Heizölpreise unverändert – US Ölbestände im Fokus

Heizoelpreis sinkt 140916

Die Ölpreise bewegen sich kaum, trotz belastender Monatsberichte in denen von einer länger andauernden Überversorgung ausgegangen wird. Das könnte sich nach Veröffentlichung der offiziellen amerikanischen Ölbestandsdaten im Verlaufe des Tages ändern. Unser Heizölpreis sinkt heute Morgen geringfügig.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise haben sich gestern kaum bewegt. Auf der einen Seite belasten die aktuellen Monatsbericht der großen Institutionen am Ölmarkt, auf der anderen Seite enthielt die Vorabschätzung der amerikanischen Ölbestände stützende Faktoren. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird heute Morgen bei 47,40 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell mit 418 US-Dollar je Tonne notiert. Das ist jeweils das Niveau vom Vortag.

Nach dem enorm hohen Rückgang der Rohölbestände in den USA aus der Vorwoche liegt der Fokus der Händler auf den aktuellen Bestandsdaten. Tropensturm Hermine war vergangene Woche dafür verantwortlich, dass die Öl-Lagerbestände so stark zurückgegangen sind, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Durch den Sturm konnten Tankschiffe nicht entladen werden, was zu einem Einbruch der Ölimporte führte.

Nun rechnete man wieder mit deutlich steigenden Beständen, da die wartenden Öltanker entladen werden und die Importe damit nachgeholt werden.  Die gestrige Vorabschätzung des API (American Petroleum Institute, größter Interessenverband der amerikanischen Öl- und Gasindustrie) zeigte jedoch nur geringfügige Aufbauten, was den Ölpreisen Auftrieb gab.

Heute Nachmittag werden die offiziellen Daten des DOE (Department of Energy, US Energieministerium) veröffentlicht. Diese enthalten neben den Bestandsveränderungen auch die Entwicklung von Importen und Produktion. Sollten die Bestände tatsächlich kaum zugenommen haben, wäre das wohl ein deutlich stützender Impuls für die Ölpreisentwicklung in der laufenden Woche.

Nichtsdestotrotz sind die Lager für diese Jahreszeit immer noch so voll sind wie nie. Der Ölmarkt ist überversorgt und wird es aller Voraussicht nach auch noch länger bleiben als bisher gedacht. Die aktuellen Monatsberichte von der OPEC, EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik innerhalb des US Energieministeriums) und IEA (International Energieagentur) bestätigen dies.

Es wird einerseits mit einem Rückgang des Nachfragewachstums gerechnet und zudem soll auch die Ölproduktion der Nicht-OPEC-Länder weniger stark abnehmen als bisher erwartet. Im kommenden Jahr rechnet man dann sogar mit einem leichten Anstieg der weltweiten Produktion. Ein Marktgleichgewicht wird dadurch erst Ende 2017 oder auch erst in 2018 erreicht werden können.

Dies setzt die OPEC unter Druck, denn steigt die globale Produktion, so nimmt auch der Kampf um Marktanteile zu, was die Ölpreise tendenziell weiter belasten würde. Sollte das OPEC Angebot deutlich begrenzt werden und die Ölpreise steigen, würde das wiederum den Produzenten außerhalb der OPEC in die Hände spielen.

Die Ölproduktion würde wirtschaftlicher und die Förderung außerhalb der OPEC könnte weiter zunehmen. Insbesondere ein Rückgang der amerikanischen Ölförderung war aber ein wesentliches Ziel der OPEC Preispolitik in den vergangenen zwei Jahren.

Daneben liegen mit dem Iran, Libyen und Nigeria drei OPEC Mitglieder weit hinter ihren angestrebten Produktions- und Exportmengen. Diese Länder werden einer Begrenzung der Förderung auf aktuellem Niveau kaum zustimmen. Daher ist es fraglich, ob die angekündigten Verhandlungen zu einer Förderbegrenzung zu einem tragfähigen Kompromiss führen werden.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass derzeit weder ein Anstieg über die 50 Dollar-Marke noch eine klare Abwärtsbewegung unter 40 US-Dollar wahrscheinlich sind.

Entwicklung Eurokurs

Auch der Wechselkurs des Euro bewegt sich derzeit wenig. Seit ca. einer Woche ist ein Euro etwa 1,125 US-Dollar wert. Kommende Woche entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren geldpolitischen Kurs, was zu mehr Bewegung beim Eurokurs führen könnte.

Ein höherer Leitzins würde den US-Dollar für Anleger attraktiver machen und stützt damit den Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der durchschnittliche Heizöl Tagespreis für eine 3.000 Liter Standard Lieferung liegt heute Morgen bei 50 Cent pro Liter. Heute Nachmittag wird sich aller Vorrausicht nach der weitere Trend für diese Woche herausstellen, wenn die Entwicklung der Ölbestände in den USA klar sein wird.

Wir halten es aktuell noch für gut möglich, dass der Heizölpreis dann weiter sinkt. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir aber auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar. Zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage dann erfahrungsgemäß deutlich an.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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