Heizölpreise zum Wochenende stabil

1. Juni 2018, Peter Dudda

Heizölpreise zum Wochenende stabil 01.06.2018

Überraschenderweise gesunkene US-Rohölbestände sorgen für steigende Kurse an den Öl-Märkten. Gewinnmitnahmen sorgen gleichzeitig wieder für Verluste, so dass die Ölpreise zum Wochenende stabil sind. Auch der Euro notiert etwas stärker. Die Auswirkungen auf die Heizölpreisentwicklung gibt es bei uns.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick
 

  • DOE widerspricht API: US-Rohölbestände deutlich gesunken
  • OPEC-Förderkürzungen: Mögliche Produktionssteigerungen bestimmen Marktgeschehen
  • Brent bei 77,44 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 681,25 US-Dollar
  • Euro legt zu und notiert bei 1,1691 US-Dollar
  • Heizölpreis stabil bei 71,06 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

DOE: US-Rohölbestände rückläufig 
Mögliche Uneinigkeit innerhalb der OPEC zu Produktionssteigerungen
 Drohende US-Sanktionen gegen Venezuela
 Venezuelas Ölproduktion stetig rückläufig
 USA kündigen harte Sanktionen gegen Iran an
 
 US-Strafzölle auf europäische Stahl und Aluminium  
 OPEC-Produktion soll schon im Juni steigen
 Libyen steigert nach Ausfall Produktion wieder
 Venezuelas Präsident kündigt Produktionssteigerung an
 IEA: Ölnachfrageprognose für 2018 etwas nach unten korrigiert

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 01.06.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Die europäische Ölsorte Brent notiert zum Freitagmorgen bei 77,44 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstagmorgen lag mit 77,24 US-Dollar auf dem gleichen Niveau. Der Schlusspreis für Donnerstag wurde bei 77,56 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 681,25 US-DollarDer Vergleichswert vom Donnerstagmorgen lag bei 685,50 US-Dollar, der Schlusspreis stand exakt auf dem gleichen Niveau.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die Ausgangslage für die Preisentwicklung ist zwiespältig: Einerseits gibt es ein reales Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage an den Ölmärkten, denn das Angebot an Öl ist begrenzt, demgegenüber steht global betrachtet eine solide Nachfrage. Gleichzeitig zeichnet sich am Horizont Entspannung ab. Vor allem die OPEC ist es dieser Tage, welche im Vorfeld ihres Gipfeltreffens Ende Juni, bereits jetzt mehr oder wenig öffentlich über eine Aufweichung ihrer Produktionskürzungen diskutiert.

Zwar kommt der OPEC das aktuelle Preisniveau mehr als entgegen, es könnte nach Angaben Saudi Arabiens sogar noch um einiges höher sein, doch rufen hohe Preise eben auch den Wettbewerb, vor allem die US-Produzenten, auf den Plan. Das wiederum könnte die OPEC-Bemühungen zur Absenkung der globalen Öl-Lagerbestände zunichtemachen. Die OPEC selbst kürzt seit Ende 2016 künstlich ihre Produktion und hat damit die gestiegenen Ölpreise in diesem Jahr zu einem gehörigen Teil mit zu verantworten.

Die Andeutungen der OPEC ihre Öl-Förderung wieder auszuweiten, bestimmt zur Zeit das Marktgeschehen. So sind die Preise nach einem Treffen Saudi Arabiens und Russland zum Thema, bereits Ende der letzten Woche deutlich gefallen. In dieser Woche verdichtet sich allerdings der Eindruck, dass es für die Wortführer der OPEC ein schwieriges Unterfangen zu werden scheint, die Förderkürzungen geordnet zurückzunehmen. Denn die Staatshaushalte der Mehrheit der OPEC-Mitglieder, stützen sich zum größten Teil auf die Öl-Exporte. Jeder möchte natürlich mehr Öl fördern und damit auch mehr Einnahmen erzielen, doch bedeutet eine Mehrproduktion gleichzeitig auch die Gefahr eines Preiseinbruchs an den Ölmärkten. Die Stellschrauben sind also äußerst fein, wenn es darum geht einen probaten Mittelweg zu finden.

Die Diskussion innerhalb der OPEC und ihrer Partner, allen voran Russland, gibt also noch kein klares Bild ab, wo die Entwicklung hingeht. Marktteilnehmer verweilen jetzt schon in einer Warteposition und rechnen mit Produktionssteigerungen der OPEC. Darauf deutet vor allem die Reaktion auf den gestrigen US-Bestandsbericht hin. Die gestiegenen Rohölbestände haben zwar zu Kurssteigerungen geführt, allerdings ohne Nachhaltigkeit. Ob die Wochen bis zum OPEC-Gipfel Ende Juni spannend bleiben bleibt abzuwarten. Zumindest zur Zeit sieht es so aus, als ob alle Meldungen mit Preiseinfluss am Handel abprallen, solange das OPEC-Thema nicht abschließend geklärt ist.  

 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro konnte wieder etwas zulegen und notiert am Freitagmorgen bei 1,1691 US-Dollar. Am Mittwochmorgen lag der Kurs noch bei 1,1549 US-Dollar, der tiefste Stand seit Frühsommer des letzten Jahres. Die EZB legte den Referenzpreis zuletzt am Donnerstag bei 1,1699 US-Dollar fest.

Der Euro konnte zuletzt vor allem vom Scheitern der Koalitionsverhandlungen für die Regierungsbildung in Italien profitieren, nachdem genau diese ihn auch zur Talfahrt der vergangenen Woche beflügelt hatte. Die Regierungsbildung bleibt in Italien damit weiter kompliziert. Nach Meldungen von Donnerstagabend, ist eine Koalitionsbildung zwischen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der ultra-rechtskonservativen Lega nun doch nicht gänzlich auszuschließen. Beide Parteien sind sehr europakritisch und haben umfangreiche Sanierungsmaßnahmen für die italienische Wirtschaft und den italienischen Staatshaushalt im Programm, allerdings stützen sich diese Maßnahmen ausschließlich auf eine Ausweitung der Staatsschulden – und genau die sind auch ohne die neue Koalition schon überdurchschnittlich hoch. Sollte die Koalition nun doch zustande kommen, könnte beim Euro in der nächsten Woche wieder mit Abschlägen zu rechnen sein.  
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

DOE revidiert API: US-Bestände doch im Minus

Wir erleben es immer wieder: Das American Petroleum Institute (API) veröffentlicht stets einen Tag vor dem Department of Energy (DOE) Daten zur Bestandsentwicklung im US-Ölmarkt – und liegt dabei allzu oft falsch. So ist es auch in dieser Woche das gleich Spiel, dass die API-Erhebungen nicht die Realität wiedergespiegelt haben. Als Grund kann eine zu schmale Datenbasis in Betracht gezogen werden, da das API wesentliche Markt-Einflussfaktoren wie die Im- und Exportentwicklung oder die Raffinerieauslastung in seine Betrachtungen nicht mit einbezieht.
 

Die DOE-Daten im Überblick
DOE-Bericht US-Ölmarkt Kalenderwoche 22 01.06.18 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Gefallene Rohölbestände sind immer ein Signal für Knappheit. Die ist mit Blick auf die gestiegene Raffinerieauslastung in dieser Woche auch nicht ungewöhnlich und einfach zu erklären: Die Raffineriebetreiber bereiten sich auf die höhere Sommernachfrage vor und weiten ihre Benzin- und Dieselproduktion aus, entsprechend hoch der Anstieg der Raffinerieauslastung in dieser Woche. Wo mehr produziert wird, sollten sich auch die Lager füllen. Daher nehmen die Bestände an Benzin und Destillaten (mehrheitlich Diesel und Heizöl) in dieser Berichtswoche leicht zu. Bei Benzin ist ein Anstieg zu dieser Jahreszeit eher ungewöhnlich, so dass die leichte Steigerung schon als preisdrückend zu interpretieren ist.

Gleichzeitig haben die US-Öl-Importe abgenommen, die US-Exporte hingegen zugenommen. Die US-Produktion ist abermals – und vor allem sehr deutlich – gestiegen. Mit Blick auf die seit Monaten steigende Zahl aktiver Öl-Bohranlagen in den USA entspricht das auch den Erwartungen. Alles in allem fällt der DOE-Bericht in dieser Woche eher preistreibend aus. Dennoch hat das Potenzial nicht gereicht, die Kurse nachhaltig steigen zu lassen, so dass bereits gestern Abend die Kurssteigerungen durch Gewinnmitnahmen an den Handelsplätzen ausgeglichen wurden.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 71,06 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es mit 71,18 Cent noch etwas mehr. Zum Anfang letzter Woche waren es noch über 73 Cent.

Das Preisniveau ist zum Wochenende wieder etwas gefälliger geworden. Mit Blick auf die OPEC-Förderkürzungen sind weitere Preisabschläge in den nächsten Wochen nicht auszuschließen. Doch Vorsicht: Je nachdem wie die politische Entwicklung in Italien in den nächsten Tagen vonstattengeht, könnte der Euro nachgeben und die Effekte von sinkenden Ölpreisen zunichtemachen. Wir empfehlen sich von der einigermaßen risikoreichen Entwicklung unabhängig zu machen und den Heizölkauf zum Wochenende auszulösen. Dies gilt vor allem dann, wenn sich der Tankfüllstand dem roten Bereich nähert.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.