Heizölpreise fallen zum Wochenende – zumindest etwas

9. November 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise fallen zum Wochenende 09.11.18

Aktuell ist an den Ölmärkten sofort verfügbares Öl günstiger als später verfügbares Öl. Das verdeutlicht die sich fundamental drehende Stimmung am Markt und die Tendenz zu weiteren Preisnachlässen. Die Heizölpreise bleiben entkoppelt von den internationalen Ölpreisen. Heizöl heute dennoch günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • China will unabhängiger von Ölimporten werden
  • Norwegisches Ölunternehmen muss Produktionsstätten aufgrund von Havarien runterfahren
  • Saudi-Arabien spielt in Studie Ende der OPEC durch
  • Technische Analysen bestätigen Trend zu Preisnachlässen
  • Brent bei 70,78 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 672,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1341 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 92,78 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC und Russland bringen weitere Produktionskürzungen ins Spiel
Venezuela fördert alarmierend weniger Öl
Zweite Sanktionswelle gegen Iran tritt in Kraft
Saudi-Arabien erwägt Produktionskürzungen
Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht

US-Pipelineprojekte bald abgeschlossen – mehr US-Öl für den Weltmarkt in Aussicht
Trump will angeblich Handelsstreit mit China beilegen
USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
Russland weitet Förderreserven aus
Russland will wohl Tauschgeschäft mit Iran umsetzen

EIA erwartet sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
Indien und Südkorea erhalten Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
USA fördern auf Rekordniveau
Saudi-Arabien und Russland haben Ölförderung um 1,5 Mio. Barrel pro Tag angehoben
Libyen mit ausbaufähiger Ölförderung
Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 70,78 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstag betrug noch 72,24 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 72,07 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 672,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Donnerstag lag bei 697,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 681,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 09.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Was Marktbeobachter schon länger vermuten, bestätigt sich nun auch in den reinen Marktzahlen: Die Tendenz zu Preisnachlässen hat sich zu einem Trend entwickelt. Dies wird in der Contango-Position deutlich, bei der sofort verfügbares Öl günstiger ist als jenes, das in Futures mit einem späteren Erfüllungszeitpunkt gehandelt wird.

Ist das verfügbare Öl günstiger, deutet dies auf eine komfortable Versorgungslage hin und zeigt damit auch in die Zukunft, in der Preissteigerungen erst einmal auch spekulativ sinnlos erscheinen. Mit dieser technischen Tatsache hat sich wohl vorerst das Problemfeld Iran aufgelöst. Hinzu kommt die Meldung, dass China – aktuell größter Importeur von Öl – die eigene Förderung anschieben will, um sich unabhängiger vom Markt zu machen. China stand ebenfalls im Mittelpunkt der Auseinandersetzung USA-Iran und konnte damit durchaus unter Druck gesetzt werden. Dieser Druck könnte nun ebenfalls abnehmen.

Kurzfristige Abschaltungen von norwegischen Produktionsanlagen in der Nordsee können an dieser Stimmung kaum etwas ändern. Wie immer beeilt sich die OPEC, zum richtigen Zeitpunkt Neuigkeiten in die Welt zu setzen, um die Stimmung zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

In diesem Fall probt Saudi-Arabien allerdings einen Alleingang – wortwörtlich. Denn das Land hat eine Studie in Auftrag gegeben, die feststellen soll, ob der größte OPEC-Produzent auch ohne das Kartell erfolgreich sein könnte. Das ist zwar alles andere als eine Tatsache, doch allein der Gedankengang und die „zufällige“ Veröffentlichung der Studienabsicht reicht aus, den Markt aufhorchen zu lassen.

Gleichzeitig ist aber auch der Euro wieder deutlich gefallen, nachdem die Pressekonferenz der US-Notenbank Fed weitere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt hat und damit den Dollar als Investition immer attraktiver macht. Steigt der Dollar, wird Öl für inländische Käufer teurer und die deutlichen Preisnachlässe im Rohstoffmarkt heben sich damit bis zu einem gewissen Punkt wieder auf.

Dennoch reichen die Abwärtsimpulse heute sogar, um den entkoppelten Heizölpreis im Inland zumindest sichtbar nach unten zu bewegen. Solange sich die Pegelstände der Flüsse nicht wieder auffüllen, wird sich an dieser Situation aber nur wenig weiter verbessern.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1341 US-Dollar, Donnerstag um die gleiche Zeit waren es 1,1433 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag wurde bei 1,1424 US-Dollar festgesetzt.

Wie fast erwartet, ist der Dollar nach der Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed deutlich gestiegen und hat damit den Euro im gleichen Maße belastet. Allein die Aussicht auf weitere Zinsanhebungen in den USA macht den Dollar als Anlage attraktiv.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • OPEC ohne Saudi-Arabien?
  • China will eigene aktive Ölwirtschaft
     

Plant Saudi-Arabien den Alleingang?

Ein Business-Szenario macht zwar noch keinen Ausstieg, und Überschriften wie „Ende der OPEC“ sind vollkommen übertrieben. Dennoch ist es interessant, dass Saudi-Arabien in einer Studie durchspielt, wie es ohne die OPEC auf dem Markt bestehen könnte. Die Studie widmet sich intensiv dem Einfluss der Reservekapazität auf den Markt – ein Hebel, den das seit 1960 bestehende Kartell gerade in letzter Zeit immer wieder angesetzt hat.

Faktisch dürfte klar sein, dass die OPEC ohne Saudi-Arabien viel an Marktmacht und Einfluss verlieren dürfte. Schließlich ist Saudi-Arabien der größte Produzent und gleichzeitig meinungsmachender Wortführer. Bisher galt die Losung: Was die Saudis tun, tun auch die anderen Mitglieder. Daher käme ein Ausstieg auch theoretisch einer Auflösung bei. Mit diesem Gedanken arbeitet auch die Studie, deren Ergebnisse allerdings noch auf sich warten lassen werden.

Fraglich ist in diesem Szenario, ob alle OPEC-Mitglieder dann gegeneinander um Marktanteile kämpfen, oder ob Saudi-Arabien versucht, sich selbst als „Mini-Kartell“ zu positionieren und mit bestimmten Mechanismen wie zuvor die OPEC agiert.

Unterm Strich lässt sich allein die Verkündigung dieser Studie als Kampfansage an die restlichen Mitglieder sehen, auch ja den Vorgaben Saudi-Arabiens zu folgen. Damit kann das Land zum Beispiel seinen Einfluss bei der Vollversammlung Anfang Dezember gelten machen, bei der beschlossen werden dürfte, ob die Förderhähne demnächst wieder zugedreht werden oder nicht. Die Situation spricht aktuell natürlich eindeutig für Fördersenkungen – schließlich geht es dem Markt besser, als er noch vor wenigen Monaten und Wochen angenommen hat.
 

China sucht die Öl-Unabhängigkeit

Ähnliches Taktieren gibt es auch aus dem Reich der Mitte. China will die eigene Schieferöl-Produktion ankurbeln, um sich unabhängiger vom Weltmarkt zu machen. Damit „kopiert“ das Land einmal mehr eine westliche Wirtschaftsvorgabe und folgt ausgerechnet dem Beispiel der USA. Wir erinnern uns: Die Kopiererei hat letztendlich zum Handelskrieg und den US-Strafzöllen geführt. Schieferöl war bis vor wenigen Jahren noch ein schwer aus dem Boden zu holendes und damit unrentables Gut. Doch massive Sprünge in der Technologie haben dafür gesorgt, dass sich die Produktion selbst bei Barrelpreisen um die 50 Dollar lohnt.

Dass dieser Fakt die Preise in dem Sinne bisher nicht weitgehend beeinflusst, liegt an zwei Punkten: Erstens soll die gesteigerte Förderung die eigene wachsende Nachfrage im Inland befriedigen. Daher gibt es bisher zweitens kaum Anlass, über größere Exportmengen zu diskutieren. Angesichts der enormen Schieflage zwischen Im- und Exporten ist China als Produzent sowieso kaum ein globaler Mitspieler und verdient sein Geld mit anderen Dingen als mit Öl – bisher. Aber: Als größter Importeur der Welt hat China eben auch Einfluss auf die Export- und Absatzmengen größerer Förderländer. Und dies ist der Hebel, den der Markt im Blick behalten wird.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 92,78 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es 93,65 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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