölpreisen ist der Eurokurs für die zukünftige Entwicklung des Heizölpreises von entscheidender Bedeutung. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert sich Heizöl tendenziell bei Verlusten des Euros. Der Euro hält sich seit fast zwei Monaten jenseits von 1,10 US-Dollar und im Moment spricht nicht allzu viel für einen baldigen Einbruch.

Aufgrund der nach wie vor mehr als komfortablen Versorgungslage am Ölmarkt, ist ein gewisses Abwärtspotenzial beim Ölpreis gegeben. Wer noch genügend Heizöl im Tank hat, kann durchaus auf sinkende Heizölpreise spekulieren. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar.

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