Heizölpreise Trend und Prognose KW 51

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Der Trend fallender Heizölpreise hat in der vergangenen Woche ein vorläufiges Ende gefunden. Die Prognose für die weitere Heizölpreisentwicklung bleibt günstig. Von einer Bodenbildung am Ölmarkt ist nicht auszugehen. Vieles deutet auf weiteren Preisdruck am Ölmarkt hin. Die historische Zinswende in den USA belastet jedoch den Euro.

Heizölpreise Trend

Letzte Woche haben sich die Heizölpreise auf günstigem Niveau stabilisiert. Der Liter Heizöl kostet im bundesweiten Durschnitt unter 45 Cent, bei einer 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung.

Der Heizölpreis liegt damit etwa 10 Cent unter dem Durchschnittsniveau dieses Jahres und über 15 Cent unter dem Niveau vom vergangenen Dezember. Ausschlaggebend dafür ist  der Preisverfall am Ölmarkt.

Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt derzeit bei 335 US-Dollar pro Tonne und damit über 30 Dollar unter dem durchschnittlichen Kurs der Vorwoche. Ein weiterer Preisverfall von 10 Prozent.

Die Gasoil Notierung bildet im Grunde den Preis für Destillate ab, also Heizöl und Diesel. Durch den vergleichsweise milden Winter in Europa, Asien und Nordamerika ist insbesondere die Heizöl-Nachfrage global betrachtet äußerst schwach.

Die Benzin-Nachfrage ist dagegen überdurchschnittlich hoch und die Raffinerien verdienen mit dem Produkt eine gute Marge. Die Produktion wird entsprechend hoch gehalten. Dabei kann man im Raffinerie-Prozess jedoch nicht vermeiden, dass gleichzeitig auch große Mengen Destillate hergestellt werden.

Die geringere Nachfrage in Kombination mit fehlenden Lagerkapazitäten erhöht den Verkaufsdruck bei Gasoil. An der Tankstelle erkennt man die unterschiedliche Entwicklung der Produkt-Notierungen daran,  dass der Preisabstand zwischen dem Liter Diesel und Benzin steigt.

Insbesondere die zunehmende Auslastung von Lagerkapazitäten ist für Produzenten problematisch. Seit letztem Sommer wird mehr Öl produziert, als die Welt verbraucht. Das überschüssige Öl muss eingelagert werden.

Die Lagerbestände in Westeuropa sollen zu 97% ausgelastet sein und auch in den USA haben die Gesamtbestände (Rohöl und Produkte) ein absolutes Rekordhoch erreicht. Wenn die Lager voll sind, muss die Produktion möglichst kurzfristig durch Preisnachlässe vermarktet werden.

Heizölpreise Prognose

Heizöl ist und bleibt sehr wahrscheinlich günstig. In einigen Regionen war im Wochenverlauf sogar die 40 Cent-Marke in greifbarer Nähe. Davon hat sich der Heizölpreis zwar wieder etwas entfernt, die Prognose für die weitere Heizölpreisentwicklung bleibt aber günstig.

Durch die vorhandene Überversorgung, den aktuell noch konstant hohen Fördermengen in den USA sowie der OPEC, zunehmend knapper werdenden Lagerkapazitäten und der wahrscheinlich Mitte Januar kommenden zusätzlichen Ölexporte aus dem Iran, spricht im Moment vieles für weiter sinkende Ölpreise.

Zudem gab es am vergangenen Mittwoche in den USA drei wichtige Ereignisse, welche die weitere Ölpreisentwicklung voraussichtlich deutlich beeinflussen werden. Alle sprechen im Endeffekt für ein niedriges Ölpreis-Niveau.

Als erstes wurden die offiziellen US-Ölbestandsdaten vom DOE (Department of Energy, amerikanisches Energieministerium) veröffentlicht. Entgegen den Erwartungen haben sowohl die Rohölbestände, als auch die Produktbestände deutlich zugenommen, während die Auslastung der Raffinerien in den USA erneut abgenommen hat.

Ein weiterer belastender Punkt aus dem Zahlenwerk des DOE ist die amerikanische Ölförderung. Trotz des rapiden Rückgangs der Ölförderanlagen und der Ölpreise, ist die Ölförderung in den USA in der abgelaufenen Berichtswoche leicht gestiegen.

Die Zunahme der amerikanischen Ölförderung durch Fördermethoden wie Fracking gilt als Auslöser für den Verfall der Ölpreise. Daher betrachtet man einen signifikanten Rückgang der US Ölförderung auch als Voraussetzung für steigende Ölpreise. Dieser tritt aber durch Effizienzsteigerungen bei der Förderung aktuell nicht im erwarteten Umfang ein.

Das zweite wichtige Ereignis war der Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank Fed. Das erste Mal seit 2006 wurde der Leitzinssatz angehoben. Damit wird das Ende der außergewöhnlich expansiven US Geldpolitik eingeleitet.

Große Teile der Anhebung des Leitzinses sind vermutlich im aktuellen Euro-Dollar Wechselkurs eingepreist, der Euro gibt bisher nur verhalten nach. Klar ist aber, dass sich das in Dollar gehandelte Öl bei einem steigenden Dollarkurs für Käufer außerhalb der USA verteuert. Das könnte die Ölpreise (in Dollar) tendenziell weiter belasten.

Das letzte wichtige Ereignis war der Ausgang der US Haushaltsdebatte. Teil der Vereinbarung für den US Haushalt 2016 ist die Aufhebung des seit 40 Jahren bestehenden Exportverbotes für Rohöl. Zum Ende der Woche werden Repräsentantenhaus und Senat über die Vereinbarung abstimmen, was nach den Verhandlungen allerdings als reine Formsache gilt.

Die Aufhebung des Exportverbots stützt den Preis für amerikanisches WTI-Öl, da sich die Anzahl der potenziellen Abnehmer mit dem Zugang zum internationalen Markt vergrößern wird. Das allgemeine Preisniveau am Ölmarkt wird hingegen eher sinkend erwartet, da das Ölangebot mit den US Exporten insgesamt zunehmen wird.

Die Analysten der großen Investment Bank Goldman Sachs sehen den Preis für das amerikanische WIT-Öl unter 30 US-Dollar. Sogar ein Abrutschen bis in den Bereich von 20 US-Dollar wird für möglich gehalten.

Begründet wird das mit drei Faktoren, der konstant hohen Förderung in den USA, den globalen Ölbeständen und der Strategie der OPEC, das Ölangebot nicht zu reduzieren. Die bevorstehende Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran erhöht nicht nur das Angebot an OPEC Öl, es ist auch mit einem intensiven Preiskampf um Abnehmer für dieses Öl zu rechnen.

Da sich die Ölpreise für Brent und WTI durch die kommende Aufhebung des Exportverbotes für Rohöl in den USA immer weiter annähern würde bei Eintreten diese Prognose auch das europäische Nordseeöl signifikant günstiger. Allerdings ist dies nur eine Prognose von vielen.

Letztendlich kann beispielsweise niemand genau sagen, wann und mit wie viel zusätzlichem Öl aus dem Iran zu rechnen ist. Fakt ist aber, dass momentan wenig für steigende Ölpreise spricht. Dem gegenüber steht momentan einzig die Gefahr, dass der Euro weiter gegenüber dem Dollar verliert.

Wer noch genug Heizöl im Tank hat und auf weiter fallende Ölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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