Heizölpreise: Heizöl zum Montag günstiger

28. Januar 2019, Nicola Bergau

Heizöl zum Wochenstart günstiger 28.01.19

Die Entwicklung in Venezuela treibt den Markt immer noch um, allerdings reicht das befürchtete Ausbleiben des venezolanischen Öls nicht aus, um die Preise nennenswert zu verändern. Dennoch sehen erste Analysten eine mögliche Preisentwicklung nach oben. Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Baker Hughes Report: Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen nimmt zu
  • Analysen sehen stabilen Preistrend für 2019
  • Devisenmarkt: Dollarschwäche treibt Euro an
  • Brent bei 60,87 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 563,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1413 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 68,41 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Revolution in Venezuela und mögliche Sanktionen
IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt 2019
Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar
Saudi-Arabien bestätigt Kürzungen der Ölexporte im Januar

Leichter Rückgang der Raffinerieauslastung in den USA erwartet
Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China erwartet

Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen gegen Iran
Öl-Nachfrage sinkt im Januar
EIA: US-Ölproduktion steigt
OPEC-Prognose 2019: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 60,87 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 61,80 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 61,64 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 563,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 572,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 568,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 28.01.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Der Freitag war einer der ruhigsten Handelstage der vergangenen Wochen. Händler hielten sich mit eindeutigen Entscheidungen zur maßgeblichen Veränderung der Ölpreise zurück, da es schlicht keine neuen Impulse aus der Wirtschafts- und Politikwelt gab.

Die Revolution in Venezuela wird weiterhin scharf beobachtet, auch wenn die gefürchteten Einbußen an Öllieferungen aus dem Land im globalen Vergleich immer noch sehr gering sind. Die Messfühler sind jedoch feiner eingestellt, sodass erste Analysten auch im Spiegel der Revolution ihre Preisprognosen für 2019 ein wenig korrigieren: Zwar ist ihrer Meinung nach nicht mit deutlichen Preisanstiegen zu rechnen, doch genauso dürfte es vorerst keine deutlichen Wertverluste an den Rohstoffbörsen mehr geben.

Trotz der steigenden US-Ölproduktion, die am Freitag einmal mehr durch den Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen bestätigt wurde, wird insbesondere das aktive Eingreifen Saudi-Arabiens in den Ölmarkt als Gegenpol eingeschätzt. Sollte sich durch die US-Aktivitäten also eine Preisentwicklung nach unten ergeben, gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass Saudi-Arabien und damit auch die OPEC etwas dagegen unternimmt.

Für Heizölkäufer besonders erfreulich ist heute der gestiegene Eurokurs. Öl wird immer in Dollar gehandelt und der Rohstoff wird so für alle Nicht-Dollar-Nationen günstiger, wenn die heimischen Währungen steigen. Der Euro profitierte dabei von einer breiten Dollarschwäche, die Heizölkäufer profitieren in diesem Umfeld von einem geringeren Heizölpreis. Angesichts der Prognosen ist es eine wirtschaftliche Entscheidung, dieses Preisniveau sofort zu nutzen und den Heizölkauf einzuleiten – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Es ist möglich, dass sich diese stabile Situation nicht lange hält.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,13,95 US-Dollar, am Freitag waren es 1,1323 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde noch bei 1,1346 US-Dollar festgesetzt.

Die Stimmung an den internationalen Handelsmärkten hellt sich auf und schwächt damit die Bedeutung des Dollars als sichere Anlage. Selbst im zuletzt trüben Europa habe sich das Blatt vorerst gedreht. Ein geordneter Brexit scheint nun möglich, was angesichts der schwächeren Konjunkturaussichten für den Euroraum eine besonders gute Nachricht ist.

Gleichzeitig fehlt es aufgrund der Nachwirkungen des Government Shutdown in den USA an Wirtschaftsdaten vom amerikanischen Markt, die der globalen Leitwährung Schwung verleihen könnten. Wann diese folgen, ist aktuell unklar, zumal Trump erneut die Möglichkeit eins weiteren Einfrierens der Regierungsgeschäfte in Aussicht gestellt hat.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Baker Hughes zählt mehr US-Ölbohranlagen
  • Hintergrund: So steht Venezuela auf dem Weltmarkt für Öl
     

Baker Hughes: Erstmals 2019 wieder mehr Ölbohranlagen

Zuletzt hatte die Zählung von Baker Hughes immer weniger aktive US-Ölbohranlagen festgehalten. Das ist in der aktuellen Berichtswoche vorerst vorbei. Nach einem massiven Einbruch um 21 Anlagen ging es in der vergangenen Woche wieder um zehn Anlagen hinauf.

Die Zahlen belegen dennoch, dass sich die Unternehmen vorerst weniger auf die Erschließung neuer Quellen verlegen. Damit lesen erste Analysten auch Auswirkungen der weltweiten Konjunktureintrübung, von denen natürlich auch die maßgeblich treibende Kraft USA nicht verschont bleiben.
 

Venezuelas Platz in der Welt des Öls

Um das internationale Ringen um einen Machtwechsel in Venezuela zu verstehen, ist es auch wichtig, die Position des Landes im weltweiten Ölhandel nachzuvollziehen. Und dabei tun sich zahlreiche Widersprüche auf.

Venezuela ist das Land mit den größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt und damit eigentlich in der Position, ausländische Investoren und den Weltmarkt zu beherrschen. Doch die Ölindustrie ist seit der Machtübernahme von Nicolás Maduro 2013 kontinuierlich ruiniert worden. War sie zuvor schon vom sozialistischen Regime des Hugo Chavez als Selbstbedienungskasse für die herrschende Kaste genutzt worden, wurde dies unter Maduro noch schlimmer.

Er ersetzte Fachleute durch regimetreue Mitarbeiter, die das marode System noch weiter herunterwirtschafteten. Die Förderquoten befanden sich zu Beginn der Revolution durch das Parlament auf dem Niveau der 1950er Jahre.

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich schon bei der nicht demokratischen ersten Ernennung von Maduro eindeutig zu den Machtverhältnissen positioniert. Dabei geht es nicht nur um die eklatanten Menschenrechtsverletzungen im Land, sondern eben auch um Öl.

Die USA sind erklärter Gegner Maduros, wobei sich die Regierung Trump in seltener Einigkeit zur Regierung Obama positioniert hat. Die USA importieren venezolanisches Öl, weil sie die schwere, etwas mindere Qualität dieses Rohstoffs insbesondere in der Verarbeitung auf den Ölplattformen im Golf von Mexiko benötigen.

Wurde bisher das Regime Maduro durch die Öllieferung gen USA quasi zähneknirschend finanziert, hat sich diese Haltung seit der Ausrufung des parlamentarischen Interimspräsidenten Guaidó in der vergangenen Woche eindeutig verändert. Durch mögliche Sanktionen auf venezolanisches Öl wollen die USA diese Einnahmequelle für Maduro und das ihm ergebene Militär versiegen lassen und damit den Machtwechsel vorantreiben.

Europa folgt dieser Auffassung weitestgehend. Die Bank of England hatte laut Quellen am Wochenende Gold im Wert von 1,2 Milliarden Dollar zurückgehalten, das von venezolanischen Regierungsangehörigen aus den Depots entnommen werden wollte. Auch dieser Geldhahn zur Finanzierung der Maduro-Treuen wurde auf Betreiben der USA aktiv zugedreht.

Gleichzeitig hat die EU unter Stimmführung Deutschlands dazu aufgerufen, den demokratischen Prozess in Venezuela voranzutreiben und binnen einer sehr kurzen Frist Neuwahlen mit demokratischer Freiheit anzusetzen. Maduro erteilte dieser Forderung eine brüskierte Absage.

Dabei steht der Diktator, welcher er faktisch ist, nicht isoliert auf der Welt. Zu seinen Unterstützern gehören vorrangig Russland und die Staaten der OPEC. Venezuela ist seit 1960 Teil des Ölkartells, genauso lange wie Saudi-Arabien und damit Gründungsmitglied.

Die Bedeutung als Ölproduzent ist zwar zuletzt immer weiter gefallen, doch ist die Mitgliedschaft in der OPEC auch abseits des Ölfelds eine wichtige Säule für das Regime. Denn Unterstützung durch andere Staaten ist auch eine Form der politischen Legitimierung für die herrschende Klasse.

Sollten bald Neuwahlen kommen und der demokratische Prozess eingeleitet werden, steht diese Mitgliedschaft für nicht wenige Analysten infrage. Denn nicht nur der Interimspräsident Guaidó gilt als proamerikanisch. Die Öffnung zum Westen ist für die Opposition ein wichtiger Schritt in ein neues Zeitalter.

Das ist natürlich weniger im Sinne der OPEC und auch weniger im Sinne Russlands. Doch die OPEC-Mitgliedschaft hat sich in der jüngsten Zeit auch für andere Staaten als weniger fruchtbar als noch vor Jahrzehnten herausgestellt, das Bündnis bröckelt. Selbst Wortführer Saudi-Arabien hat schon einmal öffentlich die Folgen eines Austritts durchkalkuliert. Katar hatte seine Mitgliedschaft jüngst beendet.

Unterm Strich geht es beim Ringen um Venezuela für die Welt darum, sich als Investor ein Stück vom riesigen Ölreichtum des Landes zu sichern. Eine demokratische Öffnung hieße nämlich auch Bedarf nach ausländischen Geldgebern. Bis das Realität wird, dürfte es jedoch noch Jahre dauern, auch wenn die Revolution morgen vorbei und Maduro wirklich abgesetzt ist.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,41 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 69,17 Cent, übers Wochenende noch 69,03 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

Nico Bergau - Leiter Onlinehandel

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

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