Heizölpreise vor Trendwende?

Heizoelpreis sinkt 110816

Die Heizölpreise werden heute den zweiten Tag in Folge leicht sinken. Damit deutet sich eine Trendwende an, nachdem die Tagespreise in der ersten Augustwoche fast durchgängig gestiegen sind. Grund sind in erster Linie fallende Ölpreise, aber auch der gestärkte Eurokurs.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise starteten Anfang  August einen Aufwärtstrend, der nun aber bereits ein Ende gefunden haben könnte. Es gibt aktuell kaum noch Faktoren, die für einen weiteren Preisanstieg sprechen würden. Allerdings fehlen derzeit ebenso noch Impulse für einen deutlicheren Preisrückgang.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent ging gestern Abend mit 44,05 US-Dollar je Barrel aus dem Handel. Heute Morgen deutet sich bereits ein weiterer Preisrückgang an.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit bei rund 377 US-Dollar je Tonne notiert, ein Rückgang um 10 US-Dollar im Vergleich zum Wochenhoch.

In den vergangenen beiden Tagen wurden die Monatsreports der EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten), der OPEC sowie die aktuellen Ölbestandsdaten aus den USA veröffentlicht.

An den nun sinkenden Ölpreisen lässt sich ablesen, dass sich aus den Berichten ein insgesamt belastendes Bild für den Ölmarkt ergibt. Bei den Monatsreports ist dies in erster Linie den angepassten Prognosen für die Fördermengen geschuldet.

Sowohl EIA als auch die OPEC gehen davon aus, dass die Ölproduktion außerhalb der OPEC deutlich langsamer sinkt, als bisher angenommen. Einsparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen haben dazu geführt, dass z.B. in den USA auch bei einem niedrigeren Ölpreis wirtschaftlich gefördert werden kann.

Zudem liegen die Fördermengen von Russland und Saudi-Arabien auf Rekordniveau und auch in Staaten wie Nigeria und Libyen deuten sich steigende Exporte an. Grundsätzlich wird die Marktlage weniger knapp eingeschätzt als in den vorherigen Monatsberichten.

Die aktuellen US-Ölbestandsdaten des DOE (US Energieministerium) wurden unterm Strich als belastend für die Ölpreise eingeschätzt. Zwar sanken die Produktbestände (Heizöl und Treibstoffe), dies jedoch im saisonal üblichen Rahmen.

Die Rohölvorräte sind dagegen gestiegen und das in einer Zeit, in der die Nachfrage eigentlich hoch sein sollte. Für Analysten ein Hinweis, dass der Markt weiterhin überversorgt ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass momentan kaum noch etwas für eine Fortsetzung des jüngsten Ölpreis-Anstieges spricht. In den nächsten Wochen wird mit einem Rückgang der Nachfrage gerechnet, da Raffinerien saisonale Wartungsarbeiten durchführen und die Fahrsaison endet.

Ohne unerwartete Produktionsausfälle ist für die Ölpreise mittelfristig eine Handelsspanne um die 40 US-Dollar recht wahrscheinlich.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro kann seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar verteidigen. Aktuell ist ein Euro etwa 1,115 US-Dollar wert. Der Eurokurs war am Dienstag nach schwachen Daten zur Entwicklung der Produktivität in den USA gestiegen.

Die in diesem Jahr rückläufige Produktivität bremst die US-Wirtschaft und den Lohnanstieg. Das spricht wiederum für eine niedrigere Inflation und damit gegen höhere Zinsen, was den Dollar schwächt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Öl-Importe für den Euroraum günstiger werden.

Mit viel Bewegung ist nun vorerst nicht zu rechnen, da nur noch wenige wichtige Konjunkturdaten anstehen, die für frische Impulse sorgen könnten.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung ist im bundesweiten Durchschnitt auf 47,60 Euro pro 100 Liter Heizöl gesunken. Das sind etwa 50 Cent weniger als noch am Dienstag.

Mittelfristig haben die Tagespreise für Heizöl durchaus noch Potenzial zu sinken. Deutlichere Preisrückgänge halten wir in dieser Woche jedoch für weniger wahrscheinlich.

Mit der nun ansteigenden Heizöl-Nachfrage werden besondere Liefertermine zunehmend knapper. Wer schnell oder zu bestimmten Zeiten beliefert werden möchte, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?