Heizölpreise Trend und Prognose KW 44

5. November 2015

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Der längerfristige Trend der Heizölpreise zeigt seitwärts. In der vergangenen Woche näherten sich die aktuellen Heizölpreise erneut den Tiefstständen aus dem August an. Zum Ende der Woche stiegen die Preise jedoch wieder deutlich. Die Prognose bleibt dennoch günstig.

Heizölpreise Trend

Der Heizölpreis bewegte sich zum Beginn der Woche abwärts bis auf 54 Cent pro Liter. Steigende Ölpreise in Kombination mit Verlusten des Euros stoppten den Trend und trieben den durchschnittlichen Heizölpreis auf über 56 Cent pro Liter, bei einer 3.000 Liter Standard-Lieferung.

Dabei ist der Anstieg der Heizölpreise im Süden Deutschlands am höchsten ausgefallen, da dort die Versorgung der Tanklager zunehmend komplizierter wird. Aufgrund des lang anhaltenden Niedrigwassers ist eine Versorgung der Tanklager per Schiff nur noch extrem eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Dies hat zur Folge, dass in vielen Tanklagern die Ware inzwischen sehr knapp ist.

Der Trend der Ölpreise zeigte bis zur Wochenmitte abwärts. Es wurde verstärkt auf fallende Ölpreise spekuliert. Das geschieht in erster Linie über sogenannte Short-Positionen. Händler verkaufen mehr als sie zukaufen. Die entstandene Lücke soll später durch Zukäufe bei günstigeren Preisen geschlossen werden, um so Gewinne zu realisieren.

Das Signal diese Lücke zu schließen, lieferte zur Wochenmitte die Charttechnik. Die Zukäufe lösten einen Anstieg der Ölpreise aus, was wiederum im heutigen automatisierten und computergestützten Handel dazu führt, dass weitere Kauforders automatisch ausgeführt werden und die Aufwärtsbewegung so verstärken. Der kräftige Preisanstieg am Mittwoch lässt sich daher in erster Linie mit technischen Faktoren begründen.

Die fundamentale Situation hat sich nicht geändert, der Ölmarkt ist überversorgt und diese Überversorgung wird sich mittelfristig aller Voraussicht nach auch nicht abbauen. Der Blick der meisten Händler und Analysten ist weiterhin auf die OPEC-Mitglieder gerichtet, welche nicht bereit sind ihre Produktion zu kürzen und weiter um Marktanteile kämpfen. Dieser Kampf könnte durch mögliche Exporte des Irans noch einmal verstärkt werden.  

Dazu kommt, dass die globale Ölnachfrage im letzten Quartal des Jahres in der Regel abnimmt. Zusammen mit dem von Meteorologen erwarteten milden Winter in Europa und Nordamerika, könnte dies den Druck auf die Ölpreise zum Jahresende noch einmal erhöhen.

Heizölpreise Prognose

Für die kommende Woche erwarten wenn überhaupt dann nur geringe Preisnachlässe beim Heizöl, da es aktuell nicht danach aussieht, dass der Euro seine kräftigen Verluste wettmachen könnte. Die Heizölpreise erreichten das bisherige Jahrestief im August bei einem Wechselkurs von 1,15 US Dollar. Da der Euro jetzt um über fünf Cent unter dem Wechselkurs vom August liegt, müssten die Ölpreise um etwa 15 Prozent sinken, damit wir neue Tiefststände bei Heizölpreis erreichen.

Die längerfristige Heizölpreis-Prognose bleibt günstig. Analysten warnen bereits, dass die anhaltende Überversorgung zu einer Auslastung der Lagerkapazitäten führen kann. Dies muss aber über die großen Seehäfen und Lager wie im ARA Raum (Amsterdam Rotterdam Antwerpen) und über alle Produkte (Benzin, Diesel, Heizöl, Kerosin) hinweg betrachtet werden. Regional kommt es durch das Niedrigwasser des Rheins dennoch zu Bestandsengpässen beim Heizöl.

Viele Raffinerien werden ihre Wartungsarbeiten in Kürze beenden und den Durchsatz im November wieder stark steigern. Das könnte dazu führen, dass das Maximum der Lagerkapazitäten erreicht wird. Produzenten müssten Rabatte für ihre Waren anbieten um Abnehmer zu finden. Die Ölpreise könnten entsprechend sinken.

Dieses Szenario wird durch den Klimaeffekt El Nino zusätzlich gestärkt. Meteorologen gehen davon aus, dass es durch El Nino zu einem vergleichsweise milden Winter in Nordamerika und Europa kommen wird. Damit wäre eine geringere Ölnachfrage verbunden.

Wer noch etwas warten kann, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.