Heute leichter Anstieg der Ölpreise – langfristig jedoch niedriges Preisniveau

Heizölpreis gesunken 27_08_2015

Die Ölpreise zeigen seit gestern eine leichte Gegenbewegung zum Abwärtstrend der letzten Wochen. Der Euro wird im Vergleich zum Dollar wieder schwächer. Die Preise für Heizöl liegen heute dennoch nur leicht über dem gestrigen Niveau.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise sind trotz leichtem Anstieg nach wie vor auf niedrigem Niveau. Die Notierung der europäischen Rohölsorte Brent liegt heute Morgen bei 44,80 US-Dollar pro Barrel und damit etwa einen Dollar über dem gestrigen Wert. Die für die inländischen Preise für Heizöl entscheidende Notierung von ICE Gasoil steigt ebenfalls um etwa acht Dollar auf 435 US-Dollar pro Tonne.

Am Mittwoch hatten die veröffentlichten US-Ölbestandsdaten des American Petroleum Institute (API) für eine leichte Gegenbewegung zum Abwärtstrend auf dem Ölmarkt gesorgt. Marktteilnehmer warteten deshalb auf die Bestätigung dieser Bestandsdaten durch das Department of Energy (DOE).

Das DOE bestätigte gestern zwar einen landesweiten Rückgang der Rohölbestände, dieser fiel jedoch nicht so hoch aus wie vom API zunächst angenommen. Die Produktbestände an Benzin und Destillaten sind in der Berichtswoche dagegen angestiegen. Dass die Rohölbestände trotz gesunkener Raffinerieauslastung abgenommen haben, sei in erster Linie auf verminderte Importe zurückzuführen. Importschwankungen sollen jedoch nicht ungewöhnlich sein und gelten als einmalige Effekte. Steigende Produktbestände und eine sinkende Nachfrage durch die Raffinerien überwiegen deshalb die Bestandsabbauten beim Rohöl.

Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Überversorgung auf dem Ölmarkt und damit das niedrige Preisniveau mittelfristig erhalten bleiben wird. Dafür spricht, dass die US-Ölproduktion
weiterhin auf hohem Niveau verbleibt, der Markt mit einer Zunahme der Exporte aus dem Iran rechnet, sobald die Sanktionen gegen den Ölstaat aufgehoben werden und die OPEC weiterhin auf Rekordniveau Öl fördert und exportiert.

Nigeria beispielsweise hat in dieser Woche seine vorläufigen Exportpläne für September und Oktober veröffentlicht. Demnach soll das Land dann täglich etwa zwei Millionen Barrel Öl exportieren, so viel wie seit Januar nicht mehr.

Zusätzlich soll die Rohölnachfrage der US-Raffinerien in Folge der Wartungssaison im Herbst abnehmen. Experten gehen momentan davon aus, dass die Produktionsrückgänge in den USA in diesem Herbst besonders hoch sein könnten. Die Raffineriebetreiber hätten bisher von sehr guten Margen aufgrund des günstigen Rohölpreises profitiert und die Anlagen deshalb unter Volllast laufen lassen. Die Wartungszyklen in den Raffinerien wären deshalb so weit wie möglich nach hinten verschoben worden. Einerseits erhöhe dies nun das Risiko unplanmäßiger Ausfälle, andererseits könnten aufgeschobene Wartungsarbeiten im Herbst womöglich massenhaft nachgeholt werden.

Entwicklung Eurokurs

Heute wird die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1308 US-Dollar gehandelt und liegt damit etwas unter dem Vortagesniveau. Am Mittwochmorgen lag der Euro noch bei 1,15 US-Dollar.

Im heutigen Handelsverlauf werden wichtige Konjunkturdaten erwartet, die für neue Impulse im Devisenhandel sorgen könnten. Am Vormittag werden Daten zur Geldmenge und zur Kreditvergabe in der Eurozone veröffentlicht. Am Nachmittag wird eine neue Schätzung zum Wirtschaftswachstum in den USA im zweiten Quartal erwartet.

Die US-Konjunkturdaten stehen wegen der Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank Fed besonders im Fokus. Marktteilnehmer sind sich nach wie vor unsicher über den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung. Neue Hinweise erhoffen sie sich auch von dem heute beginnenden Treffen von Notenbankern aus aller Welt, das in Wyoming stattfindet. Allerdings werden die US-Notenbankchefin Janet Yellen und der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi nicht an dem Treffen teilnehmen.

Heizölpreisentwicklung

Die aktuelle Entwicklung auf dem Ölmarkt dämpft auch heute den Abwärtstrend der Preise für Heizöl. Diese sind im Vergleich zu gestern um etwa 50 Cent pro 100 Liter gestiegen. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt heute 52,55 Euro pro 100 Liter.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung. Gerade wenn sich der Tankinhalt dem Ende zuneigt, können Sie so auch von kurzfristigen Preiseinbrüchen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Das Auf und Ab der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigt, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf aufbauen kann.
Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise.

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