Heizölpreise nach US-Wahlen unsicher

10. November 2016

Heizoelpreise steigen

Nach dem unerwarteten Wahlsieg Donald Trumps stellen sich die Märkte neu ein. Einschätzungen und Erwartungen an den neuen Präsidenten müssen mit aktuell fundamentalen Marktzahlen abgeglichen werden. Die US-Bestandsdaten liefen keine klare Richtung.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise erholten sich im gestrigen Tagesverlauf  ein wenig von dem Überraschungssieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. In der Nacht zuvor hatten die Ölpreise nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen deutlich nachgegeben. Von dem Wahlsieger wird eine weitaus freundlichere Politik für die US-Ölindustrie vermutet, als sie von seiner Widersacherin erwartet wurde.        

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel des europäischen Nordseeöls Brent kostet momentan 46,40 US-Dollar und damit in etwa so viel  wie der gestrige  Schlusskurs von 46,36 Dollar.

Bei den Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, verhielt es sich ähnlich. Aktuell liegt der Kurs bei 420 US-Dollar pro Tonne und damit lediglich 2 US-Dollar über dem gestrigen Schlusskurs.

Am Tag nach der Wahl begann für viele Marktteilnehmer eine Neueinschätzung der Situation. Wurde von einer demokratischen Präsidentin erwartet, dass sie Subventionen für die US Ölindustrie kürzen wird, so rechnet man bei Trump eher mit einer weiteren Förderung. Die Aussagen Trumps im Wahlkampf zu seiner künftigen Politik, lassen Marktteilnehmer  eher an bearische als an restriktive Maßnahmen glauben. Genehmigungen für Projekte könnten schneller kommen und Umweltschutzauflagen weniger streng werden.

Neben den Erwartungen der zukünftigen Politik besinnt sich der Markt aber auch auf  aktuelle Themen.

Gestern hatte das DOE (US Energieministerium) die US Ölbestandsveränderungen der letzten Woche bekannt gegeben. Demnach war auf der einen Seite Abbau bei  Destillaten und Benzin zu beobachten, auf der anderen Seite ein Aufbau beim Rohöl und den Raffinerieauslastungen.  Letzteres ist nicht überraschend, da die Raffinerien nun aus der Warteposition kommen und ihre Produktion wieder steigern. Vor diesem Hintergrund ist jedoch der Rohölaufbau eher ungewöhnlich,  zumal im gleichen Berichtszeitraum die Importe zurückgegangen sind.

Nachdem bereits der EIA Monatsbericht veröffentlich wurde, warten nun die Marktteilnehmer auf die Monatsreports von IEA und OPEC. Hier erhofft man sich weiteren Aufschluss darüber, wie sich Nachfrage und Angebot weiter entwickeln könnten.

Die EIA hatte ihre Einschätzung der Überversorgung  für 2016 und 2017 bereits höher eingestuft als im letzten Report.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs kann seine Gewinne nicht halten und rutscht sogar unter das Preisniveau vom Anfang der Woche.

Am heutigen Morgen kostet ein Euro wieder deutlich unter 1,010 US-Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1022 und am Dienstag auf 1,1038 US-Dollar festgesetzt hatte

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird stützt dies den inländischen Heizölpreis.

Heizölpreisentwicklung

Heizöl wird heute wohl etwas teurer. Im bundesweiten Schnitt rechnen wir mit einem Preisanstieg von etwa 80 cent pro 100 Liter, wobei die Preisveränderungen regional unterschiedlich ausfallen.

Ein 3.000 Liter Standard Lieferung kostet bei TOTAL im bundesweiten Durchschnitt 52,40 Euro pro 100 Liter Heizöl. Eine Prognose für die weitere Heizölpreisentwicklung ist derzeit sehr schwierig.

Im Vergleich zur vergangenen Woche, Monat oder gar einem Jahr l bietet sich aber weiterhin ein günstiger Kaufzeitpunkt für Heizöl, insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Die Heizöl-Nachfrage zieht angesichts des günstigeren Preisniveaus und der  rasch sinkenden Temperaturen weiter  deutlich an.

Sehr kurzfristige Lieferungen sind in einigen Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich. Zudem können die in dieser Woche einsetzenden Schneefälle zu witterungsbedingten Verzögerungen bei den Heizöl-Lieferungen sorgen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein neues heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen.

Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.