Heizölpreise Trend und Prognose KW 42

19. Oktober 2015

Heizoelpreis Woche gefallen kw4215

Die Heizölpreise sind im Laufe der vergangenen Woche deutlich gesunken. Der Liter Heizöl kostet im Schnitt fast drei Cent weniger als in der Vorwoche. Das ist einer Kombination aus steigendem Eurokurs und fallenden Ölpreisen zu verdanken.

Heizölpreise Trend

Der Trend der Heizölpreise zeigte in der vergangenen Woche deutlich abwärts. Der durchschnittliche Preis für eine 3.000 Liter Standardlieferung fiel im bundesweiten Durchschnitt erstmals seit Ende August unter 55 Cent pro Liter.

Ausschlaggebend für die Preisentwicklung waren fallende Ölpreise. Der europäische Ölpreis-Index Brent fiel um fast acht Prozent auf ca. 49 US-Dollar pro Barrel. Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil fiel um über 30 Dollar auf etwas über 450 US-Dollar pro Tonne.

Die Internationale Energieagentur IEA geht in dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Monatsbericht davon aus, dass sich das Ölnachfragewachstum 2016 abschwächen werde. Zwar werde eine sinkende Ölförderung in den USA und anderen nicht OPEC-Ländern erwartet, diese sollte jedoch mit der zusätzlichen Förderung im Iran vollständig kompensiert werden. Das würde für ein anhaltendes Überangebot auf dem Ölmarkt sprechen.

Aktuell sind Preisanstiege wenig nachhaltig, da viele Marktteilnehmer diese für Gewinnmitnahmen nutzen, wodurch sich das Auf-und-Ab des Ölpreises in letzter Zeit erklären lässt. Sobald das Preisniveau genug steigt um Gewinne zu realisieren, verkaufen Händler ihre Anteile, womit der Preis wieder fällt.

Ähnlich würden sich Produzenten verhalten. Diese nutzen das steigende Preisniveau für Verkäufe und sichern ihre künftige Produktion damit langfristig ab. Zudem werde die Produktion auch bei niedrigen Preisen immer rentabler, da sich viel im Bereich der Effizienz bei den Fördermethoden wie Fracking getan habe. So können für die Produzenten trotz niedrigerem Ölpreis Gewinne möglich werden.

Der Eurokurs konnte ebenfalls zulegen und sprang in der letzten Woche zeitweise über 1,14 US Dollar. Hauptthema am Finanzmarkt bleibt die US Geldpolitik. Marktteilnehmer rechnen immer weniger damit, dass es noch in diesem Jahr zu einer Anhebung des Leitzinses in den USA kommt. Dies setzt den Dollar unter Druck, wodurch der Euro zulegen konnte.

Da Öl in US Dollar gehandelt wird, verbilligt der steigende Eurokurs die Zukäufe in der Eurozone. Dadurch sinkt auch der Heizölpreis. Anderseits kann der schwächere Dollar auch dafür sorgen, dass Händler außerhalb der USA das für sie günstigere Öl verstärkt zukaufen und stützt damit das Niveau der Ölpreise.

Heizölpreise Prognose

Die Prognose für die Heizölpreise bleibt grundsätzlich günstig. Es zeigt sich aber, dass der Ölmarkt schwer einschätzbar ist. Die Aussicht auf die Preisentwicklung für 2016 ist sehr unsicher. Während EIA (Amt für Energiestatistik innerhalb des US-amerikanischen Energieministeriums) und OPEC von einer kräftig steigenden Nachfrage 2016 ausgehen würden, ließ die IEA (Internationale Energieagentur) vergangene Woche gegensätzliches verlauten.

So würde die schwächelnde Konjunktur, wie beispielsweise in China, die Ölnachfragentwicklung belasten. Zusammen mit dem kommenden iranischen Öl, welches den Produktionsrückgang der Nicht-OPEC Länder kompensieren würde, erwartet man bei der IEA für 2016 einen weiterhin überversorgten Markt.

Entscheidend für die Ölpreisentwicklung 2016 wird die wirtschaftliche Entwicklung Chinas sein, da diese die Ölnachfrage maßgeblich beeinflusst. Ein weiterer Punkt wird sein, wann und in welchem Umfang der Iran seine Produktion und Exporte steigern wird. Es bleibt aber auch abzuwarten, wie schnell der Rückgang der Ölförderung in den Nicht-OPEC Länder vonstattengeht. Aufgrund von ausbleibenden Investitionen werde man das derzeitige Förderniveau nicht halten können.

Kurzfristig ist eher mit leicht nachgebenden Heizölpreisen zu rechnen. Der Eurokurs zeigt sich stabil und der Ölmarkt ist und bleibt erst einmal überversorgt. In Saudi Arabien befinden sich die Ölbestände auf dem höchsten Stand seit 2002 und auch in den USA steigen die Bestände momentan. Insofern spricht einiges für günstigere Öl- und Heizölpreise.

In Kürze werden die turnusmäßigen Wartungsarbeiten in den Raffinerien abgeschlossen sein. Damit steigt die Rohölnachfrage und angesichts der anstehenden kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel auch die Nachfrage nach Heizöl. Das begrenzt das Abwärtspotenzial der Ölpreise.

Aktuell kostet eine 3000 Liter Standard-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt ungefähr 54 Cent  pro Liter. Der Heizölpreis ist damit nur noch etwa zwei Cent von den historischen Tiefstständen dieses Jahres entfernt. Verglichen mit dem Vorjahr spart man beim Heizölkauf sogar über 20 Cent pro Liter Heizöl.

Auch wenn geringe Nachlässe im weiteren Wochenverlauf theoretisch möglich sind, handelt es sich um einen günstigen Kaufzeitpunkt, vor allem wenn der Heizöltank fast leer ist. Durch die stark zunehmende Nachfrage nach Heizöl kann es bereits jetzt regional zu längeren Lieferzeiten kommen.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung und lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise informieren. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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