Heizölpreise: Iran kritisiert OPEC-Partner

6. August 2018, Peter Dudda

Heizöl zum Wochenstart etwas teurer 06.08.18

Insgesamt gab es wenig Bewegung an den Ölmärkten. Im Fokus steht in dieser Woche wohl der Iran. Zum einen aufgrund der anstehenden US-Sanktionen, zum anderen aufgrund der iranischen Kritik an der OPEC. Ein schwacher Euro sorgt am Montag für steigende Heizölpreise.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Iran erzürnt über OPEC-Produktionssteigerungen
  • Ölförderung Saudi Arabiens niedriger als angenommen
  • Anzahl aktiver US-Öl-Bohranlagen abgenommen
  • Brent bei 73,23 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 651,25 US-Dollar
  • Euro fällt weiter auf 1,1567 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 70,41 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung
 

 Ölproduktion Saudi Arabiens geringer als gedacht
Starker Bestandsabbau im US-Öllager Cushing
 Iran führt militärische Übungen in Seestraße Hormuz durch
 China investiert in die Infrastruktur
 Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
 Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten

 Iran kritisiert OPEC-Produktionsausweitungen
Einvernehmliches Ergebnis im Handelsstreit zwischen USA und EU

 China verhängt Strafzölle auf US-Öl-Importe
Spekulationen um neuerliche OPEC-Produktionsausweitung
 DOE und API vermelden mehr Öl in US-Vorratslagern
 Saudi-Arabien senkt Preise für September-Lieferungen
 EIA: US-Ölförderung wird im Juli und August stark steigen
 Wachstum der globalen Ölnachfrage verlangsamt sich

 

 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte zum Wochenstart wenig verändert bei 73,23 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag lag bei 73,39 US-Dollar, der Schlusspreis für Freitag wurde bei 73,21 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Montagmorgen bei 651,25 US-DollarDer Vergleichswert am Freitag lag bei 647,75 US-Dollar, während der Schlusspreis am Freitag bei 650,00 US-Dollar festgehalten wurde.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 06.08.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Am Freitag wurden die Preise durch das iranische Militärmanöver in der Straße von Hormuz und erheblichen Bestandsabbauten im zentralen US-Öllager Cushing gestützt. Nachrichten über eine gestiegenen Ölförderung der OPEC und Russlands hielten die Kurse von Aufwärtsbewegungen ab. Auch die Nachricht zur Verhängung von Strafzöllen auf US-Öl beim Import nach China, sorgte zum späten Handel dann eher für Druck auf die Kurse. Händler nutzten diese angespannte Situation für Gewinnmitnahmen. Erst kurz vor Handelsschluss konnten sich die Preise wieder etwas erholen. Mit Blick auf die Kurse von heute Morgen hat sich damit im Vergleich zu Freitagmorgen wenig getan.  
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro ist von Donnerstag zu Freitag unter die 1,16-Dollarmarke gefallen. Auch zum Start der neuen Woche bleibt die Gemeinschaftswährung auf diesem Niveau. Zum Morgen kostete der Euro 1,1567 US-Dollar, am Freitag waren es noch 1,1588 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1588 US-Dollar fest.

Als Hauptgrund für die gegenwärtige Entwicklung wird die Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks verantwortlich gemacht. So profitiert der Dollar von den Maßnahmen der US-Notenbank FED, welche auf stetige Zinsanhebungen setzt. Die Europäische Zentralbank ist hingegen deutlich zurückhaltender und möchte das Rekordtief bei den Leitzinsen noch weit bis in das nächste Jahr beibehalten. Für heute könnten Zahlen zu den Auftragseingängen bei der deutschen Industrie für Bewegung beim Euro sorgen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Iran übt scharfe Kritik an OPEC-Partner
  • Saudi Arabiens Ölförderung niedriger als angegeben?
  • Anzahl aktiver US-Bohranlagen rückläufig
     

Iran wirft Partnern Bruch des Förderkürzungsdeals vor

Ende Mai beschlossen die OPEC und ihre Partner, allen voran Russland, eine Ausweitung ihrer Produktionsmengen im Rahmen des seit November 2016 bestehenden Förderkürzungsdeals. Das OPEC-Mitglied Iran wirft seinen Partnern nun ganz offen Wortbruch vor. Konkret geht es um die Beschlüsse bei einer Telefonkonferenz zu den Produktionsmengen im Juli. Dort sei deutlich geworden, dass die im Mai beschlossene Anhebung von täglich einer Million Barrel überschritten wird, sollten Russland, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait ihre Produktion wie dort angekündigt tatsächlich ausweiten. Insgesamt könnte es sich bei der Überschreitung um eine täglich Menge von über 400.000 Barrel handeln.

Der Iran wirft den Partnern indes vor, mit den eingeleiteten Maßnahmen zur Produktionssteigerung, die Sanktionsbestrebungen der USA zu unterstützen. Denn umso mehr Öl aus Reihen der OPEC gefördert wird, umso weniger Auswirkungen könnten Sanktionen gegen den Iran, vor allem hinsichtlich der Beschränkung des Öl-Exports, auf die internationalen Ölmärkte haben. Der Iran verwies zudem mit aller Deutlichkeit auf die Notwendigkeit von einstimmig gefassten Beschlüssen zu Produktionsausweitungen. Die angesprochenen Länder hätten damit kein Recht die Öl-Förderung wie angekündigt anzuheben.
 

Zahlen zur saudischen Ölförderung unklar

Nach Zahlen des Informationsdienstes Bloomberg soll Saudi Arabien zuletzt im Juli 10,65 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert haben. Aus Kreisen der OPEC wird dieser Wert nun revidiert. Tatsächlich sollen die Saudis nur eine tägliche Menge von knapp 10,5 Millionen Barrel pro Tag gefördert haben. Weitere Daten, welche hauptsächlich auf den Exportmengen eines Produzenten beruhen, belegen allerdings auch die Möglichkeit, dass es sogar nur 10,3 Millionen Barrel pro Tag waren. Das Problem bei dieser Einschätzung ist vor allem die Einschätzung der Produktionsmenge an den Exporten festzumachen. Denn dabei bleibt eine Hintertür: Die Läger der meisten Förderer sind in den letzten Monaten leergelaufen. Dafür zeichnete die anhaltende Unterversorgung verantwortlich. Aktuell befinden sich die Märkte im Gleichgewicht. Abnehmer für Öl zu finden ist entsprechend schwieriger. Sollten die Saudis ihre Läger aktuell wieder füllen und damit weniger exportieren, kann die letztere Einschätzung zu den saudischen Produktionsmengen dadurch wieder relativiert werden. Für Absatzprobleme Saudi Arabiens spricht zudem auch die Senkung der Exportpreise für Rohöl für Lieferungen im Monat September.
 

US-Bohranlagen rückläufig

859 aktive Öl-Bohranlagen in den USA, in der Wochwoche waren es noch 2 mehr. Das Langzeithoch lag Ende Mai bei 863 Anlagen. Für Analysten zeichnet sich damit vor allem eines ab: Beim aktuellen Preisniveau an den Ölmärkten stößt das Wachstum der US-Ölwirtschaft an seine Grenzen. Dennoch sollte das Signal nicht überbewertet werden. Denn es dauert in der Regel 6 bis 9 Monate bevor das Öl aus einer angebohrten Quelle dem Markt auch zur Verfügung gestellt werden kann. Eine steigende US-Ölförderung scheint damit auch weiterhin gesichert.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet vor allem aufgrund des schwachen Euros aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,66 Cent pro Liter Heizöl. Übers Wochenende waren es noch 70,41 Cent.

Auch wenn sich die Versorgungslage zu bessern scheint und damit auch Aussichten auf Preisnachlässe bestehen, sollten Heizölverbraucher weiter vorsichtig sein wenn sie auf fallende Ölpreise setzen. Vor allem der fallende Eurokurs könnte bei gleichbleibenden Ölpreisen in den nächsten Tagen für teureres Heizöl sorgen. Auch die niedrigen Pegel am Rhein spielen bei der innerdeutschen Versorgung eine Rolle. Bereits seit einigen Tagen können die Transporte auf den Flüssen mangels Tiefgang nicht im gewohnten Umfang erfolgen.

Damit wird es immer wichtiger, sich das heutige Preisniveau zum Heizölkauf zu sichern. Das gilt insbesondere, wenn sich der Tank leert. Denn so machen Sie sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.