Heizölpreise weiter auf 8-Wochen-Tief

15. Juli 2016

Heizoelpreis gleich 150716

Nach dem Preissturz vom Mittwoch blieb das Abwärtspotenzial der Ölpreise gestern begrenzt. Letztendlich stiegen die Ölpreise leicht an, was aber durch Gewinne beim Euro ausgeglichen wird. Die Heizölpreise liegen vor dem Wochenende nahezu unverändert auf dem tiefsten Stand seit über acht Wochen.

Ölpreisentwicklung

Die rückläufige Nachfrage und Bestandsaufbauten in den USA haben die Ölpreise am Mittwoch deutlich sinken lassen. Für einen anhaltenden Preisrückgang waren diese Faktoren jedoch nicht ausreichend.

Im gestrigen Tagesverlauf erzeugte der nachgebende Dollarkurs frische Kaufimpulse. Das in Dollar gehandelte Öl wurde für Investoren außerhalb der USA attraktiver. Die Ölpreise legten in der Folge leicht zu. Diese Tendenz konnte sich aber nicht lange halten, im frühen Handel gaben die Ölpreise bereits wieder nach.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 46,77 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell mit 408 US-Dollar je Barrel notiert. Beide Kurse liegen damit in etwa auf dem Niveau von gestern Morgen.

Grundsätzlich befindet sich der Ölmarkt weiter in einer Phase der Anpassung von Angebot und Nachfrage. In ihren jüngsten Monatsreports gehen alle wichtigen Institutionen davon aus, dass sich ein Gleichgewicht schneller einstellt, als bisher erwartet.

Viele Analysten haben zuletzt die Ölpreis-Prognose für dieses und das nächste Jahr nach oben angepasst, was angesichts des rapiden Preisanstieges in der ersten Jahreshälfte aber auch nicht überrascht.

Aktuell scheint es aber nicht weiter aufwärts zu gehen. Ein Rückgang der Nachfrage in den USA und China, die Überversorgung des Marktes mit Produkten (Benzin, Diesel, Heizöl) und eine möglicherweise zeitnah ansteigende weltweite Angebotsmenge verhindern einen weiteren Preisanstieg.

Für ein steigendes Angebot könnte einerseits die US-Schieferölförderung sorgen, die bei einem Preisniveau um die 50 US-Dollar zunehmend wirtschaftlich wird. Zuletzt wurde wieder eine zunehmende Anzahl aktiver Förderanlagen verzeichnet, nachdem in der ersten Jahreshälfte fast durchweg Stilllegungen gemeldet wurden.

Daneben könnten zusätzlichen Mengen aus Libyen das Angebot erhöhen. Nach der Vereinigung der konkurrierenden National Oil Corporations (NOCs), wird eine rasche Wiederaufnahme der Ölexporte angestrebt. Da in der Vergangenheit auf solche Ankündigungen keine Resultate folgten, bleibt es abzuwarten ob jetzt ein tatsächlicher Durchbruch erreicht wurde.

Auf der anderen Seite bleiben jedoch auch Aufwärtsrisiken bestehen. Die OPEC hat bei der Förderung kaum noch Reservekapazitäten, um neue Produktionsausfälle auszugleichen. In Ländern wie Nigeria und Venezuela bestehen durchaus Gefahren, die zu einem signifikanten Einbruch der Ölproduktion führen könnten.

Für die kurzfristige Ölpreisentwicklung könnten die Veränderung der Anzahl aktiver Bohranlagen im heute Nachmittag veröffentlichten Baker-Hughes Report sowie die US-Ölbestandsdaten in der nächsten Woche frische Impulse liefern.

Entwicklung Eurokurs

Der offizielle Referenzkurs der Euro erreichte gestern mit 1,1157 US-Dollar den höchsten Stand seit dem „Ja“ der Briten zum Brexit. Dabei profitiert der Eurokurs von einer weitgehend zuversichtlichen Stimmung an den Finanzmärkten.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute im bundesweiten Durchschnitt bei 48,75 Euro pro 100 Liter Heizöl. Das ist der tiefste Stand seit über acht Wochen.

Die Ölpreise scheinen momentan durchaus noch etwas Abwärtspotenzial zu haben, signifikante Abwärtsbewegungen halten wir aber für weniger wahrscheinlich. Es bestehen zudem durchaus noch Risiken für einen erneuten Durchbruch der 50 US-Dollar Marke.

Unsere Empfehlung lautet daher, die Heizölpreisentwicklung in den nächsten Tagen genau zu beobachten und bei einem weiteren Preisrückgang den dann günstigen Kaufzeitpunkt zu nutzen. 

Wer sicher gehen will, sollte aber jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge im Herbst zu spekulieren.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.