Technische Kaufsignale geben Ölpreisen weiter Auftrieb

2. Oktober 2018, Nicola Bergau

Kaufsignale sorgen für Auftrieb beim Heizölpreis. 02.10.2018

Weiterhin gibt es keine Aussichten auf Entspannung: Gestern stiegen die Ölpreise vorrangig aufgrund technischer Kaufsignale – und aufgrund der anhaltend spekulativen Marktstimmung. Der Euro verliert weiter verhalten an Wert, sodass Heizöl heute wieder sichtbar teurer ist.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Technische Verkaufssignale begünstigen weitere Preisanstiege
  • OPEC-Förderung im September nach Meldungen nur leicht gestiegen
  • Iranische Ölexporte auf 2,5-Jahrestiefs
  • Brent bei 85,07 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 740,00 US-Dollar
  • Euro fällt auf 1,1543 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 81,90 Euro / 100L


 

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Gestiegene Risikoprämie wegen Streiks in nigerianischer Ölindustrie
Spekulation um Brent-Preis bei 100 US-Dollar bis Ende des Jahres
Kein Freigabe strategischer US-Ölreserven
OPEC: Vorerst keine weitere Förderanhebung
Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
Iranische Ölexporte wegen US-Sanktionen rückläufig
EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres

Saudi-Arabien sieht Überversorgung 2019
DOE-Bericht trotz gestiegener US-Rohölbestände ohne Auswirkungen
Keine Annäherung zwischen USA und Iran
Nigeria plant Ausbau seiner Ölproduktion

Libyen fördert auf 5-Jahreshoch
US-Ölbohraktivitäten nehmen weiter zu
Russland fördert Rekordsummen
Erneute Strafzölle zwischen China und USA
Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 85,07 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug noch 83,30 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 84,98 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 740,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 727,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 734,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 02.10.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Wir würden unseren Kunden vor dem Tag der Deutschen Einheit gern andere Nachrichten überbringen, doch leider macht der Markt dem einen Strich durch die Rechnung: Die Ölpreise sind erneut sichtbar angezogen. Getragen wurde diese Entwicklung praktisch in Gänze von technischen Kaufsignalen am Markt. Immer mehr Händler platzieren Optionen, nach denen sie Öl Ende Oktober für bereits 90 Dollar pro Barrel Brent kaufen können – ein Zeichen dafür, wohin die Reise preislich geht. Außerdem steckt darin auch die Möglichkeit, dass wir bis Ende des Jahres tatsächlich noch Preise bis 100 Dollar sehen könnten.

In dieser Stimmung ist es kein Wunder, dass die Meldung, Irans Ölexporte seien schon jetzt auf ein 2,5 Jahrestief gefallen, der Entwicklung nur noch Auftrieb gibt. Denn die Erwartung sinkender iranischer Exporte durch die US-Sanktionen ist einer der Haupttreiber für die Kurse. Laut Nachrichtenagentur Reuters sei die OPEC-Produktion außerdem im September nur leicht gestiegen.

Für inländische Heizölkäufer ist heute Morgen auch noch der Eurokurs ein Problem, der nach einer breiten Dollarstärke weiter Wert abgegeben hat. Da Öl immer in Dollar gehandelt wird, verteuert ein schwacher Euro die Inlandspreise nur noch zusätzlich. An diesen Tatsachen gibt es leider nichts schönzurechnen. Es bleibt nur die Überzeugung, dass Sie jetzt den Heizölkauf auslösen sollten, bevor die Kurse noch weiter nach oben getrieben werden könnten.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1543 US-Dollar, Montag um die gleiche Zeit waren es 1,1594 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1606 US-Dollar festgesetzt.

In der Eurozone enttäuschten mehrere wichtige Konjunkturdaten und sorgten für einen Wertverlust. Die Stimmung in der Industrie trübt sich weiter ein und erreichte einen Tiefststand wie vor zwei Jahren. Mit dem Boom ist es laut Ökonomen vorerst vorbei. Gleichzeitig hatte der Dollar weiter Hochsaison und wurde abermals vom Abkommen zwischen Kanada und USA zur Neuauflage des Freihandelsabkommens Nafta (jetzt: USMCA) getragen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Iranische Ölexporte nehmen rasant ab
  • Preispoker der OPEC zeigt sich in schwacher Förderentwicklung im September


Iran sichtbar unter wirtschaftlichem Druck

Bereits im September – also zwei Monate vor den eigentlichen US-Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie – hat das Land wohl nur noch rund 1,7 Mio. B/T Öl exportiert. Damit ist die Exportquote weitaus schneller gefallen, als es vom Markt zuvor erwartet wurde.

Südkorea importiert inzwischen überhaupt kein iranisches Öl mehr, Indien hat die Mengen bereits deutlich gesenkt, China ebenfalls. Diese drei Länder sind die Hauptabnehmer des Landes. Grund für den Einkaufsstopp: US-Präsident Trump hat Strafen für alle Länder angekündigt, die trotz Sanktionen mit Iran Handel treiben. Da die USA die größere Handelsmacht haben und für die Abnehmer iranischen Öls wichtiger sind als Iran, beugen sich viele Länder schon jetzt dem Diktat Washingtons – teils auch aus Unsicherheit. Denn wie die Strafen aussehen und welche Beschränkungen auf die Umgeher des Boykotts zukommen könnten, ist bisher noch offen.

Es ist also kein Wunder, dass die Iran-Sanktionen die größte Rolle für die Marktstimmung spielen. Nur darf auch nicht vergessen werden, dass selbst die aktuellen Schätzungen zu den Exportquoten bereits eingepreist sind, wurden sie doch schon lange erwartet. Außerdem ist der Blick des Marktes aus mehreren Gründen verzerrt, wenn er nur auf Iran als Produzent fokussiert.

Zwar erhalten diese Annahmen durch mehrere politische Probleme im Nahen Osten Futter. Viele örtliche Ölindustrien sind von Streiks oder Blockaden betroffen. Gleichzeitig sinkt aber auch die Nachfrage in den Schwellen- und Entwicklungsländern aufgrund von Währungsschwächen gegenüber dem Dollar. Auch der Handelskrieg zwischen China und USA hat weitreichende Auswirkungen auf die Weltindustrie. Die Stimmungsdaten aus der Eurozone zeigen dies heute Morgen besonders eindrücklich.

Die Konzentration auf Iran ist eher so etwas wie ein Indikator für die Weltlage – und mit den USA mischt nun einmal einer der aktivsten und einflussreichsten Faktoren mit, die es aktuell auf dem gesamten Markt gibt.
 

Die OPEC bleibt hart?

Laut Nachrichtenagentur Reuters sind die Fördermengen der OPEC im September nur leicht gestiegen. Einige Fördermengen blieben sogar hinter den Quoten zurück, wie die hauseigenen Experten vorrechnen. Diese Tatsache ist aber nach den oben genannten Faktoren wohl etwas verzerrt, schließlich kämpften Länder wie Libyen, Nigeria und natürlich Iran mit Problemen, die für niedrigere Förderwerte sorgen.

Andererseits kann aber auch davon ausgegangen werden, dass die OPEC, trotz aller Beteuerungen, von den hohen Barrelpreisen profitiert und sich so die Gewinnmargen nicht durch voreilige Quotensteigerungen kaputt machen will. Gerade Saudi-Arabien hat noch freie Kapazitäten, wie der saudische Ölminister jüngst verkündete, die man bei Bedarf anzapfen und für den Markt umsetzen könne. Doch Bedarf danach soll es momentan eben nicht geben.

Wiederum zeigt sich der Graben zwischen den Produzenten, die stark in aktuell verfügbarem Öl denken und den Marktteilnehmern, die in Futures und zukünftigen Preisentwicklungen kalkulieren. Diese unterschiedlichen Perspektiven sind einer der (spekulativen) Haupttreiber der momentanen Entwicklungen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 81,90 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 80,28 Cent.

Für den Heizölkauf gibt es momentan hauptsächlich ein Argument – trotz des Preisniveaus: Die kalte Jahreszeit naht und Sie sollten Ihren Tank rechtzeitig auffüllen. Gleichzeitig ist es die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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