Heizölpreise Entwicklung und Tendenz Monat Mai

4. Juni 2015

Heizölpreisentwicklung Mai 2015

Der Monatsverlauf war im Mai von uneinheitlichen Schwankungen der Ölpreise sowie des Euro-Dollar-Kurses geprägt. Letztendlich lag der Preis für die europäische Referenzsorte Brent um etwa 1,20 US Dollar unter dem Wert von Beginn des Monats. Der bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl hat sich im Vergleich zu Monatsanfang hingegen kaum verändert und kostete im bundesweiten Durchschnitt letztlich 65,73 Euro
pro 100 Liter.

Heizölpreisentwicklung Mai

In der ersten Maiwoche stieg der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Lieferung mit etwa 67 Euro pro 100 Liter auf den derzeitigen Jahreshöchststand. Im weiteren Monatsverlauf gab es bei den Heizölpreisen mehrere Richtungswechsel, die sich für eine 3000 Liter Standardlieferung innerhalb von 2 Euro pro 100 Liter bewegten. Preisanstiege waren begründet durch die Notierung von ICE Gasoil, die durch den Abbau der US-Ölbohranlagen und den rückläufigen Rohöllagerbeständen zeitweise angestiegen ist.

Veränderungen der Lagerbestände können Hinweise auf die Entwicklung der Rohöl- und Produktpreise geben. Verkleinern sich die Bestände, so verknappt sich das Angebot und die Preise werden tendenziell steigen. Sind die Bestandsdaten in den Lägern dagegen hoch, sind die Ölpreise auf Grund des großen Angebotes eher niedriger. Die Lagerbestände werden wöchentlich von der API und EIA veröffentlicht. Bei letzterer sind betroffene Unternehmen  dazu verpflichtet, ihre Daten regelmäßig bekannt zu geben, um eine aussagekräftige Einschätzung der Lagerbestände treffen zu können.

Um eine höhere Nachfrage des Marktes nach Kraftstoffen, wie beispielsweise zum US-Memorial Day im Mai, bedienen zu können, wird der Output in den Raffinerien tendenziell erhöht. Dies setzt somit die Verarbeitung einer erhöhten Rohölmenge voraus, was die Lagerbestände bei gleichen Förderungsmengen schmälert. Die geringeren Lagerbestände sorgen in Verbindung mit der hohen Nachfrage in der Regel für einen Preisanstieg des Öls.

Für die zeitweise Verteuerung der Ölpreise, die im generellen Monatsverlauf jedoch einem Abwärtstrend folgten, war neben den Lagerbeständen auch der Höhenflug des Euros ausschlaggebend. Dieser konnte gegenüber dem US Dollar gewinnen, da die US-Konjunkturdaten hinter den Erwartungen zurückblieben und auch der dortige Arbeitsmarktreport nicht wie erhofft ausfiel. Mitte der Woche erreichte er mit einem Kurs von 1,1445 US Dollar seinen Höchststand seit Februar. Für Investoren außerhalb der USA gilt ein starker Euro als begünstigend, da er das in US Dollar gehandelte Öl verbilligt. Nach dem deutlichen Ausschlag nach oben zeigte er sich zunächst eher schwächer und erholte sich kurz vor Monatsende mit einem Wert um die 1,11 US Dollar-Marke.

Für den schwachen Eurokurs während des Monats gab es mehrere Gründe. In der Monatshälfte kündigte die EZB das Vorhaben an, ihre geplanten Wertpapierkäufe vorziehen zu wollen. Mit den Anleihekäufen würde die EZB weiteres Geld in den Umlauf bringen. Hierauf reagierte der Kurs binnen eines Tages mit einem Verlust von etwa 2 Cent.

In der letzten Maiwoche wurde der Abwärtstrend des Eurokurses weiterhin durch die anhaltende Schuldenkriese in Griechenland beeinflusst. Am Monatsende stand eine weitere Zahlung in Millionenhöhe an, bei dem nicht sicher war, ob diese beglichen werden könne.

Die Veröffentlichung spanischer Wahlergebnisse sorgte ebenfalls für Unsicherheit. Bei dieser wurde bekannt, dass in vielen Regionen Protestparteien, die gegen den Sparkurs Spaniens halten, an Unterstützung gewonnen haben.

Enttäuschende US Konjunkturdaten und stabile Zahlen aus der Eurozone sorgten kurz vor Monatsende aber wieder dafür, dass der Eurokurs fast bis auf Ausgangsniveau von Monatsbeginn zurückkehren konnte.

Nach den US Feiertagen zeichnete sich der generelle Abwärtstrend der Ölpreise weiter bis zum Monatsende ab. Lag die Notierung für ICE Gasoil zu Beginn noch bei etwa 599 US Dollar pro Tonne, so sank sie zum Monatsende je Tonne auf rund 593 Euro.

Heizölpreise Tendenz

Für die Prognose der Heizölpreise sind zwei Entwicklungen entscheidend, die vom Eurokurs und die der Ölpreise. Der Eurokurs stand zuletzt bei etwa 1,11 US-Dollar und zeigte sich zum Monatsende etwas gefestigt. Die Ölpreise folgten trotz einiger Ausschläge nach oben auf Monatssicht einem Abwärtstrend. So war der europäische Ölpreis-Index Brent am Ende des Monats um etwa 1,20 US Dollar günstiger als Anfang Mai. Die Differenzen beim Ölpreis wurden jedoch vom relativ schwachen Euro für Abnehmer außerhalb der USA wieder ausgeglichen. Somit kehrten die bundesweiten durchschnittlichen Heizölpreise Ende Mai beinahe zu dem Wert von Monatsbeginn zurück und kosteten zuletzt 65,73 Euro pro 100 Liter.
Sollte sich der Euro aber weiterhin stabilisieren können und die Preise für Öl auf gleichem Niveau bleiben, so könnte man in der nächsten Zeit von einem Seitwärtstrend der Heizölpreise ausgehen. Abzuwarten ist nun die Entwicklung weiteren US-Lagerbestände und die Entscheidung über die Fördermengen beim OPEC-Treffen Anfang Juni.

Die enormen Preisschwankungen betreffen auch direkt die Heizölpreise. Umso wichtiger ist es, sich über die laufende Heizölpreisentwicklung zu informieren. Registrierten Kunden bieten wir die Möglichkeit, sich periodisch über den aktuellen Heizölpreis per E-Mail informieren zu lassen. Auch die Anlage eines Wunschpreises kann dabei helfen, einen günstigen Kaufzeitpunkt zu finden.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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