Heizölpreise Trend und Prognose KW 23

15. Juni 2016

Heizoelpreis-gestiegen-kw-23-2016

Obwohl zum Beginn der letzten Woche nicht klar war, wie sich der Ölpreis entwickeln würde, so zeigt sich doch relativ schnell, dass die Woche von einer Aufwärtsbewegung geprägt sein würde. Es gelang in dieser Woche sogar den beiden wichtigsten Ölsorten Brent und WTI die 50 US-Dollar Marke zu überschreiten. Der Entwicklung des Ölpreises folgend, stieg auch der Heizölpreis im Verlauf der Woche fast kontinuierlich an. Heizöl kostete sogar ab der zweiten Wochenhälfte über 53 Cent pro Liter.

Heizölpreise Trend

Schon die fünfte Woche in Folge steigt die Notierung des Ölpreises an. So einen lang andauernden Aufschwung gab es zuletzt vor vier Jahren. Infolgedessen stiegen unter anderem auch die Produktpreise und somit folgte auch der Heizölpreis dieser Entwicklung.

Zunächst wurde am Anfang der Woche noch mit möglichen Preisrückgängen gerechnet, da die kanadischen Öllieferungen dem Rohölmarkt nun wieder zur Verfügung stehen. Es gelang Kanada jedoch nicht mit seiner Rückkehr den Trend steigender Ölpreise umzukehren.

Der Anstieg der Ölpreise könnte mitunter auch daran liegen, dass die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen in ihrer Rede am Montag keine Anhaltspunkte für eine zeitnahe Zinserhöhung nannte.

Die Spekulationen darüber, ob eine Zinserhebung bereits Mitte Juni beschlossen wird,waren damit hinfällig.Infolgedessen hat der US-Dollar vorübergehend schwächelte. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, vergünstigt ein schwächerer Dollarkurs die Importe für den Euroraum. Infolgedessen stieg die Nachfrage und hob damit den Ölpreis an.

Auch durch unerwartet kräftige Nachfragemengen der beiden größten Öl-Importländer USA und China bekam der Ölpreis einen Aufschwung. Die Importe der beiden Länder stiegen bereits um 16% in den ersten fünf Monaten dieses Jahres.

Ein weiterer Faktor, der derzeit für einen Anstieg des Ölpreises spricht, ist die Nachricht über andauernde Exportprobleme und Produktionsausfälle Nigerias.

Dort greift eine militante Gruppe von Rebellen, seit Beginn des Jahres Ölpipelines an. Da Nigeria den Großteil seiner Staatseinnahmen aus Ölexporten bezieht, zeigt sich die nigerianische Regierung schon seit einigen Wochen bereit zu kooperieren. Jedoch lehnten die Rebellen bisher jede Art der Verhandlung ab und setzten ihre Anschläge fort.

Inzwischen ist die Ölproduktion des Landes auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren und Analysten befürchten, dass sich die Fehlmengen Nigerias als dauerhafter Zustand einstellen könnten.

Heizölpreise Prognose

Viele Marktteilnehmer fördern derzeit bereits beinahe in Höhe der Obergrenze ihrer Produktionskapazitäten. Sollten in naher Zukunft weitere Produktionsausfälle auftreten, halten es Analysten nicht für unwahrscheinlich, dass eine Unterversorgung des Marktes einsetzen könnte. Das würde einen noch stärkeren Anstieg des Ölpreises zur Folge haben.

Darüber hinaus könnte es den beiden hauptsächlich relevanten Rohöl-Sorten vermehrt gelingen sich oberhalb der 50 US-Dollar Marke zu halten. Diese ist eine wichtige Hürde für die amerikanischen Ölproduzenten weil die Fördermethode Fracking  ab diesem Preisniveau bereits wieder zum Teil rentabel geworden ist.

Die amerikanischen Schieferölproduzenten hatten in den vergangenen zwei Jahren massiv ihre Kosten gesenkt und die Effizienz der Anlagen damit gesteigert. Dadurch ist die Förderung bereits bei niedrigeren Preisen als in der Vergangenheit wirtschaftlich.

Würde der Ölpreis weiterhin so rasant ansteigen wie in den letzten zwei Monaten, könnten weitere Anlagen in Betrieb genommen und deren Produktion langfristig vermarktet werden. Der Rückgang der US Ölproduktion würde dadurch wiederum weniger sinken als bisher erwartet.

Im Hinblick auf den Heizölpreis ist es nach derzeitigem Stand kurzfristig betrachtet für uns dennoch sehr wahrscheinlich, dass sich der Heizölpreis oberhalb der 50 Cent hält und sich womöglich sogar den 60 Cent annähert.

Seit über drei Wochen befindet sich der Heizölpreis bereits über 52 Cent pro Liter. Jedoch gibt der Preis zum Beginn dieser Woche erstmals wieder leicht nach. Ob sich daraus ein längerfristiger Trend ergeben könnte, lässt sich momentan noch nicht mit Sicherheit bestimmen

Unsere Empfehlung lautet daher: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis weiterhin unterhalb der 50 US-Dollar Marke bleibt oder wiederansteigt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich, auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Schwankungen von ein bis zwei Cent pro Liter Heizöl sind aber jederzeit möglich. Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?