Heizölpreise hoch, aber stabil

6. November 2018, Peter Dudda

Heizölpreise zum Dienstag stabil 06.11.18

Am Montag sind die neuen US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft getreten. Die Auswirkungen auf die Ölpreise sind (vorerst) erwartungsgemäß verhalten, die Kurse befinden sich in Konsolidierung. Die Heizölpreise ziehen im Tagesvergleich minimal an, sind aber ebenfalls stabil.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Iran-Sanktionen: Keine Auswirkungen auf Ölpreise
  • US-Öl: Ausbau von Transportkapazitäten geht voran
  • Brent bei 72,78 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 678,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1420 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 92,33 Euro / 100L

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Zweite Sanktionswelle gegen Iran tritt in Kraft
 Saudi-Arabien erwägt Produktionskürzungen
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht

 US-Pipelineprojekte bald abgeschlossen – mehr US-Öl für den Weltmarkt in Aussicht
▶ Trump will angeblich Handelsstreit mit China beilegen
 USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus
 Russland will wohl Tauschgeschäft mit Iran umsetzen

 Indien und Südkorea erhalten Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau
 Saudi-Arabien und Russland haben Ölförderung um 1,5 Mio. Barrel pro Tag angehoben
 Libyen mit ausbaufähiger Ölförderung
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 72,78 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag lag noch bei 72,66 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 73,17 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 678,00 US-DollarDer Vergleichswert am Montag lag bei 672,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 682,00 US-Dollar.
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 06.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Mit einer Ausnahmeregelung für acht wichtige Abnehmer iranischen Öls haben die USA gestern das Ruder noch einmal rumgerissen. Vielmehr anders lässt sich der nahezu ausbleibende Einfluss der neuen Sanktionswellen gegen den Iran nicht erklären. Seit gestern darf im Prinzip kein Land mehr iranisches Öl importieren, tut es das dennoch, bekommt es Probleme mit den US-Sanktionswächtern. Das der Iran nun doch noch Öl an ausgewählte Länder exportieren darf entlastet die Versorgungslage, welche allerdings ohnehin als weitestgehend stabil gilt. Denn in den vergangenen Wochen und Monaten haben vor allem Russland und Saudi Arabien ihre Ölförderung weiter hochgefahren, tatsächlich mit dem Ziel die Ölpreise, welche jüngst ihr 4-Jahreshoch markierten, nicht allzu stark nach oben ausschlagen zu lassen. Zwar kommen hohe Ölpreise naturgemäß jedem Ölproduzenten entgegen, doch sind die Preise allzu hoch, belastet das auch die Nachfrage. Fraglich ist wie lange die USA ihren „Kuschelkurs“ in Sachen Ölimporte aus dem Iran durchzieht. Einige Analysten verweisen auf die heute stattfindenden Mid-Term-Wahlen in den USA. So gibt es die Spekulation, dass die US-Administration zu hohe Verbraucherpreise für Kraftstoffe und Heizöl in dieser Woche vermeiden will, um letztlich die Wählergunst nicht unnötig zu belasten. Welche Auswirkungen die Iran-Sanktionen noch haben können steht weiter in den Sternen. Sollten die USA die Sanktionen in schärferer Art und Weise als bisher durchdrücken, könnte es bis Ende des Jahres noch einmal spannend um die Versorgungslage und damit die Preisbildung werden.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Dienstagmorgen kostete der Euro 1,1420 US-Dollar, Montag um die gleiche Zeit waren es 1,1383 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Montagnachmittag bei 1,1370 US-Dollar festgesetzt.

Gestern dominierten Daten aus dem Dienstleistungssektor der Eurozone – und unerwarteter Weise stützten sie den Euro. Volkwirte malten das Bild vor der Veröffentlichung noch schwärzer, zwar sank der Wert auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren, doch vielen die Verluste nicht so kräftig aus wie angenommen.

Eine weitere Überraschung lieferten Zahlen zu den Auftragseingängen der deutschen Industrie.  Wie schon im August, sind die Zahlen auch im September gestiegen. Auch hier wurde zu vor ein Rückgang erwartet. Der Euro nutzt diese Nachrichten für eine leichte Erholungsphase. Zum Ende der Woche hin könnte sich das wieder erledigt haben. So stehen in den USA weitere Entscheidungen zur Zinspolitik auf dem Programm. Analysten gehen von weiter steigenden Zinsen im US-Markt bis zum nächsten Jahr aus.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Heizölpreise bleiben entkoppelt – die Gründe
  • Flutet US-Schieferöl im nächsten Jahr den Weltmarkt

 

Kein Regen und Raffinerie-Ausfall sorgen für hohe Heizölpreise

Im Inland werden wir von den Entwicklungen an den Ölmärkten so schnell weiter nicht allzu viel merken. Die Heizölpreise sind und bleiben wohl vorerst entkoppelt von den globalen Ölpreisen. Es gibt dafür im wesentlichen zwei Gründe:

Die wichtigsten Flüsse für die Binnenschifffahrt leiden weiter unter teils extrem niedrigen Pegelständen. Transportschiffe für Öl und Ölprodukte, welche einen nicht unwesentlichen Teil der Versorgung weiter Teile Deutschlands gewährleisten, können so nur noch mit einem Bruchteil ihrer Ladung fahren. Die Transportkosten pro Tonne Ladung vervielfachten sich entsprechend, für den Verbraucher spiegeln sich diese Kosten in deutlichen Preissteigerungen beim Heizöl wieder. Betroffen ist neben weiten Teilen des Rheins partiell auch die Elbe und die Donau.

Der zweite Grund liegt schon einige Monate zurück und steht im Zusammenhang mit einer Havarie bei einer Raffinerie im bayerischen Vohburg. Die Raffinerie kann ihre volle Produktion wahrscheinlich erst wieder zum Frühjahr des nächsten Jahres aufnehmen, bis dahin müssen Händler ihre Waren aus den Nachbarregionen beziehen, was dann ebenso wieder für höhere Frachtkosten sorgt. Dadurch wird aber auch das Angebot in eigentlich gut versorgten Regionen verknappt, so dass die Preise mittlerweile nahezu bundesweit sehr stark gestiegen sind.

Entspannung insgesamt können nur langanhaltende und ergiebige Regenfälle bringen. Wann wir diese erwarten können weiß wohl nur der Wettergott selbst. Heizölkunden müssen sich daher in jedem Fall weiter auf ein hohes Preisniveaus und längere Lieferzeiten, in den meisten Regionen von mindestens 40 Tagen, gefasst machen.  


USA: Pipelineprojekte stehen vor Abschluss

Die USA haben Russland in Sachen Ölförderung jüngst auf Platz zwei verwiesen. Dafür trägt im Wesentlichen die Schieferölförderung verantwortlich. Die Methode Öl aus tiefen Gesteinsschichten herauszupressen hatte die USA in der Vergangenheit bereits vom weltweit größten Öl-Importeur zum größten Öl-Exporteur avancieren lassen. Doch die US-Ölförderer stehen seit geraumer Zeit vor einem logistischen Problem: Zwar kommen landesweit die Förderplattformen mit der Öl-Förderung kaum hinterher, dieses Öl dann aber auch abzutransportieren ist teils nur schwer und mit hohem Aufwand möglich. Das trägt auch dazu bei, dass die US-Rohölsorte WTI zur Zeit etwa 10 US-Dollar niedriger notiert als die europäische Refenz-Ölsorte Brent. Dieser „Spread“ könnte sich allerdings bald erledigt haben. Die bereits vor Jahren initiierten Pipelineprojekte stehen im nächsten Jahr vor ihrem Abschluss, US-Öl steht damit dem Weltmarkt in deutlich höheren Mengen als noch heute zur Verfügung. Zeitgleich bedeuten die neuen Kapazitäten aber auch, dass die US-Ölförderung wohl noch weiter zunehmen wird. Wie die OPEC und Russland auf die Mehrmengen reagieren wird, könnte im nächsten Jahr ein dominierendes Thema an den Ölmärkten sein.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 92,33 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 92,16 Cent, am Freitag und über das Wochenende 92,84 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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