Heizölpreise über 60 Cent pro Liter

13. Dezember 2016

Heizoelpreise sinken 131216

Die Heizöl Tagespreise haben gestern erstmals seit anderthalb Jahren die 60 Cent Marke überschritten. Die Aufwärtsdynamik verliert jedoch bereits an Schwung. Die Ölpreise waren deutlich gestiegen, nachdem sich die OPEC mit Nicht-OPEC Ländern auf eine Produktionskürzung geeinigt hatte.

Ölpreisentwicklung

Nachdem am Samstag auch weitere Nicht-OPEC Produzenten den Plänen der OPEC zur Reduzierung der Ölförderung zugestimmt haben, legten die Ölpreise deutlich zu. Im Tagesverlauf wurden die Kursgewinne aber sukzessive abgebaut.

Zum einen deuten sich in den USA weitere Aufbauten bei den Rohölbeständen an und zudem warnte die große Investmentbank Goldman Sachs angesichts des steigenden Preisniveaus vor einem starken Anstieg der US Ölförderung im kommenden Jahr.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 55,67 US-Dollar pro Barrel. Gestern markierte der Ölpreis mit über 57 US-Dollar ein neues Jahreshoch. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, überschritt am Vortag erstmals seit Juli 2015 die 500 US-Dollar Marke. Aktuell liegt die Notierung bei 490 US-Dollar pro Tonne.

Die OPEC hat sich mit Produzenten außerhalb des Kartells auf eine Reduzierung des Ölangebots geeinigt. Ziel ist es, die Ölpreise damit leicht anzuheben, in jedem Falle aber zu stabilisieren. Einen Preisverfall wie er zum Ende des letzten Jahres einsetzte, gilt es unbedingt zu vermeiden.

Nun bleibt es abzuwarten, wie und wann die Maßnahmen umgesetzt werden. Die OPEC will die Reduzierung zum Beginn des neuen Jahres vornehmen, den anderen Produzenten wurde eine schrittweise Umsetzung der Maßnahmen zugestanden. 

Für die weitere Ölpreisentwicklung werden zwei Aspekte entscheidend sein. Im Vordergrund steht die Frage,  ob das Angebot tatsächlich wie vereinbart vom Markt genommen wird. Sowohl die OPEC als auch die Produzenten außerhalb des Kartells haben ihre Ankündigungen in der Vergangenheit nur selten im kompletten Umfang umgesetzt.

Wenn die Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen und die Ölpreise steigen, dann steigt auch der Anreiz den eigenen Staatshaushalt durch den Verkauf von Mehrmengen aufzubessern. Auch wenn die Ölpreise niedrig bleiben sollten, nimmt der Anreiz zu, die eigene Förderquote zu übersteigen. Wenn weniger Menge zu einem gleichen oder niedrigeren Ölpreis exportiert wird, steigt der Druck über weitere Mengen zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Die zweite offene Frage ist, wie die US-Ölproduktion auf das aktuell steigende Preisniveau reagieren wird. Der saudische Ölminister geht nicht davon aus, dass die dortige Förderung im kommenden Jahr aufgrund der eigenen Maßnahmen besonders stark zulegen wird. 

Andere Analysten widersprechen dem grundlegend und verweisen dabei auf die bereits jetzt wieder steigende Anzahl an aktiven Förderanlagen in den USA. Seit dem Tiefststand  Ende Mai ist die Anzahl der aktiver Anlagen um über 50 Prozent gestiegen.

Die tatsächliche Förderung reagiert aber erst verzögert, da angebohrte Quellen erst noch fertig erschlossen werden müssen, bevor sie Öl produzieren. Technologischer Fortschritt und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz haben die Kosten der Ölproduktion in den Schieferölregionen drastisch sinken lassen.

Am Permian Ölfeld, ein riesiges Fördergebiet das sich von Westtexas bis in den Südosten von New Mexico erstreckt, sollen die Kosten jetzt nur noch bei 30 Dollar liegen. Zwar fiel die Zahl der aktiven Bohranlagen von über 550 auf weniger als 200, gleichzeitig stieg jedoch die geförderte Menge um fast 20 Prozent.

Vor einem Monat wurde der größte Ölfund in der Geschichte der USA gemeldet. Forscher schätzen das Volumen im Schiefergestein des zusammenhängenden „Wolfcamp“ Gebietes auf 20 Milliarden Barrel Rohöl sowie zusätzlichen Mengen an Erdgas. Allein das Öl hat aktuell einen Marktwert von über einer Billion Dollar.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hält sich bei rund 1,06 Dollar. Ende letzter Woche geriet der Euro nach der angekündigten Verlängerung des Wertpapierkaufprogramms durch die Europäische Zentralbank (EZB) wieder unter Druck.

Morgen wird die Chefin der US-Notenbank Fed Janet Yellen wohl wie geplant den Leitzins anheben. Der Schritt gilt am Markt als eingepreist. Die Fed könnte sich aber nach dem rasanten Anstieg des Dollarkurses zurückhaltend äußern, was das Tempo einer weiteren Straffung der Geldpolitik angeht.

Durch ein höheres Zinsniveau wird eine Währung für Anleger attraktiver und damit gestärkt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich damit wiederum die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise gehen heute wieder leicht zurück. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt aber weiterhin etwas mehr als 60 Cent pro Liter. Der aktuelle Heizölpreis liegt nun 16 Cent über dem Vorjahrespreis. Seit Mitte November ist Heizöl fast 20 Prozent teurer geworden. In der Tendenz sollte auch weiterhin mit steigenden Preisen gerechnet werden.

Daher raten wir unseren Kunden auch zum baldigen Heizölkauf, wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähern sollte. Die Heizölnachfrage ist relativ hoch und angesichts der anstehenden Feiertage werden kurzfristige Liefertermin zunehmend knapper.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.