Kaum Bewegung der Ölpreise – Euro gibt nach

Heizoelpreise unveraendert 160617

Ölpreise verharren am Donnerstag auf niedrigem Niveau, mit leichtem Aufwärtstrend am Freitagmorgen. Ein schwächerer Euro sorgt für stabile Heizölpreise. Libyen vermeldet neues Produktionshoch. OPEC-Produktion im Mai höher als im Vormonat, Exporte nehmen zu.

Ölpreisentwicklung

Nach dem Preiseinbruch von Mittwoch blieb die Preisentwicklung an den Handelsplätzen auch am Donnerstag volatil. Die zeitweise niedrigeren Niveaus konnten im Verlauf des Tages immer wieder revidiert werden. Aufgrund der schwachen Nachrichtenlage blieb der Handel am Donnerstag jedoch insgesamt verhältnismäßig ruhig. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Die europäische Rohölsorte Brent notiert am Freitagmorgen bei 46,84 US-Dollar und damit nahezu auf dem gleichen Niveau wie am Vortag zur gleichen Zeit. Der Schlusspreis von Mittwoch lag bei 46,92 US-Dollar. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, liegt heute Morgen bei 419,25 US-Dollar für die Lieferung im Juli. Der Schlusspreis für Donnerstag lag mit 419,00 US-Dollar auf dem gleichen Niveau.

Libyen vermeldet neues Produktionshoch

In den vergangenen Wochen ist das nordafrikanische Land nachrichtentechnisch in den Schatten von OPEC, USA und Co. getreten. Mit der Meldung dass die Ölproduktion in den kommenden Wochen die Marke von einer Million Barrel / Tag erreichen wird, rückt der Staat wieder in den Fokus der Händler.

Im Frühjahr diesen Jahres lag die Öl-Produktion zeitweise noch auf einem Niveau um 200.000 Barrel / Tag. Die Gründe dafür waren vielfältig. So sorgten kriegerische Konflikte in den seit Jahren politisch instabilen Land immer wieder für Ausfälle ganzer Ölfelder. Wenn das nicht der Grund für die Ausfälle war, besetzten Milizen auch schon mal Pipelines, welche die Versorgung zwischen den Ölfeldern und den großen Öl-Häfen am Mittelmeer sicherstellten. Das geförderte Rohöl konnte nicht an den Markt gebracht werden und die Produktion musste entsprechend eingestellt werden.

Die so meist spontan ausbleibenden Mengen hatten oft ein preissteigerndes Potenzial an den Weltmärkten. Die jetzt angekündigten Mehrmengen sollten allerdings vom Handel bereits eingepreist sein, da Libyen bereits Ende April das Ziel der 1. Million-Dollar-Marke ausgab. Nachhaltige Auswirkungen auf die Preisentwicklung konnten nach der Meldung nicht verzeichnet werden.

Den Bestrebungen der OPEC könnte die Entwicklung indes missfallen. Libyen ist zwar ein Teil des Kartells, doch gerade aufgrund seiner wirtschaftlichen Abhängigkeit vom schwarzen Gold ist das Land von dem aktuellen Förderbeschränkungsabkommen ausgenommen.

Die Kürzungen der OPEC, welche eh schon durch das Fördergebaren der USA unter Druck stehen, verlieren durch die libyschen Mehrmengen weiter an Druckpotenzial. Das Ziel der OPEC die Ölmenge am Weltmarkt zu beschränken und auf das durchschnittliche 5-Jahres-Niveau zu drücken und damit letztlich die Preise zu stabilisieren, gar zu erhöhen, rückt in immer weitere Ferne. Sollte sich nun noch die Nachfragesituation anders als saisonal üblich entwickeln, könnte das Abkommen laut Marktexperten ins Wanken geraten. Die Entwicklung bleibt also trotz der schwachen Nachrichtenlage am heutigen Tag spannend.

Entwicklung Eurokurs

Am Donnerstag hat der Euro deutlich nachgegeben. Nach der Anhebung des Leitzinses der US-Notenbank FED am Mittwochabend und der damit einhergehenden Verkündung einer restriktiveren Geldpolitik, konnte der US-Dollar deutlich zulegen.

Am Freitagmorgen liegt der Kurs bei 1,1148 US-Dollar, am Donnerstag waren es zum Handelstart noch 1,1217 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für liegt für Freitag bei 1,1166 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung

Die leichten Kursnachlässe an den Ölbörsen sowie und der schwache Eurokurs sorgen heute für leicht günstigere Heizölpreise. Am Morgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung im bundesweiten Durchschnitt rund 52,94 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 53,01 Cent.

Es ist weiterhin unmöglich, eine definitive Aussage zur Preisentwicklung auf den Märkten zu treffen. Darum ist es ratsam, sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank. Wenn Sie jetzt kaufen, sichern Sie sich ein gutes Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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