Heizölpreise: Heizöl zum Wochenende günstiger?

13. April 2018, Peter Dudda

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Der Syrienkonflikt und die Twitter-Diplomatie: Das waren in dieser Woche die bestimmenden Faktoren für die Ölpreisentwicklung. Am Donnerstag rudert Trump etwas zurück – wie reagieren die Ölpreise und was bedeutet das für die Heizölpreise zum Wochenende?

Ölpreisentwicklung

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Die Aufwärtsbewegung bei den Ölpreisen ist am Donnerstag zum Stillstand gekommen und die Kurse stagnierten in engen Bahnen. In den Tagen zuvor gingen die Kurse regelrecht durch die Decke und markierten damit neue 3,5 Jahreshochs. Auslöser für diese Entwicklung war vor allem die Androhung einer US-Militärintervention in Syrien, nachdem dort zum letzten Wochenende ein Giftgasangriff, mutmaßlich von der syrischen Regierung durchgeführt, bekannt geworden war.

Das Risiko einer militärischen Eskalation in einem Konflikt bei dem alle Weltmächte mehr oder weniger direkt beteiligt sind, trifft dabei auf einen zur Zeit eher auf Preissteigerungen ausgerichteten Ölmarkt. Am Donnerstag blieben neue Meldungen, vor allem seitens der US-Administration zur weiteren Vorgehensweise in Syrien vorerst aus. Erst zum späten Abend äußerte sich der US-Präsident eher beiläufig, dass eine Entscheidung wie und wann eine Intervention in Syrien erfolgen wird, noch nicht endgültig gefallen ist.

Da es daher über den Handelstag keine neuen Impulse aus geopolitischer Sicht gab, konsolidierten sich die Preise und die Händler wandten sich den Devisenmärkten zu. Ein stärkerer US-Dollar sorgte für einen Rückgang der Käufe, da sich Öl- und Ölprodukte damit außerhalb der USA verteuerten. Die Ölpreise standen damit weiter unter Druck, was sich in leichten Kursnachlässen auszahlte.

Für Heizölverbraucher zahlt sich diese Entwicklung ebenfalls aus: Zwar bleibt das Preisniveau nach wie vor hoch, doch eine weitere Aufwärtsbewegung scheint zum Wochenende gebremst.
 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Freitagmorgen bei 72,01 US-Dollar und ist damit im Vergleich zu Gestern mit 14 Cent etwas günstiger geworden. Vor einer Woche lag der Kurs noch bei 68,32 US-Dollar. Der Schlusspreis für Donnerstag wurde bei 72,02 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 637,75 US-Dollar und war damit 5 US-Dollar günstiger wie noch am Vortag zur gleichen ZeitDer Schlusspreis wurde am Donnerstag bei 636,50 US-Dollar festgesetzt.
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 13.04.2018

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
  

In aller Kürze: Was für die Ölpreisentwicklung heute noch wichtig ist

  • Iran: Selbst wenn sich der Konflikt in Syrien wieder etwas beruhigt, stehen nach wie vor die Sanktionsandrohungen der USA gegenüber dem Iran im Raum. Sie könnte eine Abkehr des Irans vom Atomdeal zur Folge haben. Das könnte den Iran international wieder mehr isolieren und die Ölexporte des Landes beschneiden.
     
  • OPEC: Im aktuellen Monatsbericht hat die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Nachfrageprognose für Öl im laufenden Jahr nach oben korrigiert. Gleichzeitig geht die OPEC von einer wachsenden Produktion der Nicht-OPEC-Staaten aus. In den OPEC-Reihen selbst ist die Ölproduktion abermals gesunken, woran vor allem Venezuela die Hauptlast trägt. Die Südamerikanische Ölnation leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise und ausbleibende Investitionen in die Ölinfrastruktur sorgen seit Monaten für steigende Produktionsausfälle.
     
  • OECD: Die strategischen Ölreserven der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) sind nach OPEC-Angaben weiter gesunken. Die Vorräte könnten die Versorgung nun noch etwas mehr als 60 Tage sicherstellen. Die OPEC sorgt bereits seit November 2016 mit einem Förderkürzungsabkommen für Druck auf die weltweiten Ölbestände, an den OECD-Beständen wird der Erfolg der Strategie einer künstlichen Verknappung nun deutlich.  
     
Fazit – Wie geht es mit den (Heiz-)Ölpreisen weiter?

Für Heizölverbraucher ist die Situation zur Zeit alles andere als angenehm: Das aktuelle Heizölpreisniveau konnte zuletzt im Mai 2015 erreicht werden. Im 30-Tage-Vergleich war Heizöl im März noch für ca. 5€ weniger je 100 Liter zu haben. Entspannung bringt nun vorerst das Abflauen der Eskalationsrhetorik aus Richtung der USA. Die eingepreiste Risikoprämie könnte vom Handel bei weiterer Entspannung nach und nach wieder ausgepreist werden, sollte die US-Administration allerdings nachlegen, könnten die Preise genauso gut auch wieder anziehen.

Für heute könnten Händler die Gunst der Stunde nutzen und auf Gewinnmitnahmen setzen – das bietet sich mit der Aussicht auf sinkende Kurse einfach an. In der Folge könnten die Kurse im Verlauf des Tages weiter nachgeben. Mit Blick auf die noch im Raum stehenden Faktoren wie Iran, Venezuela und der vermeintlichen Beilegung des Handelsstreits zwischen China und den USA, sind sehr deutliche Abwärtsspielräume für die Ölpreise aber nahezu ausgeschlossen.

 

Entwicklung Eurokurs

Am Freitagmorgen notierte der Euro bei 1,2328 US-Dollar und ist damit leicht schwächer als noch am Vortag. Die EZB hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag bei 1,2323 US-Dollar festgelegt.

Die Gemeinschaftswährung hatte noch zum Mittwoch erst deutlich zugelegt, diese Gewinne bis zum Handelsschluss allerdings wieder abgegeben. Der Grund lag in den Aussagen von Mitgliedern der US-Notenbank FED nach einer ordentlichen Notenbanksitzung, wonach Erhöhungen des Leitzinses für notwendig erachtet werden. Dem US-Dollar gab das entsprechend Auftrieb, der noch bis in den Donnerstag nachhallte. Zusätzlich erhielt die US-Währung Rückendwind durch die abflauende Gefahr der US-Militärintervention in Syrien.

Am letzten Tag der Handelswoche stehen an den Devisenmärkten vor allem Inflationszahlen aus Deutschland und Spanien, sowie Konsumklimadaten aus den USA im Mittelpunkt.  
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 65,82 Cent pro Liter Heizöl. Die leichte Abwärtsbewegung setzt sich damit fort. Am Donnerstag waren es anfänglich noch 66,24 Cent, zum Nachmittag bereits nur noch 65,86 Cent.

Auch zum Wochenende ist es weiter unmöglich, eine klare Prognose für die kurzfristige Preisentwicklung abzugeben. Darum raten wir Ihnen dazu, heute den Heizölkauf auf den Weg zu bringen und sich so möglicherweise das beste Preisniveau der nächsten Tage zu sichern. Auch wenn Sie momentan weniger heizen müssen, sollten Sie sich bei einem sich leerenden Tank des aktuellen Marktrisikos bewusst sein.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekontonutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.