Heizölpreise vor Wochenende mit leichten Abschlägen

Heizoelpreis sinkt 211016

Unsere Heizölpreise verzeichnen vor dem Wochenende leicht Abschläge. Die Ölpreise sind gestern auf den tiefsten Stand der Woche gefallen. Der nachgebende Eurokurs verhindert jedoch deutlichere Preisrückgänge beim Heizöl.

Ölpreisentwicklung

Die Aufwärtsbewegung der Ölpreise in Folge rückläufiger Ölbestände in den USA und anderen wichtigen Umschlagsorten hatte nur kurzen Bestand. Gestern Abend fielen die Ölpreise auf den tiefsten Stand der Woche.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Am heutigen Morgen wird das europäische Nordseeöl Brent für 51,35 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das sind etwa 1,30 US-Dollar weniger als zur Wochenmitte. Die Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt aktuell mit 461,50 US-Dollar je Tonne knapp zehn Dollar unter dem Wochenhoch.

Der Ölpreis-Trend zeigt weiter seitwärts. Die Preise für die wichtigen Referenzsorten WTI und Brent schwanken seit zwei Wochen in einer engen Handelspanne im Bereich von zwei US-Dollar. Zuvor waren die Ölpreise in Folge der OPEC Ankündigung einer Fördermengen-Begrenzung um 15 Prozent gestiegen.

Im Moment spricht auch vieles dafür, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Wochen fortsetzt. Für ein Absinken unter die 50 US-Dollar Marke finden sich nicht genug risikofreudige Verkäufer. Da viele Händler daran glauben, dass sich die Ölpreise perspektivisch eher nach oben orientieren, werden Preisrückgänge meist für neue Käufe genutzt.

Starken Preissteigerungen sind momentan ebenfalls nicht zu erwarten, solange es keine Hinweise auf konkrete Maßnahmen der OPEC und Russlands zur Reduzierung der Fördermengen gibt. Steigen die Ölpreise, tendieren Händler wiederum zu Gewinnmitnahmen durch Verkäufe,  so lange nichts Konkreteres zu einer möglichen Produktionskürzung der OPEC feststeht.

Analysten sind sich momentan uneinig, wie die aktuelle Marktlage zu beurteilen ist. Zwar war klar, dass die Versorgungssituation deutlich knapper ist als in den letzten beiden Jahren, aber an Knappheit war nicht zu denken. In den jüngsten Bestandsabbauten an den wichtigen Umschlagsorten in den USA, Europa und Asien deuten einige Marktteilnehmer jetzt als Anzeichen, dass momentan mehr Öl verbraucht als produziert werde.

Auf der anderen Seite fördern die großen Ölproduzenten auf Rekordniveau und Länder wie der Iran, Libyen oder Nigeria haben eine weitere Steigerung der Ölproduktion angekündigt. Daher beurteilen andere Analystenhäuser die Lage auch komplett anders.

Selbst wenn es zu einem Abkommen der OPEC und Russland kommt, würde dies den Markt höchstens ausgleichen, aber die hohen globalen Bestände nicht reduzieren. Die Versorgungslage soll daher weiter mehr als komfortabel bleiben.

Wer richtig liegt wird sich möglicherweise in den kommenden Wochen zeigen. Momentan liegt die Ölpreis-Prognose für das kommende Jahr beim überwiegenden Teil der Experten noch in einer Preisspanne zwischen 50 und 60 Dollar, insofern größere Ausfälle auf der Angebotsseite ausbleiben.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist auf den tiefsten Stand seit März gesunken. Ein Euro ist aktuell noch 1,0911 US-Dollar wert. Das liegt zum einen an der Stärke des Dollars, der von steigenden Zinserwartungen an die amerikanische Notenbank profitiert.

Der Euro selbst steht unter Druck,  da gestrige Kommentare von EZB Präsident Mario Draghi darauf hindeuten, dass die Geldschwemme der europäischen Notenbank wohl noch längere Zeit anhalten werde.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein sinkender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise sinken vor dem Wochenende wieder, auch wenn der niederigere Eurokurs größere Preisabschläge verhindert. Der Liter Heizöl kostet im bundesweiten Durschnitt bei einer 3.000 Liter Standard Lieferung etwas weniger als 57 Cent. Damit liegt der Heizölpreis weiter über dem Niveau des Vorjahresmonats und in der Nähe des Jahreshochs.

Besonders gestiegen sind Heizölpreise in den südlichsten Bundesländern. Ähnlich wie vor knapp einem Jahr führt das Niedrigwasser des Rheins zu Problemen bei der Schiffsversorgung. Die Beladung der Schiffe wird durch den niedrigeren Wasserstand reduziert. Damit wird im Moment pro Schiff weniger Ware transportiert, was die Frachtkosten in die Höhe treibt.

Es bleibt abzuwarten, ob die Regenfälle in dieser Woche zu einer Entspannung der Situation führen können. Aber selbst wenn die Pegelstände steigen wird es einige Zeit dauern, bis die Lagerbestände wieder ein normales Niveau erreichen.

Auf sinkende Heizölpreise zu spekulieren halten wir weiterhin für riskant. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, sollten Sie so schnell wie möglich Heizöl kaufen. Die immer noch recht hohe Heizöl-Nachfrage führt zu steigende Lieferzeiten. In vielen Regionen können sehr kurzfristige Lieferungen nur noch telefonisch abgestimmt werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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