Heizölpreise trotzen Turbulenzen am Ölmarkt

27. Dezember 2018, Peter Dudda

Heizölpreise am Donnerstag stabil 27.12.18

Die Ölmärkte folgen seit Wochenbeginn den internationalen Aktienmärkten. Da es dort ziemlich turbulent zuging, stellten sich bei den Ölpreisen am Montag neue Langzeittiefs ein. Zum 2. Weihnachtsfeiertag konnten diese Verluste jedoch bereits wieder ausgeglichen werden. Heizölpreise stabil.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Ausbleibende Impulse: Ölmarkt orientiert sich an Aktienmärkten
  • Aktive US-Bohranlagen: Kräftiger Anstieg verzeichnet
  • OPEC: Sondermeeting im Gespräch
  • Brent bei 54,37 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 513,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1393 US-Dollar
  • Heizölpreis etwas teurer 66,57 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Saudi-Arabien kürzt Öl-Exporte vorrangig gen USA
  OPEC+ beschließt stärkere Förderkürzungen
  Auch Kanada kürzt die Ölförderung
  USA und China machen Pause im Handelsstreit – vorerst
  Abschaltung des größten libyschen Ölfelds

 DOE-Daten zu US-Ölbeständen nicht nachhaltig preissteigernd
 China nimmt US-Ölimporte wieder auf
 Sanktionen gegen Iran

 Russland nutzt den Dezember für deutliche Produktionssteigerungen
 EIA Monatsbericht: US-Ölproduktion legt im Dezember und Januar deutlich zu
 OPEC & EIA: Förderkürzungen werden Überangebot nicht nachhaltig begrenzen
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt 2019
 EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Donnerstagmorgen bei 54,37 US-Dollar. Der Vergleichswert vom Vortag lag bei  54,47 US-Dollar. Am Montag (Heiligabend) lag der Kurs zwischenzeitlich nur noch bei 50 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 513,50 US-Dollar. Der Vergleichswert vom Vortag lag bei 504,25 US-Dollar. Auch bei der Gasoil-Notierung zeigten sich am Montag deutliche Preisabschläge. So lag der Kurs zwischenzeitlich nur noch bei 485,00 US-Dollar und damit auf dem tiefsten Stand seit dem Sommer 2017.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 27.12.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die aktuelle Preisentwicklung im Überblick

Auch die Akteure an den internationalen Handelsplätzen, sei es an den Aktien-, Finanz- oder eben auch an den Ölmärkten, ziehen sich über die Weihnachts- und Jahreswechselzeit zu ihren Familien und die Feiertage zurück. Das sorgt insgesamt für teils sehr geringe Handelsvolumina, entsprechend stärker fallen Kursbewegungen zu diesen Zeiten aus.

Da es seit Wochenbeginn kaum nennenswerte Impulse für die Ölmärkte gab, orientierten sich die noch verbliebenen Händler stattdessen an den Aktienmärkten. Dort gab es nach den Verlusten der Vorwochen zu Heiligabend weitere heftige Kurseinbrüche. Die Ölpreise stürzten mit ab und strichen zeitweise Verluste von bis zu 7% ein.

An den Notierungen von heute Morgen ist davon allerdings nichts mehr zu sehen. Unter Anderem das konsumreiche und damit für den Handel sehr erfolgreiche Weihnachtsgeschäft, beflügelte zum 2. Weihnachtsfeiertag wieder die Aktienmärkte. Auch die Nachricht, dass der Chef der US-Notenbank FED vorerst weiter sicher in seinem Amt bleibt, sorgte für Beruhigung. US-Präsident Trump kritisierte den Notenbankchef zuletzt wegen seiner Politik weiter steigender Zinsen. Weiter stützend zahlte sich auch die Nachricht aus, dass in zwei Wochen eine US-Delegation nach China reisen werde um neue Gespräche in Sachen Handelsabkommen zu beginnen. Die Volksrepublik China und die USA befinden sich seit Monaten in einem sich immer weiter verschärfenden Handelskonflikt, der bis zuletzt auch die Weltkonjunktur und damit auch die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten belastet.

Der US-Leitindex Dow Jones setzte gestern mit einem Kurssprung von 1086 Punkten eine neue Rekordmarke – schließlich war dieser Wert das jemals größte Tagesplus aller Zeiten. Die einsetzende Erholung zog auch die Ölkurse wieder soweit mit nach oben, dass sich die Verluste vom Anfang der Woche nun egalisiert haben.

Beobachter gehen indes davon aus, dass die Marktvolatilität bis zum Ende der nächsten Woche Bestand haben könnte. Vor allem die Tatsache, dass die wichtigen Ölbörsen in London und NewYork an Sylvester geschlossen bleiben, sollte das Teilnehmerfeld im Handel weiter klein halten. Die Meldung aus OPEC-Kreisen über ein eventuell stattfindendes OPEC-Sondermeeting stützt die Ölpreise vorerst. Sollten die Ölpreise weiter fallen, wird in Anbetracht der aktuellen Laufzeit der OPEC-Förderkürzungen bis April ein Sondertreffen immer wahrscheinlicher. Ob das Kartell in der Lage sein wird weitere Förderbeschränkungen durchzusetzen wird abzuwarten sein.

Für Heizölverbraucher ist die Situation an den Ölmärkten in jedem Fall sehr komfortabel. Nachdem die Heizölpreise im zurückliegenden Jahr stetig gestiegen sind, bereitet die nunmehr seit fast 6 Wochen anhaltende Abwärtsbewegung etwas Entspannung in der Haushaltskasse. Das gilt natürlich nur dann, wenn die derzeitigen günstigen Heizölpreise auch für den Heizölkauf genutzt werden. Sollte noch genügend Vorrat im Tank sein, kann sich aber auch Abwarten beim Heizölkauf unter Umständen weiter bezahlt machen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1393 US-Dollar, über die Feiertage waren es noch 1,1356 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt an Heiligabend bei 1,1408 US-Dollar festgesetzt.

Auch beim Euro gilt: Die Marktteilnehmer an den Devisenmärkten sind derzeit auf einen kleine Gruppe zusammengeschrumpft. Das Handelsvolumen ist gering, Kursbewegungen besitzen daher nur eine bedingte Aussagekraft. Insgesamt profitiert der Euro von einer allgemeinen Dollarschwäche, welche durch den Shut-Down in den USA und dem damit faktischen Stillstand der US-Regierung zu begründen ist. Derzeit ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch bis ins Neue Jahr hinziehen könnte.  

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Baker Hughes: 10 neue US-Ölbohranlagen aktiviert


Aktive US-Ölbohranlagen nähern sich Rekordhoch

Mit 883 Anlagen hält der US-Ölfördersektor nun 10 aktive Ölbohranlagen mehr als noch in der Vorwoche vor. Das berichtet zumindest das Industrienahe Baker Hughes Institute. Das vorläufige Rekordhoch der letzten 4 Jahre lag im November zuletzt bei 888 Anlagen. Trotz deutlich gefallener Ölpreise scheint die Erkundung und Erschließung von Ölquellen in den USA damit weiter rentabel zu sein. Zu Bedenken gilt dabei, dass es ca. 6 bis 9 Monate dauert, bis aus einer erschlossenen Ölquelle tatsächlich auch Öl in den Markt fließen kann. Der Indikator hat damit eher langfristige Aussagekraft.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 66,57 Cent pro Liter Heizöl. Damit haben sich die Heizölpreise in dieser Woche kaum bewegt. Natürlich zahlen hier auch die Feiertagseffekte ein.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Peter Dudda - Autor

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

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