Heizölpreise Trend und Prognose KW 28

20. Juli 2016

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In der vergangenen Woche erreicht der Heizölpreis den niedrigsten Stand seit über zwei Monaten. Dafür sorgten nachgebende Ölpreise, aber auch der steigende Eurokurs. Die Heizölpreis-Prognose bleibt günstig.

Heizölpreise Trend

Der Trend der Heizölpreise zeigte in der vergangenen Woche eher abwärts. Der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard-Heizöl-Lieferung hat sich in der zweiten Wochenhälfte unterhalb von 50 Cent pro Liter Heizöl gehalten.

Damit liegt der Heizölpreis etwa fünf Cent unter den Höchstständen dieses Jahres aus dem Juni. Der 4-Wochen-Trend zeigt also ebenfalls abwärts. Grund dafür sind sinkende Ölpreise.

Die Ölpreisentwicklung wurde dabei in der letzten Woche hauptsächlich von Meldungen über Rückgänge der Rohöl-Nachfrage beeinflusst.

Die USA haben in der letzten Woche fast vier Millionen Barrel weniger importiert, obwohl die Rohölbestände wegen der hohen Raffinerieauslastung fast kontinuierlich sinken. Auch China meldete zuletzt einen Nachfragerückgang von rund fünf Prozent.

Daneben sprechen Analysten vermehrt von einer Erholung der US-Ölindustrie, nachdem die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen letzten Freitag zum sechsten Mal in sieben Wochen gestiegen ist.

Die Minderung der US-Produktionsmengen war im vergangenen Jahr eines der wesentlichen Ziele des von der OPEC eingeleiteten Preiskampfes. Entsprechend geht man am Markt davon aus, dass die sinkende US-Ölförderung entscheidend für das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage am Ölmarkt sein wird.

Da die steigende Anzahl aktiver Anlagen in den USA als ein Indikator für die langfristige Produktionsentwicklung gesehen wird, geht man mittlerweile von einem geringeren Rückgang der Förderung aus, als zuvor erwartet.

Grund für die steigende Anzahl ist das im Jahresvergleich immer noch hohe Niveau der Ölpreise. Ein Ausweitung der Angebotsmenge durch die US-Ölindustrie kann damit aber auch wieder zu Preissenkungen führen.

Gleichzeitig prognostizieren allerdings sowohl die OPEC (die Organisation erdölexportierender Länder), als auch das amerikanische Amt für Energiestatistik (EIA) in ihren zuletzt veröffentlichten Monatsberichten für 2017 ein stärkeres Nachfragewachstum als bisher erwartet wurde.

Eine höhere nachgefragte Menge ist wiederum ein Faktor, der für einen Anstieg des Ölpreises im nächsten Jahr spricht. Aktuell melden jedoch unter anderem die beiden größten Rohöl-Importeure (USA und China) eine stagnierende Nachfrage.

Ebenso könnte auch eine zukünftig wieder zu erwartende höhere Angebotsmenge aus Libyen zu sinkenden Ölpreise führen. Dort haben bisher konkurrierende nationale Öl-Unternehmen sich zusammengeschlossen und eine rasche Wiederaufnahme der Ölexporte angekündigt. Da in der Vergangenheit auf solche Ankündigungen keine Resultate folgten, bleibt es abzuwarten ob jetzt ein tatsächlicher Durchbruch erreicht werden kann.

Heizölpreise Prognose

Die Heizölpreis Prognose bleibt günstig. Ein Erreichen der Tiefstände aus dem Januar halten wir zwar nicht für realistisch, dennoch wird der Heizölpreis zumindest auf absehbare Zeit unterhalb der 50 Cent-Marke und damit auch unterhalb des Vorjahres-Niveaus bleiben.

Dafür spricht vor allem die Überversorgung auf dem Produktmarkt (Benzin, Diesel, Heizöl). In der Regel kommt es in den Sommermonaten unter anderem aufgrund der Fahrsaison in den USA zu einer höheren Treibstoffnachfrage. Entsprechend dieser Erwartung produzieren viele Raffinerien in den USA und auch in anderen Regionen bereits seit Monaten schon extrem viel Sprit.

Trotz des saisonal bedingt erwarteten Nachfrageanstiegs sind die Produktbestände in mehreren Ländern derzeit vergleichsweise hoch, jedoch bleibt die tatsächliche Nachfrage im Moment signifikant hinter den Erwartungen zurück.

Inzwischen gehen Analysten davon aus, dass deshalb nicht mehr von einer Überversorgung beim Rohöl, sondern viel eher von einer Überversorgung bei den Produkten gesprochen werden muss.

Aufgrund dieser derzeit akuten Lage, sind weitere Rückgänge beim Ölpreis in den nächsten Wochen nicht unwahrscheinlich.

Als Folge der hohen Produktbestände haben sich die Raffineriemargen in den letzten Wochen verringert. Viele Raffinerien in verschiedenen Regionen Asiens und in den USA planen deshalb ihre saisonalen Wartungsarbeiten im Herbst zeitlich auszudehnen.

Zusätzlich zu der abklingenden Sommernachfrage nach Benzin würde dann auch aus der geringeren Raffinerieauslastung der Rohölbedarf sinken. Bei einer gleichbleibenden oder sogar ansteigenden Angebotsmenge wäre eine erneute Überversorgung am Ölmarkt sehr wahrscheinlich.

Analysten begründen mit diesem Wechsel der Überversorgung vom Produktbereich zurück in den Rohölbereich ihre aktuell niedrigen Prognosen bis zum Jahresende.

Desweiteren hat der offizielle Referenzkurs des Euro in der letzten Woche den höchsten Stand seit dem „Ja“ der Briten zum Brexit erreicht. Dabei profitierte der Eurokurs von der zunehmend zuversichtlichen Stimmung an den Finanzmärkten. 

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden. Davon profitiert der inländische Heizölpreis.

Auf der anderen Seite warnen Experten aber auch davor, dass einer Preissenkung unvermeidlich auch wieder ein Anstieg folgen wird. Die Frage ist wann.

Zum Jahresende beziehungsweise mit dem Beginn des Jahres 2017 könnte sich der Ölpreis demnach auch wieder über der 50 US-Dollar Marke einpendeln.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge bis zum Jahresende zu spekulieren.

Schwankungen von ein bis zwei Cent pro Liter Heizöl sind aber jederzeit möglich. Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.