Heizölpreis zum Wochenende: Ölpreise steigen, Heizöl teurer

1. März 2019, Felix Schmidt

Knappe Versorgungslage und OPEC-Kürzungen. Heizölpreis steigt zum Wochenende.

Obwohl die Nachfrage zum heutigen meteorologischen Frühlingsanfang saisontypisch geringer ausfällt, gerät der Heizölpreis durch sinkende US-Bestände, OPEC-Kürzungen und US-Sanktionen unter Druck. Zum Wochenende ist Heizöl teurer.

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Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • US-Ölförderung unerwartet gesunken
  • OPEC-Kürzungen liegen inzwischen bei 275%
  • USA geben strategische Reserven frei
  • Brent bei 66,02 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 630,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1373 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 70,37 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 DOE: Sinkende Ölbestände in den USA
 Hoffnung auf Lösung des Handelsstreits zwischen USA und China
 OPEC-Förderkürzung übererfüllt
 Abschaltung Safaniyah-Ölfeld im arabischen Golf
 Revolution in Venezuela und Verschärfung der US-Sanktionen
 Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April

 China will heimische Ölwirtschaft ausbauen
 Russland und OPEC wollen Allianz stärken

 Brasilien weitet Ölproduktion aus
 Kanada weitet Ölproduktion nach Kürzungen wieder aus
 USA modernisieren ihre strategischen Reserven

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 66,02 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug noch 66,10 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 66,31 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 630,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 621,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 625,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 01.03.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die US-Ölbestandsdaten entwickelten sich in dieser Woche vor allem in eine Richtung – nämlich nach unten. Das bestätigten sowohl die API- als auch die DOE-Daten. Die Märkte traf diese Nachricht durchaus überraschend, denn für gewöhnlich finden zur Saison Wartungsarbeiten in den Raffinerien statt. Gefördertes Öl muss dann erst einmal zwischengelagert werden, bis die Auslastung wieder auf dem Normalniveau ist. Dass die Bestände dennoch gesunken sind, dürfte vor allem bei Heizölkunden unangenehm aufgestoßen sein, da die Preise im Verlauf der Woche anzogen.

Hinzu kommt, dass die OPEC-Staaten ihre Hausaufgaben offenbar sehr gründlich gemacht haben. Erste Zahlen zu den Produktionsmengen im Februar belegen, dass das Kartell die selbst gesteckten Ziele nicht nur erreicht, sondern übererfüllt hat. Insbesondere Saudi-Arabien gab im Verlauf der letzten Monate den Ton an und ermahnte andere Mitgliedsstaaten immer wieder, die Produktion weiter zu kürzen. Neben den freiwilligen Kürzungen sorgen aber auch unfreiwillige Ausfälle und Sanktionen für den starken Rückgang. Das betrifft insbesondere Libyen, wo die Förderung im Sharara Ölfeld seit Ende des letzten Jahres faktisch stillsteht. Der Iran und Venezuela haben darüber hinaus mit den US-Sanktionen zu kämpfen – ganz abgesehen von der Hyperinflation, die das südamerikanische Land fest im Griff hält.

Alles in allem deuten die Zeichen derzeit also eher auf eine Preissteigerung hin – trotz des heutigen meteorologischen Frühlingsanfangs, dazu passenden Temperaturen und der saisonaltypisch gesunkenen Ölnachfrage. Der Brent-Kurs verzeichnete sogar einen der stärksten Jahresstarts seit langem und kletterte im Jahreshoch bereits über 25%. In der Regel ziehen hier die Heizölpreise mit. Hinzu kommen die knappere Versorgungslage aufgrund der OPEC-Kürzungen sowie die sanktions- und konfliktbedingten Ausfälle.

An dieser Lage kann auch die US-Rohölförderung wenig ändern, die sich nach wie vor auf hohem Niveau hält. Erst mit politischen Lösungen für Libyen, Venezuela und den Iran sowie einer Lockerung der OPEC-Ziele dürfte wieder etwas Entspannung einkehren.

Kurzum: Mit einer zeitnahen Aufstockung Ihres Heizölvorrats machen Sie sich von den Unsicherheitsfaktoren unabhängig. Zwar geht man in Expertenkreisen aufgrund der hohen US-Ölexporte nicht von einer langfristigen Preisrallye aus, doch diese Woche zeigt, dass die Mischung aus OPEC-Kürzungen, Sanktionen, Ausfällen und sinkenden Beständen auch den Heizölpreis unter Druck geraten lässt.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1373 US-Dollar, am Donnerstag waren es 1,1370 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde bei 1,1416 US-Dollar festgesetzt.

Der Eurokurs kommt weiterhin nicht wirklich vom Fleck. Oder sollte man besser sagen, er bleibt in Lauerstellung? Der Monat, in dem Großbritannien aus der Europäischen Union austreten will, ist angebrochen. Damit verbleiben nunmehr wenige Tage, um eine Lösung für die festgefahrene Situation herbeizuführen. Zuletzt hatte man eine Verschiebung des Datums in Erwägung gezogen. Dass der Eurokurs nach wie vor auf einem stabilen Niveau notiert, ist ein Indiz dafür, dass man diese Lösung an den Märkten offenbar für wahrscheinlich hält. Eine Frage steht jedoch im Raum: Wird man durch eine Verschiebung des Austrittsdatums wirklich zu einer Lösung kommen? Viele bezweifeln das. Zu allem Überfluss stehen im Mai die Europawahlen an, an denen Großbritannien im Falle einer Verschiebung teilnehmen müsste. Man wird also in den nächsten Wochen genau beobachten können, welche Entscheidungen den Eurokurs beeinflussen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE: US-Ölförderung unerwartet gesunken
  • OPEC-Kürzungen sind übererfüllt
  • USA geben strategische Reserven frei

DOE: US-Ölförderung unerwartet gesunken

Analog zu den sinkenden US-Ölbeständen wurde nun bekannt, dass auch die US-Ölförderung im Dezember gesunken ist. Die Daten werden für gewöhnlich immer mit einer gewissen Verzögerung veröffentlicht. Dennoch kommen beide Nachrichten für die Märkte durchaus überraschend – insbesondere mit Blick auf die Förderung, die in den vorausgegangenen Monaten immer wieder Rekordniveaus verzeichnete.

Insgesamt blickt man in der US-Ölindustrie dennoch relativ gelassen auf diese Nachricht, denn die Abweichungen zwischen den wöchentlichen DOE-Prognosen und den tatsächlichen Zahlen sind im Großen und Ganzen konstant geblieben. Trifft dieser Trend auch auf die DOE-Daten in dieser Woche zu, dürfte die tatsächliche Produktion bei rund 12,3 Mio. Barrel pro Tag liegen und damit bereits fast das Durchschnittsniveau erreicht haben, das die EIA für das Jahr 2019 annimmt. Genauere Aussagen werden mit Hilfe der kommenden Monatsberichte möglich sein.
 

OPEC-Kürzungen sind übererfüllt

Insbesondere Saudi-Arabien war immer wieder federführend, wenn es um das Erreichen der selbst gesteckten Kürzungsziele ging. Das Land kehrte jedoch nicht nur vor seiner eigenen Haustür, sondern ermahnte auch die anderen Mitglieder des Ölkartells, sich an die Vorgaben zu halten. Selbst Russland wurde mehrmals von Saudi-Arabien dazu gedrängt, die Ölproduktion zu kürzen, obwohl das Land selbst nicht Teil des Kartells ist. Das konsequente Vorgehen Saudi-Arabiens scheint sich nun auszuzahlen. So haben die OPEC-Staaten das Kürzungsziel im Februar mit 125% bereits übertroffen. Und auch Russland will bis April die Kürzungen vollständig umsetzen.

Den größten Einbruch verzeichneten jedoch Venezuela und der Iran –nicht etwa aufgrund der freiwilligen Kürzungsziele, sondern vielmehr wegen der anhaltenden US-Sanktionen und der politischen sowie wirtschaftlichen Krise in dem südamerikanischen Land. Bezieht man diese unfreiwilligen Kürzungen in die Rechnung ein, fiel die Gesamtförderung der OPEC-Staaten gegenüber Oktober 2018 rund 275% geringer aus.
 

Die USA geben strategische Reserven frei

Bis zu 6 Mio. Barrel der strategischen Ölreserven sollen laut US-Energieministerium in der nächsten Zeit freigegeben werden. Der Auslöser hierfür ist jedoch nicht eine etwaige Versorgungsknappheit, sondern die beginnende Umsetzung des Modernisierungsgesetzes für die strategischen Reserven. Das sieht den Verkauf Reserven im Wert von bis zu 2 Mrd. Dollar zwischen den Jahren 2017 und 2020 vor. Davon sollen rund 300 Mio. Dollar in diesem Jahr erzielt werden. Bezieht man die aktuellen Rohölpreise ein, würde dieser Wert durch den Verkauf von 6 Mio. Barrel sogar noch überschritten werden.

Zwar steht die Freigabe der Reserven nicht unmittelbar im Zusammenhang mit einer Versorgungsknappheit, doch der Zeitpunkt bleibt interessant, da die Mengen genau dann auf den Markt kommen, wenn die US-Ausnahmeregelungen für die Iran-Sanktionen auslaufen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,37 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag lag der Heizölpreis bei 70,12 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Felix Schmidt – Autor
            

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